In der Bezirksliga Ost musste sich die ASKÖ Blaue Elf Linz am Samstagnachmittag gegen den SK Amateure Steyr mit 0:2 geschlagen geben. Trainer Gheorge Cibu sah dabei keine Partie, in der seine Mannschaft komplett unterlegen war, sondern vor allem eine Niederlage wegen fehlender Effizienz. Der Aufsteiger kam ordentlich hinein, hielt das Spiel zunächst offen und arbeitete sich Möglichkeiten heraus, ließ sie aber ungenutzt.
Für Cibu begann die Partie durchaus so, wie er sie sich vorgestellt hatte. "Wir haben gewusst, dass der Gegner gewisse Stärken hat, haben versucht, dagegenzuhalten und sind ganz gut ins Spiel reingekommen", sagte der Trainer nach der Begegnung. Genau daraus leitete er auch seine erste Bewertung ab, denn aus seiner Sicht gelang es der Blauen Elf zunächst, das Spiel offener zu halten als in den vergangenen Wochen. Ganz offen blieb die erste Halbzeit für ihn dennoch nicht. Zwar erarbeiteten sich die Gastgeber eigene Chancen, doch im letzten Drittel fehlte die nötige Durchschlagskraft. "Wir waren vor dem Tor einfach nicht gut genug, um die Tore zu machen", brachte es Cibu klar auf den Punkt. Mit Fortlauf der ersten Hälfte übernahmen die Gäste dann mehr die Kontrolle und kamen selbst zu Möglichkeiten. Das 0:1 in der 40. Minute durch Daniel Bilic passte deshalb aus Linzer Sicht ins Bild: Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schaltete Steyr schnell um, die Blaue Elf verlor am eigenen Sechzehner den Zweikampf und Bilic nutzte die Szene zur Pausenführung.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die Linzer, wieder mehr Zugriff auf das Spiel zu bekommen und Druck aufzubauen. Cibu schilderte diese Phase so: "Wir haben versucht, wieder rein ins Spiel zu kommen und Druck zu machen." Dann schien die Partie noch einmal offen zu werden, weil aus einer Aktion der Gastgeber über die linke Seite eine Notbremse entstand und Paul Petermair in der 50. Minute die Rote Karte sah. Die Blaue Elf war damit in Überzahl und warf, wie es der Trainer formulierte, "alles noch einmal nach vorne rein". Genau in dieser Phase blieb aber das Problem des Tages bestehen. Es gelang nicht so, wie erhofft, klare Abschlüsse und echte Torgefahr zu erzeugen. Statt des möglichen Anschlusstreffers fiel auf der anderen Seite die Entscheidung. Wieder war ein Fehler im Linzer Spielaufbau der Ausgangspunkt, wieder war Daniel Bilic der Vollstrecker. In der 60. Minute traf er zum 0:2, für Cibu war es "ein wunderschönes Tor von der Mittellinie über den Tormann". Damit war der Rückstand trotz Überzahl noch größer, und die Aufholjagd blieb aus.
Deutlich war nach dem Spiel, dass der Coach die sechste Saisonniederlage nicht an Einsatz oder grundsätzlicher Spielanlage festmachen wollte. "Das Einzige, was nicht funktioniert hat, war das Toreschießen. Alles andere: kämpferisch waren wir da. Wir haben versucht, auch eine spielerische Linie reinzubringen", sagte Cibu. Auch deshalb sprach er trotz des 0:2 von einer Steigerung gegenüber den vergangenen Auftritten. "Wir haben es geschafft, die Partie offener zu gestalten als zuletzt. Wir haben auch in Ballbesitz schöne Spielzüge herausgespielt. Wir waren kompakter als zuletzt." Dass es trotzdem nicht reichte, erklärte er mit dem bekannten Manko: "Unser Manko ist im Moment einfach das Spiel im letzten Drittel, die Boxbesetzung und einfach das Tor erzielen." Den Gegner sah er vor allem vorne stark aufgestellt. "Ihre Offensivabteilung kommt mit Wucht, kommt mit Schnelligkeit und ist in den entscheidenden Phasen einfach da", sagte Cibu über den SK Amateure Steyr. Diskussionen über die Spielleitung wollte er gar nicht erst aufkommen lassen. "Die Leistung von Schiedsrichter Pühler war sehr gut. Strittige Situationen gab es meiner Meinung nach nicht." So blieb unter dem Strich eine Niederlage, die der Trainer nüchtern einordnete: "Letztendlich muss man sagen, am Samstag haben wir es nicht geschafft, unsere Chancen zu nutzen und somit leider zurecht verloren."