Auf der heimischen Kunstrasenanlage empfing der SV Gmundner Milch am Freitagabend die Bohensky-Elf aus Weißkirchen. Die ca. 200 Besucher konnten eine spannende Partie erwarten, trennten die beiden Teams vor dem Spiel doch nur drei Punkte (Gmunden 24 Punkte, Weißkirchen 21) und zwei Plätze (Gmunden Platz acht, Weißkirchen Platz zehn) voneinander. Leicht favorisiert wurden allerdings die Gmundner, die auf dem eigenen Kunstrasen aus den letzten vier Spielen zehn Punkte erreichen konnten. Und auch in dieser Runde verbesserten die Gmundner ihr Punktekonto um drei weitere Punkte. Sie konnten sich mit 3:2 durchsetzen. Doch lange sah es nach einem Unentschieden aus – bis dann Tommy Schmidl kam.
Beide Teams verstecken sich nicht
In der Anfangsphase spielen beide Teams nach vorne und so kommt eine
abwechslungsreiche und interessante Partie zu Stande. Die erste große
Chance finden dann die Gmundner in Minute 10 vor. Nach gutem
Zusammenspiel der beiden Schmidl-Brüder läuft Tommy Schmidl auf den
Tormann zu und umspielt diesen gut, kann dann den Ball aber nicht im Tor
unterbringen. Die Weißkirchner antworten auf die Gmundner
Offensivaktionen immer wieder mit guten Angriffen, die bislang
allerdings noch keinen Erfolg bringen. In Minute 15 dann eine ähnliche
Chance für Gmunden wie zuvor. Nach erneuter Vorarbeit von Manuel Schmidl
kann auch Pühringer, nachdem er Gäste-Keeper Froschauer umspielt hat,
den Ball nicht zur 1:0-Führung verwerten. Dann wieder Union Raika
Weißkirchen, und diesmal kracht es im Tor der Gmundner. Nach einem
Konter über die rechte Seite und dem weiten Querpass auf links kann
Semih Gölemez völlig ungedeckt zum 0:1 für die Gäste einnetzen.
SV Gmundner Milch kann den Gegentreffer anscheinend gut verarbeiten und
so dauert es nur drei Minuten, bis Manuel Schmidl nach schönem
Zusammenspiel mit Bruder Tommy und Chokchev das 1:1 erzielen kann. Alles
wieder offen in Gmunden. In den verbleibenden Minuten der ersten
Halbzeit spielt sich die Olzinger-Elf viele gute Chancen heraus, die sie
allerdings nicht zu Toren verwerten können. Vor der Pause ändert sich
dann nichts mehr und es geht mit 1:1 in die Kabinen.
Erneute Gäste-Führung in Hälfte zwei
Während die Gmundner nach etwa zehn gespielten Minuten in Hälfte zwei
kurz vor dem nächsten Treffer stehen, ist es wieder die Bohensky-Elf,
die einen Angriff mit Erfolg abschließt. Nach einem Ballverlust der
Gmundner im Weißkirchner Strafraum kontern die Gäste enorm schnell und
überraschen so die Gmundner Abwehr. Der Weißkirchner Grishov hat auf der
rechten Seite viel Platz, zieht aufs Tor und stellt auf 1:2. Gmunden
ist infolge des Rückstands nicht mehr so aktiv wie in Hälfte eins, doch
trotzdem kommen sie wieder ins Spiel zurück. Nach einem Foulspiel von
Gäste-Tormann Froschauer in Minute 64, der auch die Gelbe Karte dafür
sieht, gibt es Elfmeter für Gmunden! Den Schuss von Chokchev kann er
vorerst parieren, doch gegen den Nachschuss ist er chancenlos. Zum
zweiten Mal holt Gmunden gegen gut agierende Weißkirchner einen
Rückstand auf. Und dann sieht es lange nach einem verdienten
Auswärtspunkt für Bohensky und sein Team aus, was dem Spielverlauf auch
entsprechen würde. Nach dem Elfmetertor für Gmunden flacht die Partie
etwas ab und beide Teams riskieren nichts mehr. Den Gmundnern merkt man
die Müdigkeit aufgrund des Cup-Spiels am vergangenen Dienstag dann auch
deutlich an.
Entscheidung in der Nachspielzeit
In der letzten Minute dann allerdings eine Szene, mit der niemand mehr
gerechnet hatte. Nach einem langen Pass auf Bajza auf die linke Seite
zieht dieser Richtung Strafraum und bringt einen gefährlichen
Stangelpass vor das Weißkirchner Tor. Während der erste Gmundner den
Ball noch verfehlt, steht Tommy Schmidl am zweiten Pfosten goldrichtig
und verpasst den Weißkirchnern den Todesstoß zum 3:2 in Minute 92.
Eine bittere Niederlage für Union Raika Weißkirchen, die in dieser
Partie spielerisch auf jeden Fall ebenbürtig war. Der vermeintliche
Heimvorteil des Kunstrasens zeigte keine Wirkung bei Gmunden und beide
Teams lieferten sich eine sehr harte, abwechslungsreiche Partie, die mit
einem Unentschieden gerecht ausgegangen wäre.
Alfred Olzinger, Trainer SV Gmundner Milch
„Es war heute ein sehr gutes Spiel, vor allem zum Ansehen. Beide Teams
spielten attraktiven Fußball und es waren viele Torszenen zu sehen.
Hierbei muss ich auch den Weißkirchnern zu dieser guten Leistung
gratulieren, deren Torhüter Froschauer heute besonders in Topform war.
Es wäre ein gerechtes Unentschieden gewesen. Mit dem Tor in Minute 92
hatte niemand mehr gerechnet, nicht einmal wir.“
Juan Bohensky, Trainer Union Raika Weißkirchen
„In Hälfte eins war Gmunden besser und war offensiv sehr stark. In
Hälfte zwei konnten wir uns dann aber etwas Übergewicht heraus spielen,
was auch zur 1:2-Führung führte. Man merkte aufgrund des Kunstrasens
keinen Unterschied, wer hier Heimvorteil hat. Es wäre ein gerechtes
Unentschieden gewesen in einer Partie, in der der Schiedsrichter meiner
Meinung nach zu hart spielen ließ. Ich bin schon enttäuscht, dass wir
ohne Punkt aus Gmunden zurück gekommen sind, vor allem, wenn man sich
den Spielverlauf ansieht.“
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