Spielberichte

„Unnötige Spannung!“ –SV Freistadt rettet 4:3-Sieg

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USV St. Oswald/Fr.
SV Freistädter Bier

In der Bezirksliga Nord hat sich der SV Freistädter Bier im Derby beim USV St. Oswald/Freistadt mit 4:3 durchgesetzt. Nach einer 2:0-Führung und dem späteren 4:1 schien die Partie schon klar, ehe es am Ende noch einmal eng wurde. Trainer Michael Wolm sah vor allem die starken Standards als Grundlage für den Sieg, sprach aber auch offen darüber, dass seine Mannschaft das Spiel „unnötig spannend gemacht“ habe.

Mannschaft schwört sich vor dem Spiel ein - im Vordergrund ist das Tor zu sehen

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Früher Vorsprung gibt Richtung vor

Für Michael Wolm stand schon vor dem Anpfiff fest, dass dieses Spiel keinen gewöhnlichen Charakter haben würde. „Für uns gehen jetzt die letzten zwei Derby-Wochen los. Diese Spiele haben immer einen gewissen Rivalitätscharakter“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft fand genau so in die Partie, wie man sich das auswärts wünscht. Schon in der 5. Minute brachte Florian Weißenböck Freistädter Bier mit 1:0 in Führung, nur zwei Minuten später legte Jindrich Rosulek das 2:0 nach. Wolm hob hervor, dass beide Treffer nach Standards fielen. Genau diese frühen Tore gaben seinem Team den Rückenwind, den es in einem Derby braucht. „Das gab uns das nötige Selbstvertrauen“, sagte er. Ganz zufrieden war er mit der Phase nach dem Blitzstart aber nicht, denn aus seiner Sicht ließ seine Elf danach nach. „Wir verabsäumten es, das Spiel weiterhin schnell zu machen und vielleicht auf das dritte Tor zu gehen.“ Statt weiter Druck zu machen, wurde sein Team nach eigener Einschätzung zu ruhig und in manchen Szenen auch zu sorglos. Nach einem Fehler im Spielaufbau kam St. Oswald durch Filip Rezac in der 27. Minute auf 1:2 heran. Trotzdem retteten die Gäste ihren Vorsprung in die Pause.


Nach Leerlauf bringen Wechsel wieder Schwung

Auch nach Wiederbeginn sah Wolm zunächst keine Phase, in der sein Team das Spiel sofort an sich riss. „Nach der Pause plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin“, fasste er die Anfangsphase der zweiten Hälfte zusammen. Erst rund um die 60. Minute kam wieder mehr Zug hinein. Der Trainer verwies dabei ausdrücklich auf seine Wechsel, die seiner Mannschaft frische Beine und neuen Schwung brachten. „Mit unseren Wechseln in der sechzigsten Minute konnten wir frischen Schwung in unser Spiel bringen“, sagte Wolm. Auf dem Platz zeigte sich das wenig später auch im Ergebnis. In der 69. Minute stellte Daniel Pühringer auf 3:1, und als Jindrich Rosulek in der 82. Minute zum 4:1 traf, schien das Derby endgültig in Richtung Freistädter Bier zu kippen. Dass seine Mannschaft bis dahin gute Lösungen fand, erklärte Wolm nicht nur mit den Standards, sondern auch mit dem Spiel über außen. „In erster Linie die Standards und zweitens unsere Angriffe über die Seite, wo wir immer wieder Druck aufbauen konnten.“ Genau diese Mischung brachte die Gäste über weite Strecken auf Kurs.

Aus klarem Vorsprung wird enge Schlussphase

Mit dem 4:1 im Rücken glaubte Freistädter Bier selbst schon, die Partie sauber zu Ende gespielt zu haben. Gerade das sprach Wolm nach dem Spiel aber als Problem an. „Wir konnten noch auf 4:1 stellen und dachten, dass das Spiel entschieden sei“, sagte er. Genau in diesem Moment wurde seine Mannschaft aus seiner Sicht wieder zu nachlässig. Der Trainer sprach von Phasen, in denen sein Team „zu überheblich, zu unentschlossen“ gewesen sei. Auch deshalb gelang es nicht, endgültig den Deckel draufzumachen. Wolm schilderte sogar eine Szene, in der seine Mannschaft das 5:2 erzielt hätte, der Treffer aber wegen Abseits nicht zählte. Statt der Entscheidung kam St. Oswald noch einmal zurück. Vor allem mit hohen Bällen machten die Gastgeber laut Wolm noch einmal Druck. Filip Rezac verkürzte in der 86. Minute auf 2:4 und legte in der 88. Minute sogar noch das 3:4 nach. Aus einem scheinbar entschiedenen Derby wurde damit eine offene Schlussphase, in der St. Oswald bis zum Ende am Drücker blieb. „So haben wir das Spiel leider noch einmal unnötig spannend gemacht“, brachte es der Freistädter Trainer passend auf den Punkt.

Coach Wolm verweist auf Serie, Wille und nächstes Derby

Dass seine Mannschaft am Ende trotzdem als Sieger vom Platz ging, führte Wolm nicht auf eine einzelne Szene zurück, sondern auf das Gesamtbild. „Die Teamleistung, der Wille und unser Lauf, seit sieben Runden ungeschlagen zu sein, gaben uns den nötigen Rückhalt und auch das Selbstvertrauen, dieses Derby für uns zu entscheiden“, sagte er. Dazu kam für ihn auch der Rückhalt von außen. „Außerdem unsere tollen Zuschauer, die uns 90 Minuten unterstützten.“ Der Derbysieg gibt dem SV Freistadt damit nicht nur drei Punkte, sondern auch Selbstvertrauen für den letzten Auftritt vor der Winterpause. Wolm machte keinen Hehl daraus, dass der Blick schon weitergeht. „Wir freuen uns über den Derbysieg und wollen natürlich auch im letzten Spiel gegen Lasberg, das wiederum ein Derby ist, unsere Serie ausbauen.“ 

Bezirksliga Nord: St. Oswald/Fr. : Freistadt - 3:4 (1:2)

  • 88
    Filip Rezac 3:4
  • 86
    Filip Rezac 2:4
  • 82
    Jindrich Rosulek 1:4
  • 69
    Paul Grabner 1:3
  • 27
    Filip Rezac 1:2
  • 7
    Jindrich Rosulek 0:2
  • 5
    Florian Weißenböck 0:1