Regionalliga West

Neustart nach Krisenjahr: Kufstein will zurück ins gesicherte Mittelfeld

Der FC Kufstein schloss die vergangene Saison in der Regionalliga West als Tabellenvorletzter ab. Weil die Rote Laterne dank einer Leistungssteigerung im Frühjahr doch noch abgegeben werden konnte, fällt das Saisonfazit nicht allzu negativ aus. Nach einem umfangreichen Umbruch im Sommer wollen sich die Kufsteiner schnell finden und sich wenn möglich einen Platz im gesicherten Tabellenmittelfeld krallen.


Foto: Wolfgang Sulzberger

 

Frühjahrsaufschwung bringt Kufstein ans Ziel

„Die Hinrunde war nicht gut – sie war sehr enttäuschend“, fasst Kufstein-Trainer Ronald Gercaliu die erste Saisonhälfte zusammen. Die Festungsstädter blieben im gesamten Kalenderjahr 2025 ohne einen einzigen Ligasieg und liefen der Konkurrenz lange hinterher. Nach der Winterpause präsentierte sich die Mannschaft jedoch wie ausgewechselt. Zunächst beendete Kufstein seine 490 Tage andauernde Sieglos-Serie, anschließend folgten mehrere überzeugende Auftritte. „Die Mannschaft hat sich hervorragend entwickelt und innerhalb kurzer Zeit das Bestmögliche herausgeholt. Mit dem Verlassen des letzten Tabellenplatzes haben wir unser Ziel erreicht und können zufrieden sein“, erklärt Gercaliu.

Einen bitteren Nachgeschmack hinterließ allerdings der Saisonabschluss. Bei der deutlichen 2:6-Niederlage in Lauterach vermisste der Trainer bei einigen Spielern die notwendige Motivation. Zudem war der personelle Aderlass so groß, dass sogar Co-Trainer Martin Lella im Alter von 59 Jahren in den Schlussminuten eingewechselt wurde. „Dass es so weit kommen musste, ist lustig und traurig zugleich“, sagt Gercaliu.

 

"Neustart" mit vielen neuen Gesichtern

An die starke Entwicklung im Frühjahr anzuknüpfen, wird für Kufstein keine leichte Aufgabe. Der Grund: Im Sommer steht der Verein vor einem personellen Umbruch. Aktuell wurden bereits neun Neuzugänge verpflichtet, während zehn Spieler den Klub verlassen haben. „Wir machen sozusagen einen Neustart. In der kurzen Vorbereitungszeit werden wir versuchen, die neuen Spieler schnell zu integrieren und an unser Spielsystem zu gewöhnen“, sagt Gercaliu. Gelingt dieser Prozess, peilt Kufstein eine sorgenfreie Saison im gesicherten Mittelfeld der Westliga an. Die Entwicklung von Spielern und Mannschaft habe weiter oberste Priorität.

 


Foto: Adi Aschauer

 

Abschied des Top-Torjägers schmerzt besonders 

Unter den zehn Abgängen befindet sich auch Stefan Lauf, der mit zehn Treffern bester Torschütze der Kufsteiner in der vergangenen Saison war. Entsprechend schmerzt sein Abschied. „Er hat intensiv an seinen Schwächen gearbeitet und sich wirklich sehr gut entwickelt. Wir haben alles versucht, ihn zu halten. Es ist sehr schade, dass er geht, aber wir akzeptieren seine Entscheidung und wünschen ihm nur das Beste“, sagt Gercaliu. Als Hauptgrund für den Wechsel zum Liga-Konkurrenten Kitzbühel nennt der Kufstein-Coach die finanziellen Rahmenbedingungen.

 

Zum Auftakt: Gercaliu-Kollektiv fasst drei Derbypunkte ins Auge

Zum Auftakt der neuen Westliga-Saison wartet auf Kufstein gleich ein Derby. Die Festungsstädter müssen rund 30 Kilometer zum Aufsteiger und Lokalrivalen St. Johann reisen. „Wir haben uns neu aufgestellt, sie sind neu in der Liga. Das wird ein interessantes Derby“, sagt Gercaliu.

Trotz der besonderen Ausgangslage ist das Ziel klar: Kufstein will im St. Johanner Koasastadion mit einem Sieg in die Saison starten. „Das erste Saisonspiel ist immer schwierig, weil man nie genau weiß, wo man steht. Aber wir gehen gegen jeden Gegner mit dem Ziel ins Spiel, drei Punkte zu holen“, betont Gercaliu.

  

 

 FC Kufstein 2026/27 

Ziel: Platz im Tabellenmittelfeld
Zugänge: Marcel Prosic (Vösendorf), Mario Andric, Renato Babic (beide St. Johann/T.), Gentian Vokri, Alessandro Discetti (beide Traunstein), Andreas Tokic (Mayrhofen), Paul Schermer (WSG Tirol Juniors), Alvin Husic (Kitz Juniors), Duy Bui (Erl)
Abgänge: Sepp-Renee Kollie (Türkgücü München), Daniel Egger (Bad Häring), Stefan Lauf (Kitzbühel), Elias Prosic, Robert Martic (beide St. Johann/T.), Tobias Grömansberger (Studium in USA), Thomas Wimmer (Nußdorf/Debant), Sahin Karayün (Karriereende), Elias Egger (Schwoich), Joseph-Samson Akpara (neuer Verein unbekannt)