Der Bezirksliga West-Siebente SV Hargassner Weng zieht nach einer wechselhaften Saison ein ehrliches Fazit. Trainer Richard Tusori spricht von einem guten Beginn, dann aber auch von Verletzungen, liegen gelassenen Punkten und klaren Baustellen im Abschluss. Dass am Ende Rang sieben mit 35 Punkten steht, passt für ihn insgesamt ins Bild, auch wenn er in mehreren Partien mehr drin gesehen hat.

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Richard Tusori blickt auf eine Saison zurück, in der aus seiner Sicht deutlich mehr möglich gewesen wäre. Der Trainer sagt: „Bis zu den Verletzungen haben wir einen sehr guten Saisonstart gehabt. Dann hatten wir ein, zwei Verletzungen von Führungsspielern, die wir schwer kompensieren konnten.“ Genau dort setzt auch seine Einordnung an. Für ihn war nicht ein grundsätzlicher Bruch in der Mannschaft das Problem, sondern vielmehr der Ausfall wichtiger Spieler in entscheidenden Phasen. „Darum haben wir drei, vier Spiele verspielt, in denen wir mehr Punkte hätten holen müssen“, sagt Tusori. Dass der SV Weng die Saison am Ende auf Rang sieben abgeschlossen hat, nennt er deshalb „gesamtmäßig realistisch“. Ganz zufrieden klingt das trotzdem nicht, weil in seiner Rückschau immer wieder die verpassten Möglichkeiten mitschwingen. Auch die letzten Wochen der Saison passten zu diesem Bild: Auf Siege gegen Union Diersbach, Utzenaich/Antiesenhofen und zum Abschluss gegen Union Senftenbach folgten Niederlagen gegen Union Gilgenberg und USV Eggelsberg/M. Gerade diese Wechselhaftigkeit erklärt, warum der SV Weng zwar immer wieder zeigen konnte, was in ihm steckt, sich aber nicht weiter nach vorne schieben konnte.
Am klarsten wird Tusori bei den Themen, die aus seiner Sicht ganz oben auf die To-do-Liste gehören. „Wir müssen unser Torverhältnis ins Positive bringen“, sagt er ohne Umschweife. Dahinter steckt für ihn kein komplizierter Befund, sondern ein sehr einfacher: „Wir haben sehr wenige Tore erzielt. Trotzdem haben wir in jedem Spiel viele Chancen gehabt.“ Der Trainer sieht also nicht das große Problem im Herausspielen von Möglichkeiten, sondern in der letzten Aktion. Oder, wie er es selbst formuliert: „Wir müssen eiskalt vor dem Tor sein.“ Genau dieser Satz bringt die Saison des SV Weng gut auf den Punkt. Tusori beschreibt eine Mannschaft, die sich ihre Möglichkeiten durchaus erarbeitet hat, sich dafür aber zu selten belohnt hat. Für eine Mannschaft im oberen Mittelfeld ist das ein entscheidender Unterschied. Wer seine Chancen nicht nutzt, hält Spiele offen, die früher entschieden sein könnten. Und wer dann später noch nachlässt, bringt sich doppelt in Schwierigkeiten. Deshalb verbindet Tusori das Thema Chancenverwertung auch direkt mit der Frage, warum einige Partien aus seiner Sicht unnötig aus der Hand gegeben wurden.
Neben dem Abschluss nennt Tusori noch einen zweiten Punkt, der ihn in der Rückschau besonders beschäftigt: die Schlussphase der Spiele. „Wir haben in den letzten 15 Minuten viele Tore bekommen. Das ist eine Konzentrationssache, daran müssen wir arbeiten“, sagt der Trainer. Auch das ist eine Analyse, die nicht nach Ausrede klingt, sondern nach einer sehr konkreten Baustelle. Der SV Weng hat sich laut Tusori also nicht nur vorne zu selten belohnt, sondern hinten in engen Phasen auch zu oft selbst unter Druck gebracht. Dazu kamen die Verletzungen in zentralen Mannschaftsteilen. Im Sommer habe den Verein laut Tusori „tatsächlich kein Spieler verlassen“, sportlich schmerzhaft seien aber die Ausfälle in der Innenverteidigung, im Angriff und im Zentrum gewesen. Besonders deutlich wurde der Trainer auch beim Blick nach vorne. Ein Angreifer soll zum Start der Vorbereitung wieder fit sein, bei einem weiteren verletzten Spieler soll ein MRT Klarheit bringen, und ein zentraler Spieler wird nach einer Operation wohl erst Ende Februar oder Anfang März zurückerwartet. Tusori macht damit klar, dass die Kaderfrage beim SV Weng zuletzt weniger mit Abgängen als mit Verfügbarkeit zu tun hatte.
Für die kommende Zeit kündigt Richard Tusori deshalb Veränderungen an, ohne schon alle Karten auf den Tisch zu legen. „Wir holen vier, fünf junge Spieler und drei etwas erfahrene Spieler“, sagt er. Verstärkung soll es über mehrere Positionen hinweg geben, unter anderem im Sturm, im zentralen Mittelfeld und in der Innenverteidigung. Namen will der Trainer noch nicht nennen, die Richtung ist aber klar: Der SV Weng will breiter, stabiler und in entscheidenden Zonen besser besetzt in die neue Saison gehen. Dazu kommt eine Änderung im Trainerstab. Tusori bleibt Spielertrainer, auf der Co-Trainer-Position wird es aber einen Wechsel geben. Auch hier blickt er nach vorne und sagt: „Ich hoffe, wir machen eine gute Zusammenarbeit und können beim SV Weng langfristig eine stabile Mannschaft aufbauen.“ Dass er in seinem Rückblick keinen einzelnen Spieler herausheben wollte, passt dazu. „Wir haben gemeinsam gearbeitet. Die Einstellung innerhalb der Mannschaft war gut“, betont Tusori. Genau auf diesem Gemeinschaftsgedanken soll nun aufgebaut werden. Die Aufgaben sind benannt, die Probleme werden nicht schöngeredet, und beim SV Weng weiß man offenbar ziemlich genau, wo man ansetzen muss, damit aus einem realistischen siebenten Platz wieder ein Angriff nach oben werden kann.