In der 25. Runde der Bezirksliga Nord holte der SV HOLZMANN Haslach gegen USV St. Oswald/Freistadt ein 3:3 – nach 1:3-Rückstand. Trainer Philipp Aigner sprach von einem „tordreichen Spiel“, in dem sich beide Teams lange neutralisierten, aber vorne eiskalt waren. Sein Fazit: Oswald effizient, Haslach mit großer Moral und am Ende ein gerechtes Remis. „Wir haben uns zum Glück belohnt“, sagte Aigner, haderte aber damit, das späte Momentum nicht ganz genutzt zu haben.

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Der Start gehörte den Gästen: In Minute 19 nutzte Jonas Oprießnig die erste nennenswerte Chance zum 0:1. „Sankt Oswald ist mit der ersten nennenswerten Torchance in Führung gegangen – ein Schuss aus zwanzig Metern, wo wir etwas unachtsam waren“, schilderte Philipp Aigner. Haslach schüttelte sich nur kurz. Drei Minuten später setzte sich rechts Florian Pröll stark durch, legte damit die Basis für den verdienten Ausgleich, den der aufgerückte Verteidiger Sebastian Straußberger zum 1:1 (22.) verwertete. „Wir haben weiter Druck gemacht und waren gut im Spiel“, so Aigner. Bitter aus Haslacher Sicht: Kurz vor der Pause kassierte man nach einem Standard das 1:2 durch Marcel Katzmair (35.). „Das war leider ein unglücklicher Standard vor der Halbzeit, wo wir auch ein bisschen geschlafen haben – auch leicht abseitsverdächtig“, ordnete der Coach ein. Zur Pause stand es 1:2, obwohl Haslach „vor der Halbzeit eigentlich besser im Spiel“ war und „einige gute Aktionen im letzten Drittel“ hatte.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Tabellenzweite den Druck. „Nach der Halbzeit hat Oswald Druck gemacht und war stets brandgefährlich über Mittelstürmer und Torjäger Rezac“, sagte Aigner. Genau dieser Filip Rezac köpfelte nach einer Halbfeldflanke von rechts zum 1:3 (63.) ein – der vermeintlich entscheidende Moment. „Das hätte der Knackpunkt sein können, aber wir haben uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen“, betonte der Haslach-Trainer. „Wir haben mit einem Wechsel noch einmal umgestellt, unseren Plan weiterverfolgt und uns dann zum Glück belohnt.“ Haslach zeigte die „Jetzt-erst-recht-Mentalität“, die Aigner später hervorhob: Zuerst stellte Marvin Lorenz mit dem Anschlusstreffer auf 2:3 (71.), wenige Minuten danach traf er erneut und fixierte mit seinem Doppelpack das 3:3 (76.). „Meine Mannschaft hat nicht aufgegeben und sich zurückgekämpft – der Ausgleich war verdient“, so Aigner, der im Finish sogar noch das Momentum auf seiner Seite sah.
Dass Haslach gegen ein Topteam wie St. Oswald/Fr. einen 1:3-Rückstand ausgleicht, wog am Samstag doppelt schwer – angesichts der personellen Lage. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, weil wir ein sehr gutes Kollektiv waren. Einsatzbereitschaft und Wille haben sehr gut gepasst – trotz zahlreicher Ausfälle“, sagte Aigner. Genannt wurden mehrere Stammkräfte (Friedl, Mahringer, Hackl, Weichselbaumer, Schnölzer), gleichzeitig rückten sehr junge Spieler hinein und feierten sogar Debüts. „Ein Sechzehnjähriger hat debütiert und ein weiterer junger Spieler durfte erstmals im Frühjahr von Beginn an ran – beide haben eine sehr gute Arbeit gemacht“, lobte der Coach.
Für ihn ist der Auftritt ein Fingerzeig: „Die Jungs sind mit viel Freude auf den Platz gegangen und haben die Haslacher Tugenden gut verkörpert. Das macht Lust auf mehr und ist ein sehr gutes Zeichen für die Zukunft.“ Auch die eigene Nachwuchsarbeit fühle sich durch solche Leistungen bestätigt.
Im Schlussspurt witterte Haslach sogar noch mehr. „Schade, dass wir das Momentum am Ende nicht nutzen konnten, weil der Gegner da in den Seilen hing“, sagte Aigner, ohne seiner Mannschaft einen Vorwurf zu machen. Sein Blick blieb insgesamt positiv – auch, weil der Rahmen passte: „In Summe muss man sagen, dass das Schiedsrichtertrio, allen voran Herr Basic, eine sehr gute Leistung geboten hat und sehr souverän war. Das macht Freude – keine Fehlentscheidungen.“
Sportlich bleibt das 3:3 gegen den Tabellenzweiten ein Ausrufezeichen für den Fünften: Haslach hatte „über weite Strecken mehr vom Spiel, ohne sich lange zu belohnen“, hielt aber dagegen, blieb dran und fand den Weg zurück. Und so bleibt am Ende ein Punkt, der Moral gibt – und ein klarer Auftrag für die nächsten Wochen: die Momente, die man sich erarbeitet, noch konsequenter zu nutzen.