von Philipp Eitzinger
Interview mit Yahya Genc, Trainer SV Gmundner Milch
Herr Genc, Gmunden überwintert als Vierter. Wie bewerten Sie die Herbstsaison?
Nach dem Start, den wir hatten, bin ich schon zufrieden. Im Sommer
kamen zwölf neue Spieler, das braucht einfach seine Zeit, bis das
zusammen wächst. Ich war darum auch etwas verwundert, als uns vor der
Saison viele als Geheimfavoriten sahen. Das geht eben nicht von heute
auf morgen.
Was war gut, was muss besser werden?
Wir haben in den letzten Spielen kaum mehr Tore kassiert. Generell hat
man in dem halben Jahr gesehen, dass die Mannschaft immer mehr
zusammenwächst. Aber ich habe im Sommer praktisch bei Null angefangen
- es wird wichtig sein, dass die große Fluktuation im Kader aufhört,
und Kontinuität einkehrt. Es braucht einfach einen gewissen Stamm von
zehn, zwölf Leuten. Aber natürlich, verbessern kann man immer noch
etwas.
Wie sehen die Planungen für die Winterpause aus?
Wir trainieren jetzt noch, so lange es geht - also, bis der Schnee
kommt. Nach Weihnachten ist Pause und am 12. Jänner geht's mit der
Vorbereitung los. Wir haben lauter gute Gegner in der Vorbereitung, wie
Steyr und auch einige Teams aus der Regionalliga. Personell möchte ich
eigentlich gar nichts verändern. Kronberger wird wohl wieder zu
Gschwandt zurückgehen, aber ansonsten habe ich keine Veränderungen
geplant.
Was ist im Frühjahr für Gmunden noch möglich?
Ich kann nicht verlieren - darum ist es mein persönliches Ziel, unter
die ersten drei zu kommen. Vielleicht, wenn alles gut läuft, können wir
sogar noch Vöcklamarkt packen, aber den dritten Platz möchte ich schon
haben...
Ist der Meistertitel für Sie schon vergeben? Und wer wird absteigen?
Ja, natürlich ist der Titel vergeben. Ich freue mich auch schon auf
unser ersten Spiel im Frühjahr, in Pasching. Das wird ein schönes Spiel
in einem schönen Stadion, und da könnte durchaus auch Stimmung
aufkommen. Hinten denke ich, dass es sich die drei ausmachen werden,
die jetzt schon hinten liegen. Einen der drei wird es erwischen denke
ich - denn Donau und Sierning sind stark genug, da nicht noch
hineinzurutschen.
Noch eine allgemeine Frage: Wie sehen Sie die Lage im österreichischen Fußball generell derzeit?
Franz Grad zeigte sich ja enttäuscht vom OÖ-Fußball. Ich frage mich:
Wie viel sieht er denn davon? Im Nationalteam redet immer alles von
Ivanschitz - aber der wirkliche Hoffnungsträger ist doch Ümit Korkmaz.
Das ist einer, der sich was zutraut, der eins gegen eins geht, der
Spiele entscheiden kann. Wir können spielerisch nicht glänzen. Wo soll
es denn herkommen? Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir
können. Standardsituationen, auf die Topform einzelner Spieler
Rücksicht nehmen - wie jetzt zum Beispiel Janko. Was nachkommt?
Abwarten. Wir hatten jetzt einen guten Jahrgang, aber solche hatten wir
schon öfter - und fünf Jahre später hatte sich kaum einer durchgesetzt,
spielten die meisten Regionalliga. Man muss abwarten und geduldig sein.
Und hinzu kommt dann natürlich auch noch, dass auch andere Sportarten
sich um die Jugend bemühen...
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