In der 12. Runde der Bezirksliga Nord hat sich die Union Oberneukirchen lange teuer verkauft, am Ende aber mit 1:3 gegen die DSG Sportunion Altenberg verloren. Nach frühem Rückstand drehte der Tabellenzweite die Partie Schritt für Schritt. Für Patrick Baumgartner lag der Schlüssel weniger im bloßen Ergebnis als in der Entwicklung nach der Pause: Altenberg bekam das Zentrum besser in den Griff, kontrollierte die Begegnung zunehmend und schlug dann entscheidend zu.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Dass die Gäste am Ende mit drei Punkten heimfuhren, war nach den ersten Minuten alles andere als selbstverständlich. Oberneukirchen erwischte den klar besseren Start und ging bereits in der 3. Minute durch Jürgen Danner mit 1:0 in Führung. Altenberg fand zwar rasch eine Antwort und kam in Minute 12 durch Mathias Ramerstorfer zum 1:1, doch der Ausgleich änderte zunächst wenig am Gesamteindruck der ersten Halbzeit. Baumgartner sprach danach sehr offen an, wie groß die Probleme seiner Mannschaft in dieser Phase waren. "In der ersten Halbzeit hatten wir im Zentrum überhaupt keinen oder fast gar keinen Zugriff, weil Oberneukirchen das wirklich überragend gemacht hat", sagte der Sportliche Leiter. Dass es mit dem 1:1 überhaupt in die Pause ging, schrieb er auch dem eigenen Tormann zu. Der habe, so Baumgartner, gleich mehrere Eins-gegen-eins-Situationen für sich entschieden und damit verhindert, dass die Partie schon vor der Pause in eine andere Richtung läuft.
Bemerkenswert war dabei vor allem, wie viel Respekt Baumgartner dem Gegner zollte. "Die erste Halbzeit war nicht nachvollziehbar, warum diese Mannschaft so weit unten steht", sagte er über die Gastgeber, die als Zwölfter in die Runde gegangen waren. Besonders das Umschaltspiel, die Breite im Spiel und die sofortigen Bälle in die Tiefe gefielen ihm. "Das war wirklich sehenswert heute von Oberneukirchen", meinte Baumgartner, der sogar davon sprach, dass seine Mannschaft spielerisch fast auseinandergenommen worden sei. Umso wichtiger war aus Altenberger Sicht, dass sich das Bild nach dem Seitenwechsel veränderte. "In der zweiten Halbzeit konnten wir das Zentrum mehr für uns bekommen und deshalb ist auch das Spiel mehr und mehr in unsere Richtung gekippt", erklärte er. Genau dort lag aus seiner Sicht der entscheidende Unterschied zwischen einer schwierigen ersten Hälfte und einer deutlich besseren zweiten.
Der eigentliche Knackpunkt kam dann in jener Phase, die Baumgartner gleich zu Beginn des Gesprächs hervorhob. Altenberg hatte das Spiel nun deutlich besser unter Kontrolle und ging in Minute 73 erstmals in Führung. Das 1:2 fiel nach einem Freistoß, und Baumgartner beschrieb die Szene klar: "Das 2:1 war aus einem Freistoß, da ist Simon Mayr am höchsten gestiegen und hat den Ball reingeköpft." Dieses Tor passte genau zu seiner Analyse, weil es in eine Phase fiel, in der die Gäste zusehends das Kommando übernahmen. Nur sieben Minuten später legte wieder Simon Mayr nach und stellte auf 1:3. Zum dritten Treffer blieb Baumgartner vor allem die starke Ballbehauptung von Matthäus Gierlinger im Gedächtnis, ehe Altenberg den Angriff erfolgreich abschloss. So wurde aus einem Spiel, in dem Oberneukirchen lange mehr vom Auftritt hatte, am Ende doch noch ein verdienter Auswärtssieg des Tabellenzweiten.
Baumgartner brachte den Unterschied zwischen beiden Mannschaften am Ende sehr nüchtern auf den Punkt und bezog dabei auch die Tabellenlage mit ein. "Wenn man weiter oben ist, dann macht man eben die entscheidenden Sachen richtig", sagte er. Und genau das sei im Gegenzug oft das Problem jener Teams, die weiter hinten stehen: "Wenn man unten drin ist, dann rennt man alleine auf das Tor und entscheidet das Eins gegen Eins nicht für sich." Die Union Altenberg untermauerte mit dem 3:1 seine starke Position im Spitzenfeld der Tabelle, hält nun bei 25 Punkten und bleibt im Kampf um die Herbstmeisterschaft im Rennen, während die Union Oberneukirchen bei elf Zählern bleibt. Diskussionen über strittige Szenen gab es laut Baumgartner keine, auch die Spielleitung bewertete er als sehr fair. Trotz der Niederlage fiel sein Urteil über den Gegner am Ende deutlich aus: "Oberneukirchen wird auf alle Fälle seine Punkte noch machen. Da bin ich mir hundertprozentig sicher." Genau deshalb war dieser Auswärtssieg für Altenberg einer, den man erst mit einer klaren Steigerung nach der Pause auf seine Seite ziehen musste.