
Die Vorbereitung ist bekanntlich zum Testen da. Vor allem noch in dieser
frühen Phase. Beim Vorbereitungsspiel zwischen NÖ-Landesligist SCU Ardagger und Radio OÖ-Ligist SV Traun nutzten beide Trainer genau diese Chance und warteten mit der einen
oder anderen Umstellung auf. So ließen sich auch die zehn Tore (fünf auf
jeder Seite) etwas leichter erklären.
Ardaggers Trainer Andreas Gutlederer ließ ein – für seine Mannen ungewohntes – klassisches 4-4-2-System spielen. „Normalerweise funktioniert das mit Sasa Kosic
nicht, aber ich wollte mir es mal ansehen.“ Hintergrund: Kosic als
zentraler Mittelfeldspieler sollte auch defensiv arbeiten und somit
gemeinsam mit seinen Mitspielern mehr Meter abspulen. Offensiv
funktionierte das ganze ziemlich gut. Vor allem Marco Leovac
zeigte mit vier Treffern seinen Torinstinkt. Den fünften Treffer
steuerte ein Gastspieler, der aber nicht zu den Mostviertlern stoßen
wird.
Ardagger nach Halbzeitrückstand kurz vor dem Sieg
Auch Trauns Trainer, Gerhard Obermüller, stellte die Formationen
ein wenig um. Allerdings war dabei ein wenig durch die Ausfälle mancher
Stammspieler gezwungen. In der ersten Halbzeit lief es noch ganz gut,
Traun führte durch Treffer von Patrick Gatterbuer, Roland Milos, Serkan Arslan und Sinisa Markovic mit 4:2 (Leovac hatte zwischenzeitlich zweimal ausgeglichen).
Nach dem Wechsel wollte sich Obermüller auch den einen oder anderen 16-
und 17-Jährigen ansehen. „Das erklärt dann auch ein wenig den Rückfall“,
so der Trainer. Ardagger stellte inzwischen die fatalen Stellungsfehler
aus der ersten Halbzeit ab, während es offensiv weitermachte wie
bisher. Logische Folge: Kurz vor Schluss lagen die Mostviertler am
Kunstrasen im benachbarten Neustadtl mit 5:4 in Führung. Erst in letzter
Minute sorgte Jasmin Sijamhodzic für das freundschaftliche Ergebnis von 5:5.
Gutlederer zeigte sich im Anschluss „ganz zufrieden. Mit Fehlern muss man eben rechnen, wenn man was probiert.“ Sein Gegenüber, Gerhard Obermüller, stimmte mit ein: „Die neuen Erkenntnisse waren es wert, dass man etwas ausprobiert."
von Martin Führer