von Dr. René Riedl
Bereits im Jahr 1984
erkannten Vereinsfunktionäre die Bedeutung von Computer und Software für die
effektive und effiziente Abwicklung von Verwaltungsaufgaben im Verein. So
schreiben Maschek & Kreuzeder vor fast einem Viertel Jahrhundert:
„Schon längere Zeit zeigte sich aufgrund der ständig steigenden Mitgliederzahlen
und der Aktivitäten die Notwendigkeit, einen Großteil der Verwaltungsaufgaben im
ADV-Sekretariat automationsunterstützt durchzuführen […] die sehr hohen
Softwarepreise führten zur Notwendigkeit, selbst eine Software für Vereins- und
Veranstaltungsverwaltung zu erstellen.“ Das Angebot an Standardsoftware
ist heutzutage groß und nur wenige Vereine würden heute Software selbst
entwickeln. Vielmehr wird man sich nach einem geeigneten Softwareprodukt
umsehen, das die Anforderungen des Vereins, z. B. in den Bereichen
Mitgliederverwaltung oder Buchhaltung, gut erfüllt.
Trotz der Tatsache, dass
die Nützlichkeit von Software zur Vereinsverwaltung unbestritten ist, weil
Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Vereinsprozessen erhöht werden können,
setzen nur wenige Vereine Software ein, und dies obwohl am Markt eine Vielzahl
von leistbaren Produkten angeboten wird. Kaum ein Verein kann heute auf den
Einsatz professioneller Software zur Vereinsverwaltung verzichten. Engagierte
Funktionäre wissen um den stetig steigenden Verwaltungsaufwand, der auch vor dem
Vereinsbüro nicht Halt macht. Man denke hier beispielsweise an die Verwaltung
von Mitgliederlisten, die Einforderung von Mitgliedsbeiträgen und das Mahnwesen
im Falle ausstehender Mitgliedsbeiträge. Wenn Funktionäre bei der Durchführung
ihrer Verwaltungsaufgaben nicht auf geeignete Softwareprodukte zurückgreifen
können, dann verlieren sie den eigentlichen Vereinszweck rasch aus den Augen und
die Motivation schwindet. Es bedarf einer individuellen und bedarfsgerechten
IT-Unterstützung, die mit geringem Schulungs- und Einarbeitungsaufwand rasch
verfügbar ist. Wichtig ist auch, dass auf eine intuitive Bedienung der Software
Wert gelegt wird. Nur wenn die Leichtigkeit der Nutzung von Software von den
Funktionären als hoch eingestuft wird, wird auch der Beitrag der Software zur
Aufgabenerfüllung (z. B. das Verwalten von Mitgliederlisten) als hoch
eingestuft, und sowohl Leichtigkeit der Nutzung als auch der Beitrag von
Software zur Aufgabenerfüllung determinieren – wie aktuelle Forschungsergebnisse
zeigen – die Akzeptanz neuer Technologien.
Vielerorts beklagt man sich heute, dass ehrenamtliche Mitarbeiter in den Vereinen fehlen. Manche versuchen, den gesellschaftlichen Veränderungen, die diesen bedauernswerten Umstand ausgelöst haben oder seine Entwicklung begünstigen, entgegenzuwirken. Ziel ist es, die umfangreichen Leistungen von Vereinen aufrecht zu erhalten. Eine andere Strategie, um mit fehlenden ehrenamtlichen Mitarbeitern zurechtzukommen, ist, die Effizienz und/oder Produktivität im Verein zu erhöhen. Mit anderen Worten: Was früher drei Ehrenamtliche an Leistung erbracht haben, vollbringen nun zwei Ehrenamtliche. Wenn Computer und Software – und neuerdings auch das Internet – Effizienz und/oder Produktivität erhöhen können, dann kann ihr zielgerichteter Einsatz in Vereinen die Aufrechterhaltung der umfangreichen Leistungen ermöglichen. Mit anderen Worten: Zwei Ehrenamtliche können die gleiche Leistung wie drei Ehrenamtliche erbringen, weil sie bei der Aufgabendurchführung auf Softwareunterstützung zurückgreifen.