von Dr. René Riedl
Potenzialmanagement als zentrale Aufgabe des
Vereinsmanagements
Mit dem Begriff „Potenzial“ wird
in der Regel die Leistungsfähigkeit, die Leistungsstärke oder das
Leistungsvermögen von Personen oder Organisationen bezeichnet. Im Bereich der
Vereinsführung sollten sich meines Erachtens mehr leitende Funktionäre Gedanken
darüber machen, welches Potenzial der eigene Verein hat. Dieses Potenzial kann
sich dabei auf den sportlichen oder administrativen Bereich des Vereins
beziehen. Wichtig ist, zu berücksichtigen, dass oft das Potenzial im
sportlichen Bereich vom Potenzial im administrativen Bereich (z. B. Finanzen,
Organisation der Abläufe im Verein oder rechtliche Rahmenbedingungen) abhängt.
Wenn der sportliche Erfolg einmal ausbleiben sollte, dann kann es zwar
kurzfristig sinnvoll sein, unmittelbar in den sportlichen Bereich zu
investieren (indem beispielsweise neue Spieler verpflichtet werden), jedoch sind
bei einer mittel- bis langfristigen Betrachtung des Erfolges Investitionen in
den administrativen Bereich sinnvoller.
Wenn man in der
betriebswirtschaftlichen Fachliteratur vom Potenzialmanagement spricht, so
meint man damit das Handeln von Führungskräften, das sich auf die Beschaffung
von personellen, sachlichen und finanziellen Ressourcen sowie auf deren optimale
Verknüpfung zum Leistungspotenzial einer Organisation bezieht.
Vereinsfunktionären, die sich näher mit dem Thema „Potenzialmanagement“
auseinandersetzen wollen, empfehle ich das Buch „Integriertes
Potenzialmanagement in Nonprofit-Organisationen“. In verständlicher Weise und
wissenschaftlich fundiert stellt der Autor René Clemens Andeßner ein
Modell vor, das die Komponenten eines umfassenden Potenzialmanagements
erläutert und ihre Beziehungen analysiert. Aus diesem Modell leiten sich
unmittelbar konkrete Handlungsempfehlungen für Funktionäre ab. Das im Jahr 2004
im Trauner Verlag erschienene Buch betrachte ich als ideale Ergänzung zum
Handbuch Vereinsmanagement, das in Kürze im Linde Verlag erscheinen wird.
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