Leider passiert es immer wieder und
jeder Fall ist ein Fall zuviel. In Österreich versterben etwa 80 Personen
jährlich während der Sportausübung, leider sind Fußballspieler in einem relativ
hohem Prozentsatz davon betroffen. International haben ein paar Fälle
von plötzlichem Herztod aufhorchen lassen. So ist der spektakuläre Fall des
erst 22 Jahre alten spanischen Antonio Puerta,
der während eines Ligaspieles zusammenbrach und nach mehrmaliger Reanimation 3 Tage
später im Spital verstarb, noch in guter Erinnerung. Aber auch der beliebte
österreichische Internationale, Bruno Pezzey, der während eines
Eishockeyspieles den plötzlichen Herztod erlitt, ist wohl noch in Erinnerung.
Grund für diesen „sudden death“ sind
meist angeborene oder erworbene Herzfehler. Bei jungen Spielern kommen meist
angeborene strukturelle Herzerkrankungen oder genetisch bedingte Veränderungen
im Reizbildungs- oder Reizleitungssystem in Frage, die dann unter Belastung zu
malignen Arrhythmien führen können. Bei über 35-jährigen Sportlern ist häufig
eine Koronare Herzerkrankung der Grund für ein kardiales Ereignis.
Herzmuskelentzündungen, nach übergangenen Infekten oder Kardiomyopathien sind
seltene Ursachen, könnten aber genauso im Vorfeld abgeklärt werden. Eine sorgfältige sportmedizinische
Untersuchung verbunden mit einer ausführlichen Anamnese, wie man sie z.B. auf
der Webseite www.vitalpass.at abrufen
kann, sollte regelmäßig während einer Sportlerkarriere durchgeführt werden.
Leider gibt es in Österreich bis heute keine verbindlichen Richtlinien
bezüglich kardiologischer – sportmedizinischer Untersuchungen, wie sie in
Deutschland seit 1999 und in Italien bereits seit mehr als 25 Jahren üblich
sind. Zu fordern wären auch in allen Stadien frei zugängige automatische
Defibrillatoren, um im Ernstfall rasch und wirkungsvoll Erste Hilfe leisten zu
können. Ich hoffe hier einen Anstoß für
etwas mehr Eigenverantwortung, aber auch zum Nachdenken für Funktionäre,
beigetragen zu haben. Wie gesagt: Jeder tote Sportler ist einer zuviel!