Es könnte also gar noch ein Ende mit Schrecken werden. Denn
die Wandervögel sind vom Kurs abgekommen. Sportlich auf und ab, der Trainer
weg, die „Ehe“ vor dem Aus. Schon im Winter wurde über das baldige Ende der
Partnerschaft zwischen ESV Wels und den LASK/Amateuren gemunkelt. Die ja
ohnehin nicht mehr als eine Affäre war: Denn anders könnte man dieses
zweckgebundene und bedürfnisorientierte Bündnis nicht klassifizieren. Die
Schwarz-Weißen suchten eine Heimat und fanden sie 35 Kilometer weiter südlich.
Trainiert wird aber dennoch schon seit Monaten nur mehr am Linzer Lissfeld. Einzig
am Wochenende finden sich Imamovic & Co. zu ihren vermeintlichen
Heimspielen in der Messestadt ein. Weil eine tägliche Anreise nach Wels zu
umständlich ist – und zu teuer! Vor allem jetzt, wenn man beim Blick auf die
Sprit-Zapfsäulen vom Schwindel erfasst prophylaktisch gleich einmal seinen
Optiker anruft.
Zu viel Dioptrien war auch die Selbstdiagnose, die sich die
Beobachter beim Match gegen Mondsee gestellt haben. Denn in den ersten 50
Minuten schien es schier unmöglich, dass es neben der Bräunungscreme an diesem
Tag einen anderen Sieger als den LASK geben könnte. Doch am Ende strahlten nur
die Gäste mit der Sonne um die Wette, die beim 3:1-Sieg von einem unerklärbaren
Leistungseinbruch des bis vor wenigen Wochen noch so souveränen Leaders
profitiert hatten. Der nicht nur mit dem Fehlen von einigen wenigen Spielern
wie etwa Margreitter, die bereits im Urlaub sind, erklärbar ist. Weil sich
schon seit einigen Wochen abzeichnet, dass auch der Tank der Besitzer der
Spielerautos langsam leer wird.
Dass sich in der Vorwoche zudem noch Trainer Klaus Lindenberger sang- und klanglos verabschiedet hat, passt irgendwie zum kollektiven Chaos. Sein „Wechsel“ ins Trainingscamp des ÖFB-Teams ist zwar selbstverständlich, aber der Zeitpunkt in dieser heiklen Phase des OÖ-Liga-Titelkampfs eben sehr unglücklich. Und auch bei der spontanen Installation von Christian Stumpf auf der Betreuerbank war Diplomatie gefragt. Denn wäre Lindenbergers „Co“ Christian Schögl nicht mit der Chef-Kompetenz ausgestattet worden, hätte der „Büffel“ in den verbleibenden vier Runden alleine mit den LASK-Fohlen die Plätze nach Punkten abgrasen müssen. Was in der momentanen Verfassung ohnehin schwer genug werden sollte.
Informationen zur Person