Spielberichte

„Das 1:0 war für die Moral sehr wichtig“ – SV St. Wolfgang legt gegen Hohenzell früh den Grundstein

SV St. Wolfgang
SV Hohenzell

In der Bezirksliga Süd hat der SV St. Wolfgang/Rußbach den SV Bögl Hohenzell mit 4:1 bezwungen und dabei laut Trainer Franz Scherpink früh den wichtigsten Hebel gefunden. „Das 1:0 war von der Moral her und für den Kopf meiner Spieler sehr wichtig“, sagte der Coach nach dem Heimsieg. Auf dieser Führung baute der Aufsteiger auf, verteidigte über weite Strecken konsequent und legte im richtigen Moment nach.

Rote Tribünensitze

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Frühe Führung bringt Ruhe ins Spiel

St. Wolfgang war von Beginn an gut im Spiel und setzte genau dort an, wo es der Trainer angekündigt hatte. „Wir waren relativ gut auf den Gegner eingestellt und haben versucht, seine Stärken nicht aufkommen zu lassen“, sagte Scherpink. Das zeigte sich früh auch im Ergebnis. Bereits in der 6. Minute traf Josip Curic zum 1:0. Für den Trainer war das weit mehr als nur eine frühe Führung, weil damit auch das Selbstvertrauen sichtbar zunahm. „Das hat einfach Vertrauen gegeben“, erklärte er. Die Gastgeber blieben im Offensivspiel gefährlich, ohne dabei die Arbeit gegen den Ball zu vernachlässigen. In der 35. Minute legte Florian Neff das 2:0 nach, ein Treffer, den Scherpink als „ganz wichtigen“ Moment kurz vor der Pause einordnete. Ganz ohne Wackler verlief die erste Hälfte aber nicht, denn der Trainer räumte ein, dass für Hohenzell schon vor der Pause ein Gegentor für seine Mannschaft möglich gewesen wäre.

Drangphase überstanden, Curic legt nach

Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann jenen Verlauf, den Scherpink im Rückblick sehr offen beschrieb. Hohenzell kam stärker auf, St. Wolfgang konnte die Bälle vorne in dieser Phase zu selten festmachen und brachte sich damit selbst unter Druck. „Wir haben im Offensivspiel die Bälle ein bisschen zu wenig gut festmachen können. Wir haben zu schnell immer wieder den Ball verloren“, sagte der Coach. Dadurch baute der Gegner mehr Druck auf und kam zu etlichen Strafraumsituationen. St. Wolfgang überstand diese Phase aber, auch weil der Defensivverbund insgesamt stabil blieb und nicht die Nerven verlor. In der 68. Minute fiel dann das 3:0, als Curic seinen zweiten Treffer des Abends erzielte. Damit war viel Last aus dem Spiel, auch wenn Hohenzell in der 82. Minute durch Stefan Glechner noch auf 3:1 verkürzte. Eine echte Wende ließ St. Wolfgang aber nicht mehr zu. Den letzten Treffer setzte Stefan Gassenbauer in der 90. Minute zum 4:1 und machte damit den Heimsieg endgültig zu.

Viel Lob, aber auch klare Hinweise für die nächste Woche

Gerade weil der SV Hohenzell nach der Pause noch einmal Druck machte, ordnete Scherpink das klare Ergebnis sehr nüchtern ein. „Das 4:1 ist ein verdienter Sieg, aber möglicherweise ein bisschen zu hoch“, meinte der Trainer. Er hob die Einstellung seiner Mannschaft besonders hervor und fand deutliche Worte für die Basis des Erfolgs: „Die Moral, Mentalität, der Kampfgeist und der Wille waren sehr positiv.“ Gleichzeitig sprach er aber auch an, wo sein Team noch Luft nach oben hat. Das größte Potenzial sieht er in der Spielfortsetzung und im Passspiel unter Druck, weil der SV St. Wolfgang aus guten Ausgangssituationen noch zu oft durch ungenaue oder schlecht getimte Pässe Ballverluste produziert. Auch im Defensivverhalten wünscht er sich noch mehr Konsequenz, damit gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen. Lob gab es von Scherpink zudem für den Gegner, den er als gutes und eingespieltes Team mit Spielkultur, Qualität und gefährlichen Abschlussspielern beschrieb. Für St. Wolfgang geht es nun mit sieben Punkten aus drei Runden in die nächste Aufgabe in Schlierbach. „Wir werden Spiel für Spiel betrachten“, sagte Scherpink, „wenn wir von unserem Leistungsvermögen her im oberen Bereich spielen, ist wieder alles möglich.“

Bezirksliga Süd: St. Wolfgang : Hohenzell - 4:1 (2:0)

  • 90
    Stefan Gassenbauer 4:1
  • 82
    Stefan Glechner 3:1
  • 68
    Josip Curic 3:0
  • 35
    Florian Neff 2:0
  • 6
    Josip Curic 1:0