In der Bezirksliga Süd hat die ASKÖ Vorchdorf am Samstagnachmittag gegen den SV Bögl Hohenzell eine wilde Partie mit 3:4 verloren. Der Aufsteiger kam nach einem Rückstand zurück, drehte das Spiel zwischenzeitlich auf 3:2 und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Für Co-Trainer Wolfgang Wagner lag der Grund dafür klar auf der Hand: „Wir haben den Gegner eigentlich zum Toreschießen eingeladen“ – und genau das zog sich aus seiner Sicht durch den ganzen Nachmittag.
Der Spielverlauf hatte aus Vorchdorfer Sicht alles drin, was eine Niederlage besonders schmerzhaft macht. Moritz Leithinger brachte die Gastgeber in der 23. Minute mit 1:0 in Führung, und Wagner sah seine Mannschaft bis dahin und auch darüber hinaus keineswegs unterlegen. „Wir haben trotzdem in der ersten Halbzeit gute Spielanteile gehabt“, sagte der Co-Trainer, der gerade deshalb mit dem Ausgang haderte. Noch vor der Pause stellte Hannes Pramendorfer auf 1:1, unmittelbar nach dem Seitenwechsel legte Elias Riegler das 1:2 für Hohenzell nach. Vorchdorf antwortete aber wieder. Stefan Filzmoser traf in der 53. Minute zum 2:2 und in der 64. Minute zum 3:2, mit denen seine Mannschaft das Spiel drehte. Lange hielt die Führung jedoch nicht, weil Stefan Glechner in der 70. Minute das 3:3 erzielte. Als dann in der 88. Minute Simon Ness zum 3:4 traf, war das Spiel entschieden. Wagner brachte diese Schlussphase mit einem einfachen Satz auf den Punkt: „Da war das Spiel so: Wer das Tor macht, der gewinnt.“
So offen der Spielverlauf war, so klar fiel Wagners Analyse danach aus. Für ihn lag der Unterschied nicht darin, dass Hohenzell fußballerisch deutlich besser gewesen wäre, sondern darin, dass Vorchdorf in den entscheidenden Momenten zu fehleranfällig blieb. „Alle vier Tore sind aus Eigenfehlern entstanden, die wir produziert haben“, sagte er deutlich. Als erste Wendepunkte nannte er das 1:1 kurz vor der Pause und das 1:2 direkt nach Wiederbeginn. Genau diese Phase ärgerte ihn besonders, weil seine Mannschaft das 1:0 aus seiner Sicht hätte in die Kabine bringen müssen. Dazu kam, dass auch die 3:2-Führung nicht über die Zeit gebracht werden konnte. „Vielleicht die Cleverness und das Durchhaltevermögen“, nannte Wagner als Punkte, die diesmal gefehlt hätten. Und er blieb bei seiner Linie: Nicht Einsatz oder Wille seien das Problem gewesen, sondern die falschen Entscheidungen in den entscheidenden Situationen. „Wir sind ja spielerisch nicht schlecht. Für mich wäre es fatal, wenn man sehen könnte, dass wir schlechter sind als der Gegner, aber das ist nicht der Fall“, sagte er. Gerade deshalb wirkt dieses 3:4 für Vorchdorf umso bitterer.
Auch den Gegner ordnete Wagner sehr nüchtern ein. Der SV Hohenzell sei genau so aufgetreten, wie man es erwartet habe: kampfbetont, unangenehm und mit einem klaren Plan nach Ballgewinnen. „Sie haben halt versucht, wenn sie den Ball oder den zweiten Ball erobert haben, sofort nach vorne zu spielen. Sie haben gute Stürmer vorne und das haben wir auch gewusst“, sagte der Co-Trainer. Dazu passte für ihn auch, dass Hohenzell in der zweiten Halbzeit noch stärker geworden sei und die offenen Räume zu nutzen wusste. An Schiedsrichter Shushura wollte Wagner nichts festmachen. „Der Referee war okay“, sagte er, obwohl es in einem emotionalen Spiel natürlich intensive Zweikämpfe gegeben habe. Viel wichtiger war ihm der Blick auf die eigene Lage. Die ASKÖ Vorchdorf bleibt nach zwölf Runden bei 14 Punkten, während Hohenzell mit 21 Zählern vorne dranbleibt. Wagner richtete den Fokus deshalb sofort auf das letzte Spiel vor der Pause: „Jetzt müssen wir schauen, dass wir noch punkten und dann in der kurzen Pause den Kopf frei bekommen und uns auf das Frühjahr konzentrieren.“ Dass der Druck für Vorchdorf größer wird, daraus machte er keinen Hehl.