In der Bezirksliga Nord hat die Union Thaller Fassaden Julbach gegen die SPG Steinprofis Oepping-Peilstein trotz einer 2:0-Pausenführung mit 2:3 verloren. Für Neo-Trainer Tobias Koblmüller lag der Knackpunkt nicht in einer klaren Überlegenheit der Gäste, sondern in dem Bruch nach der Verletzung von Michael Kasper. Vor der Pause hatte Julbach die Partie gut im Griff, danach kippte das Spiel Schritt für Schritt.

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Aus Julbacher Sicht sprach zunächst vieles für einen Heimsieg. Koblmüller beschrieb die erste Halbzeit so: "Wir hatten das Spiel ganz gut im Griff. Wir haben wenig zugelassen und zwei unserer drei Chancen nutzen können." Schon früh zeigte sich, dass die Gastgeber bei ruhenden Bällen gefährlich waren. Zunächst hatte Jakob Lauss noch Pech, als er allein vor dem Torwart auftauchte und nur die Latte traf. Danach schlug Michael Kasper doppelt zu. In Minute 26 brachte er Julbach mit 1:0 in Führung, in der 35. Minute legte er das 2:0 nach. Der Trainer verwies darauf, dass beide Treffer nach Standards fielen, einmal nach einem weiten Einwurf und einmal nach einem Eckball, bei dem Kasper am kurzen Pfosten zum Kopfball kam.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aus Sicht des Heimtrainers deutlich. "Der entscheidende Moment war definitiv die schwere Verletzung von unserem Stürmer Michael Kasper", sagte Koblmüller. Julbach hatte beim Stand von 2:0 laut seinem Trainer sogar die große Chance auf das 3:0, genau in dieser Phase verletzte sich der Doppeltorschütze jedoch schwer. Koblmüller sprach in diesem Zusammenhang auch von einer strittigen Szene im Strafraum und meinte: "Hier hätte es Elfmeter geben müssen." Unabhängig von dieser Bewertung blieb für ihn vor allem hängen, dass seine Mannschaft danach den Faden verlor. "Der Wendepunkt des Spiels war einfach die schwere Verletzung. Hier müssen wir konkreter bleiben und die Bälle klarer klären", erklärte er.
Die Gäste nutzten diese Phase konsequent aus. Der Anschlusstreffer fiel in Minute 68 durch Matthias Leo Kern nach einem Freistoß, der laut Koblmüller durchrutschte. Julbach hatte danach noch die Möglichkeit, wieder auf zwei Tore davonzuziehen, doch Stefan Gahleitner scheiterte mit der Chance auf das 3:1 am gegnerischen Torwart. In der Schlussphase wurde es dann noch bitterer: Lukas Wild glich in Minute 88 per Elfmeter zum 2:2 aus, wobei Koblmüller auch diese Entscheidung des Schiedsrichters kritisch sah. Nach der Roten Karte gegen Jakub Chachula in der Nachspielzeit war Julbach nur noch zu zehnt, ehe Nedzad Majdancic mit der letzten Aktion zum 2:3 einköpfte. Damit war eine Partie gedreht, die für die Gastgeber lange in die richtige Richtung gelaufen war.
So blieb bei der Union Julbach vor allem das Gefühl, dass die siebente Saisonniederlage nicht aus einer klar schwächeren Leistung entstanden ist. "Ich kann der Mannschaft eigentlich keinen Vorwurf machen. Sie hat sehr ambitioniert und gut gespielt. Der Matchplan wurde gut umgesetzt", sagte Koblmüller. Die SPG Oepping-Peilstein beschrieb er als robust in den Zweikämpfen und immer wieder gefährlich im Umschaltspiel, wollte daraus aber keinen grundsätzlichen Unterschied ableiten. "Ich würde aber nicht sagen, dass der Gegner besser war. Es war eine ausgeglichene Partie, ein Unentschieden wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen." Gerade deshalb sitzt dieses 2:3 aus Julbacher Sicht tief. Aufzuarbeiten bleibt vor allem die Phase nach dem 2:0, in der Nervosität aufkam und die zuvor kontrollierte Partie aus der Hand glitt.