In der Bezirksliga Nord hat der SV HOLZMANN Haslach gegen SPG Intersport Pötscher Bad Leonfelden/Schenkenfelden 1b ein spektakuläres 5:3 gefeiert. Trainer Philipp Aigner sprach danach von einem "offenen Schlagabtausch" und einem "Fußballfest" für neutrale Zuschauer. Ausschlaggebend war für ihn das 2:2 noch vor der Pause, ehe eine Umstellung Haslach nach Seitenwechsel mehr Stabilität und am Ende den verdienten Heimsieg brachte.

Image by Jörg Struwe from Pixabay
Was Aigner nach dem Schlusspfiff als "sehr wildes Spiel" zusammenfasste, war von Beginn an deutlich zu sehen. Die Partie hatte viel Tempo, beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne, und schon in der ersten halben Stunde war klar, dass hier einiges passieren würde. In der 17. Minute ging Bad Leonfelden/Schenkenfelden durch Jonah Neundlinger mit 1:0 in Führung. Aigner sprach dabei von einem klaren Fehler seiner Hintermannschaft: "Da haben wir dem Stürmer den Ball serviert." Haslach reagierte aber sofort. Nur drei Minuten später köpfte Tobias Schauer nach einer Flanke von Marvin Lorenz zum 1:1 ein. Doch auch dieses Tor brachte noch keine Ruhe hinein, denn schon in der 21. Minute schlug Neundlinger erneut zu und stellte auf 1:2. Haslach war in dieser Phase nach vorne gefährlich, verteidigte aber nicht sauber genug. Der Trainer formulierte es deutlich: "Der Gegner ist fast nur durch unsere Fehler in der Defensive stark geworden."
Umso wichtiger war aus Haslacher Sicht der Ausgleich noch vor der Pause. In der 32. Minute schloss Florian Pröll einen Umschaltmoment zum 2:2 ab, und genau dieses Tor stellte Aigner später in den Mittelpunkt. "Der wichtigste Moment war für mich das 2:2 vor der Halbzeit. Mit einem Rückstand in die Pause zu gehen, ist nicht immer einfach", sagte der Haslach-Coach. In der Kabine folgte dann die entscheidende Reaktion. "Wir haben in der Halbzeit die richtigen Dinge besprochen und richtig umgestellt. Das hat uns defensiv mehr Stabilität gegeben", erklärte Aigner. Gleichzeitig machte er klar, dass diese Maßnahme nicht automatisch funktionieren musste: "Das war eine Fünfzig-fünfzig-Chance. Aber meine Jungs haben das gut umgesetzt, da waren wir defensiv griffiger." Haslach kam danach sehr gut aus der Pause, ließ vorne nicht locker und ging in der 55. Minute durch Sebastian Straußberger mit 3:2 in Führung. Nach einem Stanglpass von Marcel Weichselbaumer drückte er den Ball über die Linie, für Aigner war das ein "Tor des Willens". In der 75. Minute legte Matthias Brunninger mit dem 4:2 nach.
Ganz entschieden war die Partie damit aber noch nicht. Aigner hatte die Qualität des Gegners mehrfach betont, und genau diese Qualität zeigte sich auch nach dem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Vorsprung. Als Bad Leonfelden/Schenkenfelden noch einmal wechselte, wurde es sofort wieder eng. Niklas Ganglberger verkürzte in der 77. Minute auf 4:3 und brachte noch einmal Spannung hinein. Aigner hob diesen Moment später eigens hervor und sprach von einem "sehr guten Unterschiedsspieler", der am Freitag noch in der Regionalliga in der Startelf gestanden sei. Haslach ließ sich davon aber diesmal nicht mehr aus der Bahn bringen. Die Gastgeber blieben am Drücker und sorgten in der 82. Minute für die Entscheidung, als Luvumbu Manuel Vemba auf 5:3 stellte. "Dann haben wir nach dem 5:3 nichts mehr anbrennen lassen", sagte Aigner. Für ihn war der Sieg deshalb verdient, weil seine Mannschaft über das ganze Spiel gesehen die größere Zahl an Chancen hatte und sich in der Offensive immer wieder gute Situationen erarbeitete.
Entsprechend positiv fiel das Fazit des Trainers aus, ohne dass er daraus gleich mehr machen wollte als nötig. "Die Offensive hat heute einen sehr guten Tag gehabt", sagte Aigner und hob dabei vor allem Tobias Schauer hervor: "Er durfte das erste Mal von Beginn an ran und hat gleich seine Klasse und seine Erfahrung auf den Platz gebracht." Gleichzeitig verteilte der Haslacher Coach auch Respekt an die Gäste. "Bad Leonfelden hat eine sehr gute zweite Mannschaft, mit derselben Idee wie in der Regionalliga. Der Verein ist für diese kontinuierliche Arbeit mit jungen Spielern zu bewundern", meinte er. So groß die Freude über das 5:3 auch war, Aigner bremste jede zu schnelle Euphorie sofort wieder ein. "Für uns ist jetzt wichtig, nach so einer wilden Partie am Boden und bescheiden zu bleiben. Der Herbst ist trotzdem sehr durchwachsen", sagte er. Genau so will Haslach diesen Nachmittag einordnen: als wichtigen Sieg, als Hinweis auf die eigene Qualität – aber nicht als Anlass, den Blick für die nächsten Aufgaben zu verlieren.