Bezirksliga Ost

SK Asten vor unruhigen Wochen: Trainer weg, Sportchef tritt zurück, 6 Spieler hören auf

Beim SK Kornspitz Asten spitzt sich die Lage in einer ohnehin schon schwierigen Saison weiter zu. Der Aufsteiger liegt in der Bezirksliga Ost mit nur vier Punkten abgeschlagen am Tabellenende, nun sorgen auch personelle Turbulenzen für zusätzliche Unruhe. Trainer Elmir Omeragic wurde abgelöst, Sportchef Esed Brkic ist zurückgetreten und mehrere Spieler haben angekündigt, nicht mehr weiterzuspielen. Hinter den jüngsten Entscheidungen stehen schon länger schwelende Differenzen innerhalb des Vereins.

Sportlich enttäuschend, nun auch personell angespannt

Dass die Saison für Asten sportlich kaum mehr zu retten ist, steht seit Wochen im Raum. Nun ist die Situation auch abseits des Platzes eskaliert. Nach der Trennung von Trainer Elmir Omeragic zog auch Esed Brkic die Konsequenzen und legte sein Amt als sportlicher Leiter nieder. Dazu kommen sechs Spieler, die laut Vereinsangaben nicht mehr zur Verfügung stehen.

Obmann Alfred Heinisch bestätigt diese Abgänge. Er betont aber auch, dass der Verein den Spielbetrieb bis Saisonende aufrechterhalten kann: „Wir können mit beiden Mannschaften die Saison normal fertigspielen.“

Brkic kritisiert Entwicklung im Verein

Brkic beschreibt die Vorgänge deutlich kritischer. Aus seiner Sicht haben sich die Spannungen im Verein schon lange aufgebaut und sind nun endgültig offen zutage getreten. Besonders die Trennung von Omeragic habe intern viel ausgelöst. „Elmir ist ein hervorragender Trainer“, sagt Brkic. „Er hat für diesen Verein gelebt.“

Der zurückgetretene Sportchef verweist darauf, dass der Trainer sportlich unter schwierigen Voraussetzungen arbeiten musste. Nach dem Aufstieg sei der Kader nicht verstärkt worden, dazu kamen mehrere schwere Verletzungen. Darüber hinaus habe es intern immer wieder Differenzen gegeben, vor allem in der Kommunikation und im Umgang miteinander. Konkreter wollte Brkic öffentlich nicht werden, machte aber klar, dass für ihn irgendwann eine Grenze erreicht war. Auf Details wollte Brkic nur eingeschränkt eingehen, machte aber deutlich, dass die Ursachen für die Eskalation aus seiner Sicht nicht allein in den Ergebnissen liegen.

Dabei deutete Brkic auch an, dass es in der Zusammenarbeit mit dem Vereinsobmann immer wieder Vorkommnisse gegeben habe, die für ihn nicht mehr tragbar gewesen seien. Konkreter wollte er in diesem Zusammenhang nicht werden, machte aber klar, dass für ihn irgendwann eine Grenze überschritten war. „Ich lasse mich in einem Verein nicht respektlos behandeln. Es wurde sich sehr viel in das Sportliche bis hin zur Aufstellung eingemischt. Diverse Aussagen haben für mich auch klar eine Grenze überschritten. Irgendwann musst du für dich selbst sagen: Jetzt ist Schluss.“

Er spricht auch davon, dass Entscheidungen und Entwicklungen nicht gemeinsam getragen worden seien und dass die Mannschaft zunehmend zwischen die Fronten geraten sei. Für ihn sei irgendwann klar gewesen, dass unter diesen Voraussetzungen kein vernünftiger Neuaufbau möglich sei.

Heinisch weist zentrale Vorwürfe zurück

Obmann Heinisch sieht die Lage naturgemäß anders. Er betont, dass die Trennung von Omeragic nicht seine alleinige Entscheidung gewesen sei, sondern vom Vorstand getragen wurde. „Den Trainer haben wir selber vom Amt enthoben“, sagt Heinisch. „Das war eine Entscheidung des Vorstands.“ Der Druck sei zuletzt größer geworden, auch von außen – Zuschauern wie Sponsoren.

Vorwürfe, wonach er sich in sportliche Themen wie Aufstellung oder tägliche Arbeit des Trainers eingemischt habe, weist Heinisch zurück. „Ich habe mich weder in eine Aufstellung eingemischt noch sonst irgendwie sportlich eingegriffen. Aber natürlich war ich auch dahinter, der eigenen Jugend mehr Chancen zu geben“, sagt der Obmann. Gleichzeitig räumt er ein, dass es in manchen Bereichen Kommunikationsprobleme gegeben habe und sich Themen über längere Zeit aufgestaut hätten. „Ich werde nicht abstreiten, in der Hitze des Gefechts auch mal unpassende Töne angeschlagen zu haben.“

Trotz der Differenzen sucht Heinisch keinen öffentlichen Schlagabtausch. „Ich sage jetzt im Nachhinein sicher kein schlechtes Wort, weder über den Elmir noch über Esed“, betont er mehrmals. "Ich bedanke mich für die Arbeit, die sie im Verein geleistet haben und möchte es dabei belassen. Die Spieler, die jetzt aufgehört haben, sind Elmir Omeragic offensichtlich sehr verbunden. Das war fast schon wie ein eigener kleiner Verein im Verein."

Interimslösung steht bereits

Für die nächsten Tage ist in Asten bereits eine Übergangslösung gefunden. Heinisch kündigte an, dass zunächst vereinsinterne Kräfte das Training übernehmen. Ab nächster Woche soll dann Andre Gaubinger die Mannschaft betreuen und auch den Matchplan erstellen.

Damit ist zumindest kurzfristig eine sportliche Lösung gefunden. Klar ist aber auch: Auf den SK Kornspitz Asten kommen unruhige Wochen zu. Der drohende Abstieg ist das eine, mindestens genauso fordernd wird aber die Aufgabe, nach den jüngsten Rücktritten und Spielerabgängen wieder Stabilität in den Verein zu bringen.