In der Landesliga Ost hat die ASKÖ Donau Linz gegen den USV St. Ulrich einen wilden 4:3-Heimsieg gefeiert. Nach einem 0:1 zur Pause lag die Mannschaft von Trainer Alexander Steinkellner insgesamt dreimal zurück und drehte die Partie erst in der Nachspielzeit. „Der entscheidende Punkt war einfach die Mentalität der Mannschaft“, sagte der Donau-Coach nach einem Abend, an dem vor allem die Joker den Unterschied machten.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Beginn der Partie lief aus Sicht der Linzer zunächst so, wie es sich Alexander Steinkellner vorgestellt hatte – zumindest was die Spielanteile betraf. „In der ersten Halbzeit finde ich, dass wir vom Ballbesitz her schon überlegen waren, viel Ballbesitz gehabt haben“, sagte der Trainer. Gleichzeitig schob er aber gleich nach, woran es in dieser Phase hakte: „Wir haben viele Situationen nicht so gut ausgespielt.“ Genau das nutzte der USV St. Ulrich. Die Gäste blieben laut Steinkellner „im Umschalten immer gefährlich“ und gingen in der 35. Minute durch Bence Zsigmond in Führung. Für den Donau-Coach war das nicht einmal unverdient, weil seine Mannschaft zwar mehr vom Spiel hatte, daraus vor der Pause aber zu wenig machte.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte die ASKÖ dann den Druck deutlich, schnürte den Gegner immer wieder hinten ein und kam in der 62. Minute durch Nenad Vidackovic zum verdienten 1:1. Lange halten sollte dieser Ausgleich allerdings nicht, denn nur zwei Minuten später stellte Zsigmond mit seinem zweiten Treffer auf 2:1 für St. Ulrich. Steinkellner sprach in dieser Szene von einem Stellungsfehler, den der Gegner „sehr schön fertig gespielt“ habe. Die Antwort seiner Mannschaft ließ aber erneut nicht lange auf sich warten: Veljko Rakic kam ins Spiel und traf in der 66. Minute zum 2:2. Für den Trainer war es „aus 25 Metern ein wunderschönes Weitschusstor“.
Damit war die Partie längst offen, und sie blieb es bis tief in die Nachspielzeit. Steinkellner schilderte, dass seine Mannschaft nach dem 2:2 weiter drückend überlegen gewesen sei, Chancen herausgespielt und den USV immer wieder an den eigenen Strafraum gedrängt habe. Trotzdem fiel in der 87. Minute wieder ein Treffer auf der anderen Seite: Felix Baumgartner brachte die Gäste mit 3:2 erneut in Führung. „Vom Gefühl her war die Partie dann durch“, sagte der Donau-Trainer offen. Gerade deshalb hob er danach die Reaktion seiner Mannschaft so deutlich hervor. „Wir waren dreimal in Rückstand, haben dreimal ausgeglichen und dann sogar noch die Partie auf unsere Seite gezogen“, so Steinkellner. In der 90. Minute gelang Kilian Wehrl das 3:3, nachdem Loic Tenlep laut Trainer mit starkem Antritt in die Tiefe gespielt hatte und der 17-Jährige „wunderschön ins Kreuzeck gechippt“ habe. Doch damit war es noch nicht vorbei. Mit dem Schlusspunkt der Partie setzte sich erneut Tenlep durch, und Philipp Stangl verwertete in der Nachspielzeit zum 4:3-Endstand. Aus Donau-Sicht war das die späte Belohnung für eine Mannschaft, die sich auch nach dem dritten Rückschlag nicht beirren ließ.
Steinkellner sprach nach dem Abpfiff nicht nur über die eigene Moral, sondern auch mit viel Respekt über den Gegner. Der USV St. Ulrich sei „sehr gut organisiert“, „ein eingeschworener Haufen“ und habe seiner Mannschaft „das Leben sehr, sehr schwer gemacht“. Vor allem im Umschalten sah der Donau-Coach die große Stärke der Gäste, und genau dort war St. Ulrich am Dienstagabend auch besonders effizient. „In der Effizienz waren sie uns sicher voraus“, meinte Steinkellner, obwohl seine Mannschaft mehr Spielanteile und viel Ballbesitz hatte. Deshalb ordnete er die Begegnung auch als Spiel zweier Mannschaften ein, die aus seiner Sicht im oberen Tabellendrittel mitmischen können. „Da entscheiden halt Nuancen und die sind glücklicherweise für uns ausgefallen“, sagte er. Passend zu diesem engen Verlauf lobte der Trainer auch den Unparteiischen. Es sei „eine rassige Partie mit vielen intensiven Zweikämpfen“ gewesen, aber „auf keinen Fall unfair“. Schiedsrichter Kreuzer habe das Spiel „großteils sehr gut laufen lassen“ und „eine sehr, sehr gute Leistung gebracht“.
So groß die Freude über diesen 4:3-Erfolg auch war, Steinkellner beließ es nicht beim bloßen Jubel über die Wende. Er verwies auch darauf, dass die Kleinmünchner im Sommer einen größeren Umbruch hatten und deshalb noch nicht in allen Bereichen am gewünschten Niveau angekommen sind. „Man merkt halt, dass sowohl in der Offensive als auch Defensive schon noch Luft nach oben ist“, sagte er. Gerade deshalb misst er dem Abend gegen den USV St. Ulrich aber zusätzliches Gewicht bei. Einerseits, weil drei Torschützen von der Bank kamen, andererseits, weil das laut Steinkellner „auch die Breite und die Qualität zeigt, die wir im Kader haben“. Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Runden ist der Saisonstart für die ASKÖ Donau Linz jedenfalls geglückt. Und wenn eine Mannschaft ein Spiel nach dreimaligem Rückstand noch dreht, dann passt auch die Einordnung des Trainers: Ausschlaggebend war diesmal nicht nur der Ballbesitz, sondern vor allem die Mentalität.