Was sich am Freitagabend am Donau-Platz in Kaisermühlen abgespielt hat, war weit mehr als ein gewöhnliches Regionalligaspiel – es war ein offener Schlagabtausch, ein wildes Hin und Her, eine echte Fußballschlacht mit allem, was dazugehört. Am Ende setzte sich die SV Gloggnitz in einem spektakulären Torfestival mit 7:4 beim SV Donau durch – doch das Ergebnis erzählt nur einen Teil dieser verrückten Geschichte.

Die Gäste aus Gloggnitz legten los wie die Feuerwehr und übernahmen rasch die Kontrolle. Mit konsequentem Offensivspiel und hoher Effizienz stellten sie innerhalb weniger Minuten auf 0:3 – Patrick Handler (28.), Josef Pross (34.) per Elfer und Antonin Svoboda (38.) sorgten für einen scheinbar klaren Spielverlauf. Doch wer dachte, die Partie sei damit entschieden, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Der SV Donau stemmte sich gegen die drohende Niederlage, Tobias Peter verkürzte noch vor der Pause auf 1:3 – ein Treffer, der spürbar Energie freisetzte und die Partie wieder zum Leben erweckte.
Nach dem Seitenwechsel wurde aus dem Spiel endgültig ein offener Schlagabtausch. Donau kam mit voller Wucht aus der Kabine, Marko Nikolic traf vom Elferpunkt in der 55. Minute zum 2:3 – plötzlich war alles wieder offen, die Partie am Kippen, die Stimmung aufgeheizt.
Doch genau in dieser Phase zeigte Gloggnitz seine Qualität – und vielleicht auch seine Abgeklärtheit. Josef Pross stellte mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her (64.), ehe Svoboda (70.) und Borkowski (87.) die Partie scheinbar entschieden und auf 2:6 stellten.
Aber Kaisermühlen hatte an diesem Abend noch nicht genug gesehen. In einer hektischen, intensiven und emotionalen Schlussphase bäumte sich der SV Donau noch einmal auf. Mateo Sarac traf in der 90. Minute zum 3:6 – und nur Augenblicke später stellte Pross mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder her (3:7).
Den Schlusspunkt setzte schließlich erneut Nikolic in der Nachspielzeit (92.) zum 4:7 – ein letztes Aufbäumen in einem Spiel, das längst alle Grenzen eines normalen Fußballabends gesprengt hatte.
Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt
94 Minuten lang lieferten sich beide Teams einen leidenschaftlichen Fight, bei dem Defensive oft zur Nebensache wurde und Offensive alles war. Gloggnitz bewies enorme Durchschlagskraft und Nervenstärke, während der SV Donau trotz der Niederlage mit Moral, Kampfgeist und vier Toren ein weiteres Ausrufezeichen setzte.
Nermin Jusic (Obmann Donau): „Das war heute ein Spiel, das man so schnell nicht einordnen kann – eine echte Schlacht, mit offenem Visier auf beiden Seiten. Natürlich schmerzen sieben Gegentore, das ist keine Frage, und da müssen wir uns auch klar hinterfragen. Aber ich muss meiner Mannschaft trotzdem ein großes Kompliment machen: Nach einem 0:3 so zurückzukommen und sich nie aufzugeben, zeigt Charakter und Mentalität. Wir haben heute gesehen, wozu die Mannschaft offensiv in der Lage ist, aber auch, wo wir defensiv Probleme hatten. Gegen so eine effiziente Mannschaft wie Gloggnitz wird jeder Fehler sofort bestraft – das ist uns heute mehrmals passiert. Trotzdem: Die Art und Weise, wie wir bis zum Schluss gefightet haben, wie wir immer wieder zurückgekommen sind, darauf kann man aufbauen. Wenn wir es schaffen, diese Leidenschaft mit mehr Stabilität zu verbinden, dann werden wir aus solchen Spielen in Zukunft auch Punkte mitnehmen.“
Gloggnitz: Stefan Bliem - Gerald Peinsipp, Marcel Etzelstorfer, Raphael Holzhauser - Moritz Leo Kneißl, Patrick Handler (K), Lind Hajdari, Roman Kerschbaum, Gevorg Saribekyan - Josef Pross, Antonin Svoboda Ersatzspieler: Christopher Stadler, Mathias Haller, Mathias Gruber, Michael Gotsiridse, Sebastian Schwarz, Jonas Borkowski Trainer: Eduard Stössl
Donau: Belmin Jenciragic - Tobias Peter, Samuel Björk, Paul Sahanek, Vedad Cosic - Marko Nikolic (K), Antonio Babic, Emir Dzinic, Ensar Muminovic, Luca Miksch, Dean Titkov - Ersatzspieler: Felix Egger, Eddi Jusic, Boris Vukovic, Jores Boguo, Luka Babic, Mateo Sarac Trainer: Jürgen Halper