gelang der langjährigen Bundesliga-Akteurin der „große Wurf“; das Ligaportal sprach mit ihr nach dem gelungenen Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga:
Ligaportal: Aurelia, herzlichen Glückwunsch zum 4:0 -Erfolg gegen Sachsenburg, warst Du Dir immer sicher, dass ihr den ausreichend hohen Sieg landen könnt?
Aurelia Zeilinger; „Ich weiß, was in der Mannschaft steckt und dass wir in der Lage sind, uns zahlreiche Chancen zu erarbeiten. Zu wissen, dass es mindestens 4 Tore werden müssen, war schon eine mentale Herausforderung, andererseits wussten wir dadurch auch, dass es für uns nur eine Richtung geben kann – volle Offensivpower mit cleverer Restverteidigung!“
Euer 2. Treffer fiel knapp vor der Pause, 1 Gegentor hätte Euch zu 5 Toren „gezwungen“, waren das 90 Minuten Hochspannung?
„Wir sind sehr gut in das Spiel gestartet und haben auch früh ein Tor erzielt. Danach wurden wir etwas ungeduldig und haben oft versucht, den finalen Pass zu erzwingen, dadurch taten wir uns sehr schwer. Der zweite Treffer vor der Halbzeit war extrem wichtig für uns. Nach der Pause waren wir wieder extrem dominant, das Auslassen einiger Topchancen hat allerdings schon für Anspannung auf der Trainerbank gesorgt (schmunzelt)“.
Beim 1:1 in Feistritz hast Du Dich am Schluss noch selbst eingewechselt, gestern musstest Du aber nicht „aushelfen“?
„Der Wechsel im Spiel gegen Feistritztal war nicht geplant, auf Grund der Verletzung einer Spielerin war allerdings ein schnelles Handeln erforderlich, woraufhin es zum Wechsel kam. Grundsätzlich habe ich meine aktive Karriere beendet und bin nur manchmal für Notfälle auf der Ersatzbank“.
Wenn ich nicht irre, triumphierten am Samstag 9 Spielerinnen, (einschließlich der abwesenden Nadine Drescher), die im Vorjahr total unglücklich bei Kraig (0:2) verloren, heuer stiegt Ihr auf, Kraig geht wieder runter, ausgleichende Gerechtigkeit?
„Der Wille der Mannschaft, aufzusteigen, war auf Grund vergangener Jahre extrem groß und aus meiner Sicht hat sich das gesamte Team den Aufstieg redlich verdient. Zu den Vorgängen bei Kraig kann ich mich auf Grund fehlender Einblicke nicht äußern“.
2010 bist Du als ganz junge Spielerin mit Union Kleinmünchen aus der 2. Liga in die Bundesliga aufgestiegen, (2:0 in Spratzern), 2022 gelang es Dir wieder mit den Linzerinnen (1:0 beim Wiener Sportclub, Tor: Emilia Holzinger), gestern klappe es erstmals mit der SPG Krenglbach, lassen sich diese 3 sportlichen „Highlights“ vergleichen?
„Alle drei Aufstiege waren für sich etwas Besonderes, vergleichbar sind sie auf Grund der unterschiedlichen Ausgangslagen aber nicht: beim ersten Aufstieg war es als „Underdog“, beim zweiten als „normaler“ Meister und jetzt zum ersten Mal als Trainerin über die Relegation“.
Eine zugegeben „dumme“, aber wichtige Frage: Dein Vertrag läuft in wenigen Tagen aus, hast Du schon verlängert?
„Mit dem Team und dem Umfeld in Wallern/Krenglbach fühle ich mich sehr wohl, daher haben wir bereits vor einigen Wochen die weitere Zusammenarbeit fixiert“.
Findet Ihr jetzt Zeit für ausgiebige Feiern oder geht’s sofort ab in den wohlverdienten Urlaub?
„Nachdem sich durch die Relegation und die spielfreien Wochenenden die Saison außerordentlich in die Länge gezogen hat, war dem gesamten Team die Erschöpfung extrem anzumerken. Dennoch gab es natürlich eine anständige Feier nach dem Spiel und eine Team-Grillerei am Sonntag- Mittag. Da die Sommerpause für uns notgedrungen sehr kurz ausfallen wird, ist es umso wichtiger, die kurze fußballfreie Zeit gut zu nützen, zu regenerieren und neue Kraft für die nächste Saison zu sammeln“.
Wie lange ist eine Pause geplant, wenn in ca. 7 Wochen die neue Liga beginnt, reicht die Zeit zur Vorbereitung?
„Im Zuge der Kooperation mit Hertha Wels haben wir Mitte Juli bereits ein Match in Wels, wir werden danach zwar noch die einen oder anderen freien Tage einlegen, dennoch fällt die Pause sehr kurz aus“.
2021gelang Krenglbach erstmals der Aufstieg in die 2. Liga, das „Abenteuer“ endete 2021 ziemlich unglücklich mit 1 Punkt zu wenig gegenüber dem USC Landhaus, was soll diesmal von Anfang an besser laufen?
„Über die Umstände des damaligen Abstiegs weiß ich zu wenig Bescheid. Grundsätzlich gilt es, von Anfang an Punkte zu sammeln, insbesondere gegen die direkten Konkurrenten, aber wir wollen auch „Favoriten“ ärgern und vielleicht da und dort „Zusatzpunkte“ erobern“.
Rechnet Ihr mit treuen Fans, die Euch auch zu den Auswärtsspielen in Rankweil, Klagenfurt, Innsbruck oder Graz begleiten?
„Wir haben sehr treue Fans, von denen uns sicher einige auch bei Auswärtsfahrten begleiten werden“.
Ihr seid sehr lange in der LT1- O.Ö. Liga ungeschlagen, wird`s wieder eine Umstellung für die Meisterfußballerinnen bei den stärkeren Gegnerinnen?
„Wir sind es gewohnt, sehr viel Ballbesitz zu haben und hauptsächlich offensiv zu agieren. Das wird sich in der zweiten Liga sicher ändern, wir werden defensiv mehr gefordert werden, werden dafür aber auch mehr offensive Umschaltmomente kreieren können“.
In der höchsten Spielklasse Oberösterreichs sind für eine Zehnerliga 3 Teams erforderlich, Antiesenhofen ist „unwillig“, wäre denkbar, dass Eure 1 b nachrückt?
„Die LT1- OÖ Liga ist eine attraktive Liga und es ist für mich schon etwas unverständlich, nicht aufsteigen zu wollen, weil für mich sportliche Herausforderungen schon eine reizvolle Aufgabe darstellen“.
Peilt Ihr Verstärkungen an oder willst Du in erster Linie mit den erfolgreichen Aufsteigerinnen in der 2.Liga weitermachen, auch als Belohnung für ihre enormen Anstrengungen?
„Der Kern der Mannschaft wird zusammenbleiben und verdient es, den Schritt in die höhere Liga machen. Allerdings sind schon punktuell Verstärkungen geplant, da für die 2. Bundesliga auch ein größerer Kader notwendig ist“.
Dein und Euer Ziel: Klassenerhalt oder mehr?
„Grundsätzlich kann nächste Saison nur der Klassenerhalt das übergeordnete Ziel sein“.
Vielen herzlichen Dank für Deine Bereitschaft zum Interview, ich wünsche Dir und dem gesamten Team, dass Euer „Höhenflug“ anhält!
Helmut Pichler