In der Landesliga West haben sich der SV HAI Schalchen und der SK WIEHAG Altheim am Freitagabend mit einem 1:1-Remis getrennt. Aus Sicht der Gäste blieb dabei trotzdem das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Altheim fand nach einem schwierigen Beginn immer besser hinein, ging kurz nach der Pause durch Stephan Grünbart in Führung und ließ danach die Entscheidung liegen, ehe ein spätes Eigentor noch den Ausgleich brachte.

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Rudolf Spindler sah zunächst genau die Phase, die seine Mannschaft vermeiden wollte. Schalchen kam nach Einschätzung des Altheim-Trainers sehr gut in die Begegnung und drückte den Gästen in den ersten Minuten den Rhythmus auf. „Wir hatten in den ersten zehn Minuten richtig Probleme, selber in Ballbesitz zu kommen“, sagte Spindler. Erst danach änderte sich das Bild aus seiner Sicht Schritt für Schritt. Mit der ersten längeren Ballbesitzphase kam Altheim besser in die Zweikämpfe, holte sich mehr Bälle und bekam die Partie zunehmend in den Griff. Spindler sprach von einer ersten Halbzeit „auf sehr ordentlichem Niveau“, die sich immer mehr in Richtung seiner Mannschaft entwickelt habe. Großchancen blieben vor der Pause zwar selten, auch das passte zur Einschätzung des Trainers. Ein guter Abschluss auf Seiten von Schalchen, eine gute Möglichkeit für Altheim und sonst eher Halbchancen prägten diese Phase. Trotzdem ging Altheim mit einem guten Gefühl in die Kabine. „In der Halbzeit hatten wir schon das Gefühl, dass wir richtig gut in der Partie waren und hier etwas mitnehmen können“, so Spindler.
Dieses Gefühl bestätigte sich für Altheim direkt nach dem Seitenwechsel. In der 50. Minute nutzten die Gäste eine Standardsituation zur Führung. Nach einem Eckball, einem Nachschuss und dem folgenden Abpraller war Stephan Grünbart zur Stelle und brachte Altheim mit 1:0 nach vorne. Für Spindler war das der Beginn der stärksten Phase seiner Mannschaft. „Das war auch die beste Phase in dem Spiel von uns“, sagte der Trainer. Bis etwa zur 75. Minute habe Altheim die Begegnung sehr gut kontrolliert und sei in diesem Abschnitt die klar überlegene Mannschaft gewesen. Genau deshalb ärgerte ihn am Ende das Ergebnis so sehr. Seine Elf hatte aus dieser Überlegenheit kein zweites Tor gemacht. Besonders zwei Szenen blieben hängen: ein Elfmeter, der an die Querlatte ging, und eine Eins-gegen-eins-Situation von Felix Brandmayer, die der Schalchner Tormann stark parierte. Für Spindler war das der entscheidende Punkt des Abends. „Wenn wir hier die Führung ausbauen, dann hätten wir die Partie wahrscheinlich entschieden“, sagte er. So blieb Schalchen trotz der Altheimer Kontrolle im Spiel.
Weil die Entscheidung ausblieb, bekam die Schlussphase noch einmal eine andere Richtung. Spindler sagte offen, dass Schalchen nach dem langen Rückstand wieder besser in die Partie gekommen sei. In der 88. Minute fiel dann der Ausgleich zum 1:1, und aus Altheimer Sicht war er besonders bitter. Der Trainer sprach von einem „Lucky Punch“ für die Gastgeber, nachdem eine Flanke unglücklich verlängert wurde und der Ball durch ein Eigentor von Lukas Schreckensberger im Netz landete. Ganz ohne Diskussion blieb diese Szene aus seiner Sicht nicht. Spindler meinte, vor dem Treffer eine Abseitsstellung erkannt zu haben. Gleichzeitig wollte er das Unentschieden aber nicht auf diese eine Situation schieben. „Das ist etwas bitter für uns, aber trotzdem nicht entscheidend, weil wir das Spiel schon vorher entscheiden müssen“, sagte er. Auch die Leistung des Schiedsrichters ordnete er sachlich ein. Sie sei „grundsätzlich okay“ gewesen. Eine härtere Szene habe zwar in Richtung Rot gehen können, sei für ihn aber keine klare Fehlentscheidung gewesen.
So blieb beim SK Altheim nach dem Schlusspfiff ein Punkt, aber eben auch einiges an Frust über eine ausgelassene Gelegenheit. Spindler stellte seiner Mannschaft dennoch ein gutes Zeugnis aus. „Es war eine top kämpferische Leistung. Wir waren sehr diszipliniert im Verteidigen und haben uns dadurch sehr viele Ballgewinne erarbeitet“, sagte er. Dass daraus zu selten klare Chancen wurden, war für ihn einer der wenigen größeren Kritikpunkte. Gleichzeitig nahm er aus dem Auftritt mit, dass der eigene Ballbesitz im Lauf des Spiels immer besser funktioniert habe. „Das stimmt mich sehr positiv für die nächsten Wochen“, meinte der Trainer. Dass es am Ende vielleicht nicht ganz zum Sieg reichte, erklärte er auch mit der personellen Lage. „Vielleicht ein bisschen das Glück und am Ende vielleicht auch etwas die Kraft“, sagte Spindler mit Blick auf mehrere verletzte oder noch nicht bei hundert Prozent fitte Spieler. Den Gegner schätzte er dabei hoch ein. Der SV Schalchen sei „sehr stark im eigenen Ballbesitz“ und für ihn „definitiv eine Top-Mannschaft in der Liga“, wenn das Potenzial ausgeschöpft werde. Gerade deshalb fühlte sich dieses 1:1 für Altheim eher wie zwei verlorene Zähler an als wie ein gewonnener Punkt.