In der Bezirksliga Süd hat der Vöcklabrucker Sportclub bei der SPG Windischgarsten/Spital einen knappen 1:0-Auswärtssieg eingefahren. Co-Trainer Edis Kenjar sprach danach aber keineswegs von einem runden Auftritt. Früh ließ seine Mannschaft beste Möglichkeiten liegen, kurz vor der Pause traf Dragan Marojevic zur Führung, danach musste Vöcklabruck laut Kenjar aber ordentlich arbeiten. „Wir haben den Tabellenletzten unterschätzt“, sagte er nach einem Spiel, in dem am Ende auch Torhüter Dino Foric entscheidend war.

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Der VSC war sofort in der Partie, und genau das hob Kenjar nach dem Schlusspfiff auch als ersten wichtigen Punkt hervor. Schon nach wenigen Sekunden eroberte seine Mannschaft den Ball, kam direkt vor das Tor und hatte die große Möglichkeit auf das 1:0. Kristijan Augustinovic spielte den Tormann aus, traf danach aber nur die Stange, und auch der Nachschuss aus kurzer Distanz brachte nichts ein. „Nach zehn Sekunden haben wir einen klaren Matchplan gehabt und ihn in den ersten zehn, fünfzehn Minuten auch umgesetzt“, sagte Kenjar. Genau deshalb ärgerte ihn die Phase danach umso mehr. Vöcklabruck hatte zunächst noch weitere Möglichkeiten, ließ den Gegner dann aber in die Partie kommen, weil im Aufbau zu viele Fehler passierten und die Ballverluste zu leicht hergegeben wurden.
Je länger die erste Hälfte dauerte, desto weniger sauber wurde das Spiel der Gäste. Kenjar sprach davon, dass seine Mannschaft nicht konsequent genug bei den Gegenspielern war und Windischgarsten/Spital dadurch zunehmend Zutrauen bekam. Umso wichtiger war aus seiner Sicht die Führung unmittelbar vor der Pause. In der 41. Minute nutzte Vöcklabruck eine kurz abgespielte Ecke, brachte den Ball auf die zweite Stange und Dragan Marojevic traf zum 1:0. Kenjar nannte diese Aktion „ein wunderschönes Tor“ und machte auch klar, wie wichtig dieser Treffer für den weiteren Verlauf war. „Ausschlaggebend war sicher das 1:0“, sagte der Co-Trainer. Nach einer ersten Halbzeit mit guten Ansätzen, aber auch viel Leichtsinn, nahm Vöcklabruck diesen Vorsprung mit in die Kabine und hatte damit zumindest das Ergebnis auf seiner Seite.
Nach dem Seitenwechsel hatte Vöcklabruck zwar laut Kenjar spielerisch mehr Anteile, vor allem im Zentrum gelangen immer wieder Kombinationen, doch daraus entstand zu wenig. „Wir haben gut kombiniert, aber leider auch zu viel kombiniert, wo dann nicht viel herausgesprungen ist“, sagte er. Dazu kamen weiter Fehler im Aufbau, die den Gästen nie die Sicherheit gaben, die Partie wirklich zu kontrollieren. Ab etwa der 60. bis 65. Minute wurde Windischgarsten/Spital immer gefährlicher, stellte auf viele lange Bälle um und setzte laut Kenjar alles auf eine Karte. Genau damit hatte Vöcklabruck große Probleme. Die Gastgeber kamen mehrfach gefährlich vor das Tor, trafen laut Kenjar auch zwei- bis dreimal die Stange und blieben nach Standards brenzlig. „Wir waren da einfach zu locker und haben den Gegner zu locker genommen“, sagte Kenjar offen. Dass die drei Punkte trotzdem mitgingen, lag für ihn vor allem an Dino Foric, der in der Schlussphase mit einer starken Leistung den Auswärtssieg festhielt.
So wertvoll das 1:0 für die Tabelle auch ist, Kenjar wollte den Samstagnachmittag nicht schönreden. Schon in der ersten Hälfte musste der Vöcklabruck SC früh reagieren, dazu war die Personalsituation auf der Bank angespannt. Umso deutlicher fiel seine Einordnung aus: „Im Endeffekt sagt keiner, wie, sondern die drei Punkte waren wichtig.“ Gleichzeitig schob er eine klare Warnung nach. Der Tabellenvierte habe sich in den vergangenen Wochen zu oft darauf verlassen, dass die Qualität schon reichen werde, gerade, wenn es gegen Teams aus dem unteren Bereich gehe. „Wir müssen die Chancen besser nützen und den Gegner nicht unterschätzen“, sagte Kenjar. Sein Urteil über die SPG Windischgarsten/Spital fiel dabei respektvoll aus: Die Gastgeber hätten vielleicht nicht mehr dieselbe Qualität wie früher, „aber sie hauen sich rein, sie kämpfen, sie rackern“. Für Vöcklabruck ist das 1:0 damit ein Sieg, der zählt, aber auch einer, der als Erinnerung hängenbleiben dürfte.