Im Herbst sammelte der ATSV Ammer Tank Sattledt 15 Punkte und war bis zum Jahreswechsel relativ solide unterwegs. Im Frühjahr kommt der Traditionsverein, der seit Jahrzehnten in der OÖ- bzw. Landesliga aktiv ist, aber einfach nicht in Fahrt. In den acht bisherigen Rückrundenspielen fuhren die Sattledter lediglich fünf Zähler ein und sind von der der Abstiegszone der Landesliga West nur durch zwei Punkte getrennt. Einen Tag nach der 0:2-Pleite in Eferding, der fünften Niederlage im Frühjahr, zogen die Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich von Trainer Andreas Pröller, der im Sommer 2024 die Verantwortung übernommen hatte.
"Wir spielen nicht schlecht, begegnen in den meisten Spielen den Gegnern auf Augenhöhe und kommen zu unseren Chancen. Aber wir schaffen es einfach nicht, die nötigen Siege bzw. Punkte einzufahren. Natürlich fehlt auch ab und an das nötige Quäntchen Glück, aber die Tabelle lügt nicht und sind uns bewusst, dass wir in akuter Abstiegsgefahr schweben", erklärt Sektionsleiter David Zehetner und weiß, dass der 3:1-Erfolg vor zwei Wochen im Sechs-Punkte-Spiel in Ohlsdorf, der bislang einzige Dreier in diesem Jahr, ungemein wichtig war. Der ATSV konnte in dieser Saison bisher nur vier Siege feiern, dafür führen die Sattledter die Unentschieden-Statistik an und avancierten mit nicht weniger als acht Punkteteilungen zum Remis-König der Liga. "Hätten wir nur zwei oder drei dieser acht Spiele gewonnen, was durchaus möglich gewesen wäre, könnten wir den letzten Teil der Meisterschaft etwas ruhiger angehen", so Zehetner.
Wenige Tage vor dem "Bonusspiel" gegen Tabellenführer und Fast-Meister Gmunden musste Andreas Pröller seinen Platz auf der Trainerbank räumen. "Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Coach ist ein sehr gutes. Aber in Sattledt laufen die Mechanismen nicht anders wie in der globalen Fußballwelt. Denn in schwierigen Situationen geht es darum, frischen Wind zu erzeugen, Feuer zu entfachen und neue Impulse zu setzen. Aus diesem Grund haben wir am Sonntag die Entscheidung getroffen, auch wenn sie uns ungemein schwer gefallen ist, die Zusammenarbeit mit Andreas Pröller mit sofortiger Wirkung zu beenden", begründet der Sektionsleiter das Ende der Amtszeit des 46-jährigen Übungsleiters.
Bis auf Weiteres übernimmt der bisherige Co-Trainer, Andreas Amer, interimistisch die Verantwortung. "Mit 28 Jahren ist Andreas noch jung und hat darum relativ wenig Erfahrung im Trainergeschäft. Er kennt aber den Verein und hat das volle Vertrauen der Spieler und Funktionäre. Deshalb ist der Plan, dass Amer die Mannschaft bis zum Ende der Saison betreut, wenngleich eine kurzfristige Änderung nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann", meint David Zehetner, der der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes vorsichtig optimistisch entgegensieht. "Natürlich ist uns die prekäre Situation voll und ganz bewusst und wissen, dass im Fußball alles passieren kann. Auch wenn wir uns aktuell vor dem gegnerischen Tor schwer tun, die Chancen zu nutzen, und hinten unnötige Tore kassieren, sind wir fest davon überzeugt, über die nötige Qualität zu verfügen, um die Klasse zu halten. Sieht man von den Top-Tems, wie Gmunden, Andorf oder Bad Wimsbach ab, kann in der ungemein ausgeglichenen Liga jeder jeden schlagen und gehen davon aus, die nötigen Punkte zum Ligaverbleib einzufahren".