In der Bezirksliga Nord hat Union Oberneukirchen als Aufsteiger eine bemerkenswerte Saison hingelegt und mit 40 Punkten Rang drei geholt. Trainer Gerhard Meindl spricht sogar vom "Höhepunkt der Vereinsgeschichte", verweist aber ebenso klar auf die Aufgaben für den Sommer. Vor allem im spielerischen Bereich will der Coach zulegen, dazu kommt trotz weniger Veränderungen im Kader eine heikle Personalsituation durch mehrere Verletzte.

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Der Blick auf den Saisonverlauf zeigt recht deutlich, warum der Trainer den Rückblick so positiv anlegt. Oberneukirchen startete als Aufsteiger zunächst auf Rang 14, arbeitete sich dann aber Woche für Woche nach vorne und stand nach 26 Runden mit 40 Punkten auf Platz drei. Dazwischen gab es zwar immer wieder kleinere Bewegungen in der Tabelle, ganz vorne blieb die Mannschaft aber dran und hielt sich über weite Strecken in der Spitzengruppe. Auffällig war auch der Endspurt: Nach den Niederlagen gegen Union Schweinbach und SK ADmira Linz ließ Oberneukirchen noch drei Siege gegen Union Julbach, Union Lembach und SPG Katsdorf folgen. "Die ganze Meisterschaft ist für uns sehr positiv verlaufen. Wir sind Aufsteiger und haben überraschend den dritten Platz gemacht", sagt Meindl. Dass er diesen dritten Rang nicht als Zufall abtut, sondern als verdientes Ergebnis einer starken Runde sieht, hört man ebenfalls heraus. "Unser Ziel war der Klassenhalt oder unter die Top zehn zu kommen, und das haben wir souverän geschafft", so der Trainer. Gleichzeitig ordnet er die Liga sehr realistisch ein: "Das war wirklich ein Wahnsinn, wie ausgeglichen diese Bezirksliga war. Gegen jeden Gegner musst du 100 Prozent bringen."
Gerade weil die Saison so gut verlaufen ist, setzt der Verein auch im Sommer eher auf Kontinuität als auf große Umbauten. "Wir haben zum Glück wenig Veränderungen in der Mannschaft", sagt Meindl und beschreibt damit ziemlich genau den Weg, den Oberneukirchen seit längerer Zeit geht. Fix ist der Abgang von Johann Huemer, außerdem beendet Stefan Schwarz seine Karriere. Als einziger Neuzugang kommt Tobias Wollendorfer zurück, den Meindl als offensive Option für die Seite oder das Zentrum sieht. Dahinter steckt aber keine große Einkaufspolitik, sondern weiter viel Vertrauen in die eigene Linie. Der Trainer betont mehrfach, dass die Stärke seiner Mannschaft nicht an einzelnen Namen hängt. "Wir sind kollektiv stark", sagt er, und genau das will er auch nicht durch zu viele Änderungen aufbrechen. Dazu passt, dass der Verein weiter auf den eigenen Nachwuchs setzt. Die U16 wurde Meister in der Regionalliga, und diese Spieler sollen nun Schritt für Schritt an den Erwachsenenfußball herangeführt werden. Auch im Umfeld gibt es nur überschaubare Veränderungen: Im Trainerstab endet eine langjährige Tätigkeit von Hannes Grasböck in der 1B und als Co-Trainer, gleichzeitig kommt mit Thomas Burgstaller ein junger guter Trainer zurück.
Ein offenes Thema bleibt die personelle Lage, denn gerade in der Endphase der Meisterschaft musste Oberneukirchen einige Probleme auffangen. "Wir haben zum Schluss der Meisterschaft sehr viele Verletzte gehabt", sagt Meindl, der auch von mehreren Langzeitverletzten mit schweren Knieproblemen spricht. Deshalb kamen in den letzten Spielen viele junge Spieler zum Einsatz, was den Kader einerseits belastete, andererseits aber auch neue Möglichkeiten aufzeigte. Meindl bewertet diesen Teil rückblickend nicht nur negativ, weil die jungen Spieler dabei wichtige Minuten sammeln konnten. Für den Sommer hofft er auf schrittweise Rückkehrer, rechnet aber noch nicht damit, dass alle schon in der Sommervorbereitung wieder voll einsteigen können. Inhaltlich ist für ihn ohnehin klar, wo angesetzt werden muss. "Im spielerischen Bereich werden wir schon jetzt wieder viel trainieren. Ballbesitz und solche Dinge, damit wir uns in dieser Liga noch verstärken und festigen", kündigt der Coach an. Die Vorbereitung beginnt am 7. Juli, die Meisterschaft startet Mitte August. Nach dieser starken Aufstiegssaison geht Oberneukirchen also mit viel Zufriedenheit, aber auch mit einer sehr klaren Aufgabenliste in das gefährliche 2. Jahr der Bezirksliga.