Im Spitzenspiel der Bezirksliga West hat SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting gegen Union Ziegelwerk Senftenbach mit 2:0 gewonnen. Neumarkt hielt in einer intensiven und kampfbetonten Partie stark dagegen, ging kurz vor der Pause durch Petr Pasecky in Führung und legte nach dem Seitenwechsel durch Benjamin Hasanovic nach. Trainer Andreas Michl brachte den entscheidenden Moment danach klar auf den Punkt: „Das 2:0 war für mich der Knackpunkt.“

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Was Andreas Michl nach dem Schlusspfiff schilderte, passte zu einem echten Topspiel. „Von der Intensität her war es bei beiden Mannschaften extrem hoch“, sagte der Neumarkt-Coach, der von Beginn an eine Begegnung mit viel Einsatz und wenig Luft für Pausen gesehen hatte. Nach seiner Einschätzung kam Senftenbach etwas besser in die Partie und hatte auch die große Chance auf die Führung, doch Torhüter Michl hielt seine Mannschaft im Spiel. Auf der anderen Seite fühlten sich die Gastgeber beim Stand von 0:0 zunächst um ein Tor gebracht. Ein Treffer von Petr Pasecky wurde nicht anerkannt, obwohl der Trainer die Szene klar anders bewertete. „Das hätte die Führung für uns sein müssen“, meinte Michl später, ohne daraus aber ein großes Nachspiel zu machen.
Neumarkt brauchte nach dieser Szene nicht lange, um sich doch noch zu belohnen. David Keplinger startete nach den Worten seines Trainers ein starkes Solo, nahm den Ball rund 25 Meter vor dem Tor gut mit, zog in den Strafraum und wurde dort regelwidrig gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Petr Pasecky in der 42. Minute sicher zum 1:0, mit diesem Vorsprung ging es dann auch in die Pause. Nach dem Seitenwechsel blieb das Spielbild laut Michl ähnlich. Senftenbach hatte mehr Ballbesitz, Neumarkt blieb im Konter gefährlich und brauchte in dieser Phase einen starken Rückhalt. Einen Freistoß von Tobias Köck aus etwa 25 Metern parierte Andreas Michl ebenso stark wie wenig später einen Abschluss von Jonas Leherbauer aus kurzer Distanz. Gerade in dieser Phase hielt Neumarkt die knappe Führung fest.
Der Moment, den Andreas Michl später als spielentscheidend bezeichnete, kam in der 76. Minute. Neumarkt fuhr den Konter, Petr Pasecky leitete den Ball nach Aussage seines Trainers „überragend“ auf Benjamin Hasanovic weiter, und der vollendete zum 2:0. „Das 2:0 war für mich der Knackpunkt, weil Senftenbach immens viel Druck ausgeübt hat“, sagte Michl. Genau deshalb hatte dieser Treffer so viel Gewicht. Die Gäste versuchten danach noch einmal alles, um in dieses Spitzenspiel zurückzukommen, doch die Gastgeber ließen in der Schlussphase nichts mehr zu. „Wir haben dann nichts mehr zugelassen“, fasste Michl diese letzte Phase zusammen. So blieb es beim 2:0, das der Trainer am Ende trotz der engen Partie als verdient einordnete, auch wenn er offen sagte, dass das Spiel bei einer frühen Führung der Gäste ebenso in die andere Richtung hätte kippen können.
Besonders hoch stufte der Neumarkt-Coach den Erfolg auch wegen der personellen Lage ein. „Ich hatte nur zehn fitte Spieler, ich konnte nicht einmal wechseln“, sagte Michl und richtete sein Lob deshalb ganz bewusst an die Mannschaft, die von Beginn an auf dem Platz stand. „Diesen elf Spielern muss ich ein Riesenkompliment aussprechen.“ Für ihn war die kämpferische Leistung der Schlüssel, gerade gegen einen Gegner, den er sichtbar schätzt. Senftenbach stehe „nicht umsonst da vorne“, sagte er und hob Spieler wie Jonas Reisegger und Jonas Leherbauer ebenso hervor wie Martin Feichtinger, der viel lenke und das Spiel ordne. Auch die umstrittene Szene beim aberkannten Treffer wollte Michl am Ende nicht in den Mittelpunkt rücken. Er sah das Tor zwar als regulär an, stellte dem Unparteiischen insgesamt aber ein gutes Zeugnis aus: „Sonst gibt es keine Kritik.“ Für Neumarkt ist dieser Sieg damit in mehrfacher Hinsicht wichtig. Nach zwölf Runden steht die Mannschaft mit 28 Punkten an der Tabellenspitze, und gerade weil der Unterschied zwischen den beiden Teams nach Ansicht des Trainers „nicht groß“ war, bekommt dieses 2:0 im engen Rennen der Bezirksliga West besonderes Gewicht.