Das Spiel des GAK gegen Blau-Weiß Linz war für eigentlich (fast) alle der knapp 3200 Zuschauer eine einseitige Angelegenheit. Zu überlegen agierte der GAK, zu wenig nach vorne kamen die Linzer. Während die Rotjacken gleich von Beginn an keinen Zweifel aufkommen ließen, wer in der UPC-Arena das Sagen hat, sah man von den Linzern wenig bis gar nichts. Der GAK druckvoll, mit einem uneigennützigen Routinier Roland Kollmann, der immer wieder brenzlige Situationen für die Linzer herauf beschwor und mit einem kleinen, wendigen und trickreichen Knipser namens Rauter. Der nicht nur in der Anfangsphase schon die linke Stange ins Visier nahm, sondern auch danach immer wieder gefährlich für Wimleitner und die Linzer Defensive wurde.
Die zweite Megachance nützte er, die dritte auch. Das nennt man
Effizienz und sie schloss den Kreis der guten kollektiven Leistung der
insgesamt sehr bestimmt auftretenden Grazer, die nach vorne orientiert
kaum einmal Gefahr liefen, einen Gegentreffer zu kassieren. Die Blau Weißen kamen nur schlecht hinter den Ball und so auch kaum
gefährlilch vor das GAK-Tor. Hartl als Stürmer war völlig auf sich
alleine gestellt. Er bekam null bis wenig brauchbare Vorlagen, hatte
dennoch zweimal ein Tor vor den Beinen, aber im Abschluss knapp Pech.
Dieses Spiel nach vorne ist derzeit das große Problem der Linzer, denn
auch wenn sich Wawra, Nikolov & Co zerreissen, kommt nur wenig dabei
heraus. Das Abschlussproblem ist augenscheinlich, was Hartls Leistung
nicht schmälern soll. Aber neben und nach ihm kommt nichts, das den
gegnerischen Abwehrspielern schwere Probleme bereitet. Keine kreative
Idee, kein Überraschungseffekt, alles zu vorhersehbar. Die von den
Blau-Weißen ausgehende Gefahr reduziert sich auf Standards und
Einzelaktionen, die leicht auszurechnen sind. So ist Blau-Weiß sicher
nicht der seriöse Aufstiegskandidat, wohl eher der gut aufgestellte
Mittelständler.
Die Formkurve aller Linzer muss schnell nach oben zeigen, will man da
noch das Ruder in Richtung Aufstieg herum reißen. Bei den Grazern sieht
es da besser aus. Die Körpersprache der ganzen Mannschaft, ihr
Auftreteten und die Konsequenz sind in dieser Liga von höchstem Niveau.
Wer GAK-Blau Weiß in Graz gesehen hat, sah nur einen Aufstiegskandidaten
und der hatte die rot-weiß gestreiften Trikots an.
von Wolfgang "banky" Bankowsky