Es gibt Spieler, die kommen und gehen. Und es gibt jene, die einen Verein über Jahre hinweg prägen, zu Identifikationsfiguren werden und sich einen festen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Zu dieser seltenen Kategorie gehört ohne Zweifel Lukas Strobl, der in diesen Tagen seine beeindruckende aktive Karriere beendet hat.

Mit emotionalen Worten verabschiedete der Regionalligist seinen langjährigen Kapitän. „Es gibt Momente im Fußball, die weit über die 90 Minuten auf dem Rasen hinausgehen“, schrieb der Verein und würdigte einen Spieler, der über mehr als ein Jahrzehnt hinweg das Gesicht des Vereins war.
Seit dem Sommer 2013 stand Lukas Strobl praktisch ununterbrochen für die Weizer auf dem Platz. Nach seiner Ausbildung bei SK Sturm Graz und einer Station beim FC Gleisdorf 09 kehrte der Defensivspieler zu jenem Verein zurück, mit dem er die größten Erfolge seiner Laufbahn feiern sollte.
In insgesamt zwölf Spielzeiten trug der Verteidiger das Trikot des Vereins und entwickelte sich rasch zu einer unverzichtbaren Stütze. Besonders bemerkenswert: Allein in der Regionalliga Mitte absolvierte er 230 Pflichtspiele, davon 222 für den SC Weiz. Hinzu kommen neun Einsätze im ÖFB-Cup sowie zahlreiche weitere Auftritte in anderen Bewerben.
Die nackten Zahlen sprechen für sich: 566 Pflichtspiele, 94 Tore, über 44.000 Einsatzminuten und lediglich eine Gelb-Rote Karte in seiner gesamten Karriere. Ein Wert, der perfekt zu seinem Spielstil passt.
Wer Lukas Strobl in den vergangenen Jahren beobachtet hat, weiß, welche Qualitäten ihn auszeichneten. Der Verteidiger war ein kompromissloser Kämpfer, der keinen Zweikampf scheute und sich in jedem Spiel voll in den Dienst der Mannschaft stellte. Gleichzeitig war er nie ein unfairer Spieler. Mit lediglich 45 Gelben Karten und einer einzigen Gelb-Roten Karte in 566 Pflichtspielen bewies der langjährige Kapitän eindrucksvoll, dass man auch mit Härte, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft erfolgreich verteidigen kann, ohne regelmäßig über die Stränge zu schlagen.
Auf der linken Abwehrseite war Strobl über viele Jahre eine Konstante. Seine Laufstärke, seine Mentalität und seine Führungsqualitäten machten ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Mannschaft. Vor allem aber war er ein Spieler, der Verantwortung übernahm und auf dem Platz stets voranging.
Nicht nur innerhalb der Mannschaft genoss Lukas Strobl höchstes Ansehen. Auch bei den Fans entwickelte sich die Nummer 37 längst zum Publikumsliebling. Die Zuschauer schätzten seine ehrliche Spielweise, seinen Einsatz und seine unerschütterliche Loyalität zum Verein.
Der Verein selbst bezeichnete ihn in seiner Abschiedsbotschaft als „treue Seele“, „Urgestein“ und „absolutes Vorbild“. Worte, die verdeutlichen, welchen Stellenwert der Defensivspieler in Weiz über die Jahre erreicht hat. Als Kapitän führte er seine Mannschaft durch erfolgreiche Zeiten, meisterte aber auch schwierige Phasen. Er war einer jener Spieler, die nicht nur in guten Momenten präsent sind, sondern gerade dann Verantwortung übernehmen, wenn es einmal nicht nach Wunsch läuft.
Auch wenn die aktive Laufbahn nun endet, wird Lukas Strobl dem Verein erhalten bleiben. Der langjährige Kapitän übernimmt künftig Aufgaben als Co-Trainer und Talentecoach und wird seine enorme Erfahrung an die nächste Generation weitergeben. Damit bleibt eine Persönlichkeit, die den Verein über Jahre hinweg geprägt hat, weiterhin Teil des Weizer Weges. Für die Verantwortlichen war dies eine besonders erfreuliche Nachricht, denn die Identifikation mit dem Verein und das Wissen eines solchen Spielers sind kaum zu ersetzen.
Mit Lukas Strobl beendet einer der prägendsten Spieler der jüngeren Vereinsgeschichte des SC Weiz seine aktive Karriere. Die beeindruckenden Zahlen mit 566 Pflichtspielen, 94 Toren und mehr als 44.000 Einsatzminuten erzählen nur einen Teil der Geschichte. Viel wichtiger sind die Werte, für die der langjährige Kapitän stand: Vereinstreue, Einsatzbereitschaft, Führungsstärke und Fairness.
Der Kämpfer von der linken Seite verlässt die große Fußballbühne, bleibt seinem Herzensverein aber erhalten. Für die Fans des SC Weiz endet damit eine Ära – die Geschichte von Lukas Strobl wird jedoch auch in seiner neuen Rolle weitergeschrieben werden. Die Nummer 37 hat sich längst einen Platz in den Weizer Geschichtsbüchern gesichert.
Bericht Florian Kober
Foto:Ripu