von Dr. René Riedl
Sponsoring ist – im Gegensatz zum Spendenwesen –
ein Geschäft mit zwei Partnern, das auf vertraglich geregelter Leistung und Gegenleistung beruht. Für
den Sponsor hat das Engagement meist den Charakter eines
Kommunikationsinstruments. Beispielsweise will T-Mobile mit dem Engagement beim
FC Bayern München den Bekanntheitsgrad des Unternehmens erhöhen, um so
Umsatzsteigerungen zu erzielen. Für den Verein, also den Partner des Sponsors,
hat das Sponsoring primär die Funktion eines Finanzierungsinstruments, weil
Einnahmen erzielt werden können.
Laut einer empirischen Untersuchung teilen sich die
Ausgaben für Sponsoring wie folgt auf: ca. je ein Drittel
Sozialsponsoring/Spenden sowie Sportsponsoring, und das restliche Drittel verteilt
sich im Verhältnis 4:1 auf Kultursponsoring und Umweltsponsoring. Der Anteil
des Sports an den gesamten Sponsoringausgaben ist also enorm. Vereine, die
planen, mit einem Sponsor zu kooperieren, stehen – wenn sich nicht der im
Amateurbereich seltene Fall ergibt, dass sich ein Sponsor „aufdrängt“ – vor der
Aufgabe, einen passenden Sponsor auszuwählen.
Sofern es keine persönlichen
Beziehungen zu Unternehmen gibt, besteht eine Möglichkeit der Sponsorenwahl
darin, über Assoziationen geeignete Partner zu finden. Assoziation meint dabei
eine Theorie, die erklärt, wie Menschen lernen. Der menschliche Geist verknüpft
einfache, nicht reduzierbare Elemente nach bestimmten Prinzipien. Mindestens
zwei ursprünglich isolierte psychische Inhalte (Ideen, Gefühle, Eindrücke usw.)
verbinden sich dabei so eng, dass das Aufrufen eines Elements das Auftreten
eines anderen Elements entweder überhaupt erst bewirkt oder zumindest
begünstigt.
Konkret kann bei der Sponsorenwahl wie folgt
vorgegangen werden: Zunächst werden Eigenschaften für eine bestimmte Sportart (z.
B. Fußball) festgelegt und in die Zeilen einer Tabelle eingetragen. Wichtig
ist, dass die Eigenschaften mit der Sportart assoziiert werden. Beispielsweise
ist bekannt, dass Golf elitär, teuer und exklusiv ist. Im Anschluss wird pro
Eigenschaft überlegt, welche Branchen zu diesen Eigenschaften passen. Die
Branchen werden in die Felder der Tabelle eingetragen. Mehrfachnennungen von
Branchen bei den Eigenschaften geben einen Hinweis darauf, aus welchen Branchen
Sponsoringpartner ausgewählt werden sollten. Ehrenamtliche in Vereinen könnten
diese Technik der Assoziationspsychologie im Rahmen eines Brainstormings im
Team anwenden. Wie Anwendungen in der Vereinspraxis zeigen, können durch diese
Technik brauchbare Vorschläge für eine Sponsorenwahl ermittelt werden.
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