Der neue OÖFV-Präsident Willi Prechtl stand mit leuchtenden Augen neben dem
Spielfeld. Was er beim Spitzenspiel Vöcklamarkt-Pasching gesehen hatte, gefiel
ihm außerordentlich gut. Der Schlager bot alles, was das Fußballherz begehrt:
Rasse, Klasse, Tempo, tolle Spielzüge, große Dramatik vor allem in den
Schlussminuten, und natürlich eine prächtige Kulisse von 1.700 Zuschauern. Und
die sahen ein Pasching, das wohl in den letzten anderthalb Jahren selten so in
Bedrängnis kam, wie in der zweiten Hälfte dieses Spiels. Die Paschinger, durch
Edi Glieders Abstaubertor nach einer Ecke in der 23. Minute mit 1:0 in Führung,
sahen sich teilweise rollenden Angriffen der Vöcklamarkter ausgesetzt,
Abwehrchef Rozsavölgyi und Torwart Moosbauer hatten Mühe, die Null zu halten.
Was bis zu 91. Minute, als sich viele Fans schon mit der knappen Niederlage der
Heimischen abgefunden hatten, auch gelang. Da zirkelte Manuel Schrattenecker
einen Freistoß von der Strafraumgrenze an der Mauer vorbei ins Tor - der
Ausgleich! Und als Vöcklamarkt in Person von Joker Gilhofer dann sogar noch den
Siegtreffer markieren konnte, gab es für die Fans kein Halten mehr. Vöcklamarkt
ist nun punktgleich mit dem Tabellenführer - das Rennen um den Meistertitel ist
jetzt endgültig eröffnet!
Der restliche Spieltag stand zwar deutlich im
Schatten des Spitzenkampfes, hatte aber dennoch einiges an Turbulenzen und
Überraschungen zu bieten. Das ehemalige Keller-Duo Traun und Rohrbach zum
Beispiel. Das direkte Duell letzte Woche war noch vom Gedanken beherrscht,
möglichst nicht zu verlieren. Doch diese Woche trumpften beide groß auf!
Ex-Schlusslicht Traun ließ sich in Schallerbach nicht vom frühen Rückstand aus
der Fassung bringen und gewann noch mit 3:1, und Rohrbach fiedelte im ersten
Heimspiel nach der Winterpause die kriselnden Sattledter gar mit 4:0 ab. Damit
haben sich Traun und Rohrbach von den letzten beiden Plätzen verabschiedet, und
ganz nebenbei in Sattledt und Bad Schallerbach einiges an Kopfweh verursacht.
Nächste Woche treffen diese beiden Teams aufeinander, zumindest für einen könnte
dieses Spiel wie ein Aspirin wirken.
Kopfweh hat man sicher auch bei
Donau. Das erste Spiel unter dem neuen Trainer Ablinger ging fürchterlich in die
Hose, mit dem 0:4 daheim gegen Sierning waren die Kleinmünchner sogar noch gut
bedient. Die Folge: Die rote Laterne hat sich wieder bei Donau breitgemacht.
Vielleicht aber nur bis zum Dienstag - schließlich haben die Linzer in der
Nachtragspartie in Micheldorf die sofortige Chance auf Wiedergutmachung. Leicht
wird's aber nicht. Denn die Micheldorfer haben ihrerseits ihr erstes Spiel nach
der langen Winterpause in Grieskirchen mit 3:1 gewonnen, haben somit den
Anschluss an die Verfolger am Platz drei wieder hergestellt.
Auf diesem
dritten Platz, quasi als "Best of the Rest", hat es sich Gmunden gemütlich
gemacht. Der etwas überraschende Punkt in Pasching hat den Traunseestädtern
sichtlich Selbstvertrauen gebracht, Weißkirchen wurde mit 4:0 aus dem Stadion
geprügelt. Viele Beobachter sind der Meinung, dass mit Pasching, Vöcklamarkt und
Gmunden nun auch die drei potentiell besten Teams der Liga auf den ersten drei
Rängen liegen. Aber was ist dann mit den LASK Amateuren? Nach ihrem etwas
glücklichen Heimsieg (es war tatsächlich wieder mal ein echtes Heimspiel für die
aus dem Exil in Schwanenstadt zurückgekehrten Linzer) gegen Mondsee liegen sie
nun auf dem sechsten Platz und damit nur drei Punkte hinter Gmunden.
In
der kommenden Woche geht das Titelrennen in die nächste Runde. Mit Rohrbach (in
Pasching) und Weißkirchen (gegen Vöcklamarkt) hat das Spitzenduo nun Gegner vor
der Brust, gegen die sie der klare Favorit sind. Wie diese beiden, und auch die
anderen fünf Spiele der kommenden Runde verlaufen, erfahren Sie wie gewohnt
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