Die SV Gloggnitz hat ihren positiven Trend in der Regionalliga Ost fortgesetzt und sich in der 12. Runde gegen den SV Oberwart ein verdientes 1:1-Unentschieden erkämpft. Trotz zahlreicher personeller Ausfälle präsentierten sich die Niederösterreicher gegen den Tabellenzweiten auf Augenhöhe und erspielten sich mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Josef Pross brachte die Gastgeber nach 26 Minuten in Führung, ehe Leo Vielgut nur wenig später für den Ausgleich sorgte. Am Ende blieb es bei der Punkteteilung, mit der Gloggnitz angesichts der schwierigen personellen Situation und der Qualität des Gegners durchaus zufrieden sein durfte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Von den zahlreichen Ausfällen ließen sich die Hausherren zunächst wenig anmerken. Gloggnitz fand gut in die Begegnung, agierte mutig nach vorne und bereitete den Gästen mit viel Bewegung und einem schnellen Umschaltspiel immer wieder Probleme.
Bereits in der Anfangsphase hätte die Mannschaft von Trainer Edi Stössl in Führung gehen können. Nach einem Zuspiel von Josef Pross kam Svoboda zu einer ausgezeichneten Möglichkeit, ließ diese allerdings ungenutzt. Wenig später sorgte auch Patrick Handler mit einem gefährlichen Abschluss für Aufsehen.
Oberwart blieb seinerseits nicht völlig ungefährlich und kam ebenfalls zu einer guten Gelegenheit. Insgesamt gelang es den Gloggnitzern aber, den Tabellenzweiten über weite Strecken gut zu beschäftigen und dessen Offensivspiel immer wieder zu unterbrechen.
In der 26. Minute belohnten sich die Gastgeber schließlich für ihren engagierten Auftritt. Nach einem seitlichen Freistoß kam Gloggnitz per Kopf zum Abschluss. Oberwarts Schlussmann konnte zunächst noch parieren, doch Josef Pross reagierte beim Abpraller am schnellsten und beförderte den Ball unter die Latte.
Die Freude über die Führung währte allerdings nur kurz. Vier Minuten später leisteten sich die Hausherren im eigenen Ballbesitz einen folgenschweren Fehler. Oberwart eroberte den Ball, setzte sich in der anschließenden Zweikampfsituation durch und kam durch Leo Vielgut zum Ausgleich. Der Oberwarter traf ins kurze Eck und stellte in der 30. Minute auf 1:1.
Nach dem Seitenwechsel erwischte Gloggnitz erneut den besseren Start. Wieder war es Pross, der für Gefahr sorgte. Sein scharfer Abschluss konnte vom Oberwarter Torhüter nur abgewehrt werden, doch Handler setzte den Nachschuss neben das Tor.
Auch danach entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Gloggnitz überzeugte vor allem durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, gutes Positionsspiel und konsequente Arbeit gegen den Ball. Besonders das schnelle Umschalten nach Ballgewinnen brachte die Gastgeber wiederholt in aussichtsreiche Situationen.
Oberwart versuchte seinerseits, die Partie an sich zu reißen, fand gegen die aufmerksame Defensive der Niederösterreicher aber nur selten die entscheidenden Räume. Die Hausherren blieben diszipliniert, hielten die Wege nach hinten kurz und ließen sich auch in der Schlussphase nicht aus ihrer Ordnung bringen.
Obwohl beide Mannschaften bis zuletzt um den Sieg kämpften und die Begegnung erst nach einer langen Nachspielzeit beendet wurde, blieb es beim 1:1.
Für Gloggnitz war die Punkteteilung gegen den Tabellenzweiten ein weiteres positives Ergebnis. Nach dem 1:0-Erfolg gegen Traiskirchen und dem torlosen Remis bei Wienerberg sind die Niederösterreicher mittlerweile seit drei Begegnungen ungeschlagen und haben dabei lediglich einen Gegentreffer hinnehmen müssen.
Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung angesichts der zahlreichen verletzten und erkrankten Spieler, auf die Trainer Edi Stössl derzeit verzichten muss. Gegen Oberwart zeigte seine Mannschaft dennoch eine überzeugende Vorstellung und bewies, dass sie auch mit einem der stärksten Teams der Liga mithalten kann.
Mit fünf Punkten aus den vergangenen drei Runden und einer deutlich stabilisierten Defensive darf Gloggnitz zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben blicken.
Stimme zum Spiel:
Edi Stössl (Trainer SV Gloggnitz):
„Ich bin heute wirklich stolz auf die Mannschaft. Wenn man bedenkt, wie viele Spieler uns derzeit aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen fehlen, war das eine richtig starke Leistung gegen einen sehr guten Gegner. Wir sind hervorragend ins Spiel gekommen, haben uns schon vor dem 1:0 zwei große Chancen herausgespielt und waren auch danach immer wieder gefährlich. Beim Ausgleich haben wir leider im Ballbesitz einen Fehler gemacht und die anschließenden Zweikämpfe nicht gut geführt. Das war ärgerlich, weil wir bis dahin vieles richtig gemacht haben. Aber die Mannschaft hat sich davon überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Gleich nach der Pause hatten wir wieder eine riesige Möglichkeit, erneut in Führung zu gehen. Insgesamt hat mir sehr gut gefallen, wie wir die Räume bespielt haben, wie wir gegen den Ball gearbeitet haben und wie schnell wir nach Ballgewinnen umgeschaltet haben. Die Burschen haben nie aufgegeben und wirklich alles hineingeworfen. Wir haben jetzt aus den letzten drei Spielen fünf Punkte geholt und dabei nur ein einziges Gegentor bekommen – und das gegen richtig starke Mannschaften. Wenn du gegen den Tabellenzweiten einen Punkt holst und dabei selbst mehrere gute Chancen hast, kannst du absolut zufrieden sein. Das sind wir heute auch. Wenn dann nach und nach unsere verletzten und kranken Spieler zurückkommen, haben wir natürlich noch einmal ganz andere Möglichkeiten. Auf dieser Leistung können wir jedenfalls aufbauen.“