In der Bezirksliga Nord feierte die Sportunion Schweinbach gegen die Union Oberneukirchen einen 2:1-Heimsieg, der erst ganz spät fixiert wurde. Schweinbach drehte die Partie nach 0:1-Rückstand mit zwei Treffern in den letzten Minuten. Trainer Wolfgang Klapf sprach von einer insgesamt schwachen Vorstellung, freute sich aber über die Reaktion kurz vor Schluss. „Wir haben heute keine gute Leistung gebracht“, sagte er offen – umso bemerkenswerter, dass seine Mannschaft das Spiel in der Nachspielzeit noch auf ihre Seite zog.

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Oberneukirchen erwischte den besseren Start und lag früh voran: Nach elf Minuten traf Stefan Burgstaller zum 0:1, zur Pause blieb es beim 0:1. Schweinbach fand lange kaum Lösungen, der Ball lief nicht sauber, und die Gäste ließen hinten wenig zu. Erst in der Schlussphase kippte die Stimmung. „Der wichtigste Moment im Spiel war auf alle Fälle der Ausgleich. Wir hatten wieder ein bisschen Mut geschöpft, wir hatten wieder an uns geglaubt“, erklärte Wolfgang Klapf. Der 1:1-Treffer fiel durch Simon Hinterreither. In der Nachspielzeit setzte Schweinbach noch einen drauf: Marcel Pichler traf zum 2:1 (90+3). Aus einem zermürbenden Abend wurde so ein Last-Minute-Dreier.
So groß die Erleichterung über den späten Sieg war, so klar blieb Klapf in seiner Analyse. „Wir haben heute keine gute Leistung gebracht, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive“, stellte der Schweinbacher Trainer fest. Auch auf Nachfrage blieb er bei seiner Linie: „Die Leistung war nicht gut. Wir haben nicht gut gespielt.“ Den Schlüssel sah er weniger in fußballerischer Dominanz als im späten Aufbäumen: „Wir hatten wieder an uns geglaubt und haben dann zum Glück in der Nachspielzeit das so wichtige 2:1 geschossen.“ Für die Ehrlichkeit des Coaches spricht auch sein Blick auf den Gegner. „Der Gegner war in vielen Belangen besser als wir“, sagte Klapf und ergänzte ein deutliches Kompliment: „Ich muss ein großes Lob aussprechen an Oberneukirchen. Das ist eine sehr gute Mannschaft.“
Ein Randthema war die Linie des Unparteiischen. Klapf sah dabei eine einheitliche, großzügige Regelauslegung: „Der Schiedsrichter hat sehr, sehr viel laufen lassen, hat kaum Fouls gepfiffen, aber auf beiden Seiten.“ Diskussionen blieben damit klein, im Vordergrund stand das späte Comeback der Hausherren. Mit Blick auf die Tabelle bleibt die Aufgabe für Schweinbach trotz des Dreiers groß: Die Sportunion liegt auf Rang 14 und hält bei 20 Punkten, Oberneukirchen steht dagegen im sicheren Mittelfeld auf Platz 5 mit 31 Zählern. Für Klapf und sein Team zählt nun, den späten Schwung in die nächsten Wochen mitzunehmen. Der Coach weiß: Solche Siege geben Vertrauen – und genau dieses Selbstvertrauen forderte er ein, als es am Ende doch noch reichte.