Regionalliga West

Unter neuem Namen: Kitzbühel will an starkem Frühjahr anknüpfen – "Top-5 ist realistisch"

Als viertbeste Rückrunden-Mannschaft sicherten sich die Gamsstädter in der Regionalliga West den achten Tabellenplatz und damit auch die Teilnahme am ÖFB-Cup. An diese starke zweite Saisonhälfte möchte der Klub nun nahtlos anknüpfen. Personell sieht man sich bestens aufgestellt. Künftig wird der Verein unter dem Namen FC Powerspine Kitzbühel auflaufen.


Foto: Wolfgang Sulzberger

 

Kitzbühel auf Erfolgskurs: Neuer Schwung unter Baur und Wallner

Die personellen Weichenstellungen im Winter haben sich für den FC Kitzbühel voll ausgezahlt. Mit Michi Baur als Cheftrainer und Mathias Wallner als Sportchef gelang den Gamsstädtern eine beeindruckende Trendwende. Nach der Winterpause sammelte Kitzbühel starke 28 Punkte – lediglich Meister Wacker (43), Imst (40) und Kuchl (33) holten in diesem Zeitraum noch mehr Zähler. Für das absolute Highlight sorgte der sensationelle 2:1-Auswärtssieg gegen Wacker Innsbruck im Tivoli. „Da sieht man, was möglich ist, wenn Vorbereitung, Einstellung, Wille und Leidenschaft zusammenpassen“, erinnert sich Wallner gerne an den Erfolg.

Entsprechend positiv fällt sein Fazit aus: „Im Vergleich zum Winter reden wir in Kitzbühel heute von ganz anderen Sphären. Wir sind super zufrieden – es geht in allen Bereichen in die richtige Richtung.“ Der Aufschwung beschränkt sich dabei nicht nur auf das Sportliche. Auch strukturell sieht Wallner den Verein hervorragend aufgestellt. Ein deutliches Zeichen dafür: „Ohne dass wir aktiv geworden sind, haben mehrere Spieler bei uns angefragt.“

Großes Lob gibt es zudem für den Coach. „Michi ist ein Top-Trainer. Er hat lange mit jungen Spielern in der Akademie gearbeitet, war selbst Profi und verfolgt seine klare Linie konsequent“, so Wallner.

 

Sechs Neue sorgen für Aufbruchstimmung

Auch am Transfermarkt hat der FC Kitzbühel kräftig nachgelegt. Mit Taner Yildirim, Senad Hamzic und Roland Quehenberger (alle Bramberg), Stefan Lauf (Kufstein), Vitali Borsuk (Stuhlfelden) sowie Fabio Markelic (Treibach) verstärken gleich sechs Neuzugänge den Kader für die kommende Saison. Für Markelic ist es bereits das zweite Engagement in der Gamsstadt. Der 24-jährige gebürtige Villacher stand schon von Februar bis Juli 2025 beim FC Kitzbühel unter Vertrag. „Er hat sich damals leider schon nach kurzer Zeit das Kreuzband gerissen“, erklärt Wallner. Kontinuität gibt es bei den Leihspielern: Die Verträge von Axel Krimbacher, Rene Lukasser-Weitlaner und Mathias Madersbacher wurden verlängert.

Verabschieden muss sich der Verein hingegen von David Spak, der aufgrund seiner Ausbildung an der Polizeischule nach Scheibbs wechselt, Wowo Sagno, der aus familiären Gründen in seine Heimat zurückkehrt, sowie Mateus Kolenda, dessen neuer Verein noch nicht feststeht.

Mit Blick auf die neue Saison sieht sich Wallner bestens gerüstet: „Jede Position ist doppelt besetzt. Durch die Neuzugänge ist die Euphorie im Team sehr groß.“ Zusätzlich rechnet der Sportchef im Laufe der Herbstsaison mit der Rückkehr mehrerer Langzeitverletzter, darunter Jonas Schmidt, Christoph Notdurfter und Raffael Kogler.

 


Foto: Wolfgang Sulzberger

 

Vorderes Tabellendrittel als realistisches Saisonziel

Ziel der Kitzbühler ist ein Tabellenplatz im vorderen Drittel. „Nach dem starken Frühjahr und mit diesem Kader ist ein Top-5-Platz schon realisitisch", meint Wallner, der weder hoch- noch tiefstapeln will.

Auch das traditionelle Kitzbühel-Motto „Wir greifen an“ soll wieder mit Leben gefüllt werden. Im Vordergrund steht dabei weniger das Tabellenrechnen als die eigene Spielweise. „Wir wollen attraktiven Fußball spielen, an die Leistungen aus dem Frühjahr anknüpfen und das Bestmögliche aus unserer Mannschaft herausholen“, betont Wallner.

 

Vorhang auf für den FC Powerspine Kitzbühel

Übrigens: Der FC Eurotours Kitzbühel gehört der Vergangenheit an. Künftig gehen die Tiroler unter dem Namen FC Powerspine Kitzbühel auf Punktejagd. Für Wallner kam die neue Partnerschaft eher zufällig zustande: „Powerspine ist damals in Reith als Sponsor eingestiegen. Da wir mit Reith im Nachwuchs eine Kooperation haben, hat sich der Kontakt ergeben.“ Im Nachhinein erwies sich dieser Zufall als Glücksfall. Denn nachdem Hauptsponsor Eurotours die mehr als 30-jährige Zusammenarbeit beendet hatte, konnte mit Powerspine nahtlos ein neuer Namenssponsor gefunden werden.

Die ersten Pflichtspiele unter dem neuen Vereinsnamen führen die Gamsstädter gleich zweimal nach Vorarlberg. Sowohl in der 1. Runde des ÖFB-Cups am 25. Juli als auch zum Auftakt der Westliga am 1. August trifft der FC Powerspine Kitzbühel auswärts auf den FC Lustenau. „Das wird keine leichte Aufgabe, ist aber durchaus machbar“, zeigt sich Wallner zuversichtlich. Vor allem im Cup hofft der Sportchef auf den Einzug in die zweite Runde – und damit auf das große Los mit einem Kapazunder aus der Bundesliga.

 

 FC Powerspine Kitzbühel 2026/27 

Ziel: vorderes Tabellendrittel 
Zugänge: Taner Yildirim, Senad Hamzic, Roland Quehenberger (alle Bramberg), Stefan Lauf (Kufstein), Vitali Borsuk (Stuhlfelden), Fabio Markelic (Treibach) 
Abgänge: David Spak (Scheibbs), Wowo Sagno (zurück nach Frankreich), Mateus Kolenda (neuer Verein unbekannt)