Zum Saisonauftakt in der Bezirksliga West hat der USV Knoblinger Neuhofen/I. gegen die SPG Palting/Seeham eine 2:3-Heimniederlage hinnehmen müssen. Nach einem 1:3 zur Pause lief die Mannschaft von Neo-Trainer Mario Krämer lange einem Rückstand nach. Entscheidend war aus seiner Sicht vor allem der schwache Einstieg: Der USV machte dem Gegner das Toreschießen zu leicht und konnte den Fehlstart trotz einer engagierteren zweiten Halbzeit nicht reparieren.

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Die Partie war für USV Knoblinger Neuhofen i. I. praktisch von Beginn an unerquicklich. Schon in der 6. Minute brachte Amir Hadzic die SPG Palting/Seeham mit 1:0 in Führung, in der 19. Minute legte derselbe Spieler das 2:0 nach. Mario Krämer sprach danach von einem Verlauf, der seiner Mannschaft den ganzen Plan früh aus der Hand nahm. "Für uns war es der denkbar ungünstigste Start, den wir haben können", sagte der Trainer. "Wir haben uns viel vorgenommen und sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen." Zwar verkürzte Mirza Basic in der 29. Minute auf 1:2 und gab USV Knoblinger Neuhofen i. I. damit noch einmal ein Stück Hoffnung zurück, doch nur zwei Minuten später stellte Amir Hadzic mit seinem dritten Treffer des Abends auf 3:1. Krämer erinnerte außerdem daran, dass sich kurz vor der Pause mit einem Elfmeter noch die Möglichkeit auf das 2:3 bot. Genutzt wurde sie nicht, also blieb es beim 1:3-Halbzeitstand.
In seiner Analyse wurde Mario Krämer nach dem Schlusspfiff sehr deutlich. "Wir sind in der ersten Halbzeit im Prinzip nicht auf dem Spielfeld gewesen", sagte der Trainer, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft klar haderte. Vor allem das Defensivverhalten des gesamten Teams gefiel ihm überhaupt nicht. "Wir hatten die ganze erste Halbzeit extreme Zuordnungsprobleme und haben uns extrem schwergetan, auch einmal den Meter mehr zu machen." Das erste Gegentor beschrieb er als Folge eines zu leicht verlorenen Zweikampfs auf der Seite und mangelnder Ordnung im Zentrum. Das 0:2 sei "im Prinzip die gleiche Geschichte wieder" gewesen. Dazu kam, dass USV Knoblinger Neuhofen i. I. laut Krämer im Umschalten viel zu langsam war. "Wir haben speziell in der ersten Halbzeit irrsinnig lang gebraucht, von Offensive auf Defensive und umgekehrt umzuschalten, und das wird dann bestraft." Ebenso kritisch sah er das gesamte Auftreten gegen den Ball: "Wir haben nur im Raum verteidigt, keinen Gegendruck gemacht, praktisch kein Zweikampfverhalten an den Tag gelegt und waren extrem ungenau im Passspiel."
Ganz ohne Reaktion blieb USV Knoblinger Neuhofen i. I. nach dem Seitenwechsel aber nicht. Krämer sah in der zweiten Hälfte zumindest den Versuch, das Spiel noch einmal zu drehen. "Wir haben dann schon versucht, das Spiel noch zu drehen", sagte er. In der 70. Minute kam die Mannschaft auch noch einmal heran, als Michael Reifeltshammer auf 2:3 verkürzte. Für Krämer war diese Aktion bemerkenswert, weil sie genau dem entsprach, was seine Mannschaft eigentlich zeigen wollte. Er sprach von einem schönen Angriff über die linke Seite, an dem Mirza Basic entscheidend beteiligt war, ehe Michael Reifeltshammer dort auftauchte, "wo er hin muss". Gerade diese Szene passte aus seiner Sicht zum Plan: "So nehmen wir uns das vor, dass wir über die Seiten kommen, eine gute Boxbesetzung haben und dann zum Abschluss kommen." Mehr sprang daraus allerdings nicht mehr heraus. "Wir hatten in der zweiten Halbzeit schon die eine oder andere gute Aktion, mit der wir vielleicht noch das 3:3 machen können", meinte Krämer, schob aber sofort nach, dass man "unterm Strich absolut unzufrieden" sei.
Bemerkenswert war nach der Auftaktniederlage vor allem, wie offen Mario Krämer seine eigene Verantwortung ansprach. Er beließ es nicht bei der Kritik an seiner Mannschaft, sondern stellte klar: "Da nehme ich mich als Trainer nicht aus." Auch mit den Veränderungen im Spiel war er nicht zufrieden. "Die Wechsel haben nicht das gebracht, was ich mir vorgestellt habe", sagte er und räumte ein, dass man "vielleicht auch den einen oder anderen Wechsel anders machen hätte können". Über den Unparteiischen wollte er dagegen gar nicht groß reden. "Da war nichts dabei, was spielentscheidend war. Das Schiedsrichterteam hat eine richtig solide, gute Leistung gebracht", hielt Krämer fest. So blieb als Fazit vor allem ein Freitagabend, an dem der Landesliga-Absteiger den Gegner nach Meinung des eigenen Trainers selbst stark machte. "Wenn du drei Tore daheim kriegst, ist das definitiv nicht gut", sagte Krämer. Die bessere zweite Halbzeit war da nur noch ein kleiner Hoffnungsschimmer, weil der Fehlstart bereits zu schwer wog. Trotzdem geht der Blick nach vorne und man wird alles daran setzen, sich als Team in vielen Bereichen zu verbessern.