Im Derby der Bezirksliga Nord hat der SV Freistädter Bier gegen die Wimberger Sportunion Lasberg nach einem 0:3 noch ein 3:3 geholt. Für Freistadt-Trainer Michael Wolm passte das Remis unterm Strich, auch wenn der Start völlig misslang. "Der Anfang des Spiels hat nicht funktioniert. Da waren wir überhaupt nicht präsent", sagte er nach einem Nachmittag, der vor 900 Zuschauern noch eine wilde Wendung nahm.

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Für die Gastgeber begann der Nachmittag allerdings so, wie man ihn in einem Derby überhaupt nicht haben will. Schon in der 2. Minute brachte Michael Andreas Hackl die Gäste in Führung, nur vier Minuten später legte derselbe Spieler das 0:2 nach. Als Niklas Baumgartner in der 17. Minute auf 0:3 stellte, war Freistadt früh in einer Lage, die kaum jemand erwartet hatte. Wolm sprach von einem "denkbar ungünstigen" Start und davon, dass sein Team vom mutigen Auftritt der Lasberger überrascht worden sei. Vor allem Michael Hackl und Michael Würzl bekamen die Freistädter zunächst nicht in den Griff. "Wir waren sehr überrascht über den mutigen Auftritt der Gäste", sagte der Trainer, der auch einräumte, dass vor dem dritten Gegentor ein Corner nicht verteidigt werden konnte.
Dass die Partie dennoch nicht schon nach zwanzig Minuten entschieden war, lag aus Freistädter Sicht an der Reaktion. Wolm betonte, seine Mannschaft habe sich "geschüttelt" und sehr schnell wieder ins Spiel gefunden. Tatsächlich verkürzte Jindrich Rosulek in der 26. Minute auf 1:3, und nur zwei Minuten später stellte Paul Grabner auf 2:3. Innerhalb kürzester Zeit war damit wieder alles offen. Für den Freistädter Trainer war genau dieser Doppelschlag der Moment, der seiner Mannschaft die nötige Ruhe zurückgab. "Das gab uns gegen Ende der ersten Halbzeit die nötige Ruhe und das nötige Selbstvertrauen, um wieder im Spiel Fuß zu fassen", sagte Wolm. Mit dem 2:3 zur Pause war das Derby wieder offen, obwohl die Anfangsphase klar an Lasberg gegangen war.
Nach dem Seitenwechsel wollte Freistadt laut Wolm "unbedingt zumindest einen Punkt mitnehmen", und genau in diese Richtung entwickelte sich die Partie auch. Der Trainer sah, dass bei den Gästen im weiteren Verlauf die Kräfte nachließen und dadurch mehr Räume für seine Mannschaft entstanden. "So konnten wir das Spiel gegen Ende dominieren", erklärte Wolm. Ganz ohne Risiko blieb es dennoch nicht, denn nach seiner Schilderung hatte Lasberg noch die Möglichkeit, mit dem 4:2 den Deckel draufzumachen. Weil diese Chance ungenutzt blieb, durfte Freistadt weiter hoffen. In der 93. Minute war es dann erneut Paul Grabner, der mit seinem zweiten Treffer das 3:3 fixierte. Wolm sprach sogar davon, dass in der vierten Minute der Nachspielzeit noch der Sieg möglich gewesen wäre, als der Ball an die Stange klatschte.
So blieb es bei einem Derby, das Michael Wolm unterm Strich als gerechtes Ergebnis einstufte. "Für das erste Derby auf Meisterschaftsebene ist es unterm Strich ein gerechtes 3:3-Unentschieden", sagte der Freistädter Coach. Zugleich machte er klar, worauf er bei seiner Mannschaft trotz des schlechten Beginns stolz war: "Was sehr gut funktioniert hat, war die Einstellung, die Moral und der Glaube." Vor 900 Zuschauern wurde der späte Ausgleich entsprechend laut bejubelt, und Wolm hob die Unterstützung von den Rängen ausdrücklich hervor. Er sprach von einem "super Spektakel" und einem "schönen Fußballnachmittag bei Traumwetter". Nach dem Schlusspfiff sei es trotz aller Derby-Emotionen zu einem fairen Abschlagen gekommen. Für Freistadt geht es nun als Vierter in die Winterpause, Lasberg überwintert auf Rang sechs.