Mit einem Platz im gesicherten Tabellenmittelfeld und der Qualifikation für den ÖFB-Cup erreichte der SC EGLO Schwaz in der vergangenen Saison seine gesteckten Ziele. Nun steht den Silberstädtern erneut ein personeller Umbruch bevor, der neue Herausforderungen mit sich bringt. Trotz zahlreicher offener Fragen ist eines gewiss: Die deutlich verjüngte Mannschaft soll sich in der Regionalliga West halten.
Foto: Wolfgang Sulzberger
Als zweitbestes Tiroler Team hinter Wacker Innsbruck spielte Schwaz eine überzeugende Hinrunde. Im Frühjahr bremste jedoch eine anhaltende Verletzungsserie die Mannschaft aus, wodurch die Leistungen nicht mehr an die starken Auftritte der ersten Saisonhälfte anknüpfen konnten. Dennoch sicherten sich die Silberstädter am Ende den zehnten Tabellenplatz und die Teilnahme am ÖFB-Cup. „Damit haben wir unsere gesteckten Ziele erreicht“, zieht Trainer Akif Güclü ein positives Fazit. Nach dem personellen Umbruch vor der Saison sei lange unklar gewesen, wohin die Reise führen würde. „Vor der Saison hätte ich den zehnten Platz sofort unterschrieben“, betont der Coach.
Nach der starken Hinrunde seien die Erwartungen für das Frühjahr zwar gestiegen, doch die vielen Ausfälle verhinderten eine noch bessere Platzierung. „Wenn wir über die gesamte Saison komplett gewesen wären, wäre deutlich mehr möglich gewesen“, ist Güclü überzeugt. Bockstark: Can Alak kürte sich mit 30 Saisontreffern zum absoluten Top-Goalgetter der Westliga.

Foto: SC EGLO Schwaz
Nun müssen sich Güclü und Co. mit dem nächsten Umbruch herumschlagen. Stand jetzt verlassen zehn Kicker den Verein, ebenso viele docken neu an. "Wir haben sozusagen die halbe Mannschaft ausgetauscht", erklärt Güclü. Wie konkurrenzfähig sein Team und die Regionalliga West insgesamt einzuschätzen sind, möchte der Schwazer Coach noch nicht beurteilen. „Dafür müssen wir uns erst die ersten Spiele anschauen. Im Grunde wollen wir unsere junge Mannschaft stabilisieren und mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen“, so Güclü.
Durch die Abgänge erfahrener Leistungsträger wie Michael Knoflach, Kevin Nitzlander und Sandro Neurauter ist der Altersdurchschnitt des Teams auf 22,17 Jahre gesunken. Der Fokus liegt deshalb klar auf der Weiterentwicklung der jungen Mannschaft.
Auch bei der Zielsetzung schlägt Güclü neue Wege ein. Anstatt eine fixe Saisonplatzierung vorzugeben, setzt der Trainer auf Etappenziele: „Ich habe ein Plakat mit Zielen für Fünf-Spiele-Blöcke aufgehängt. Die Spieler konnten selbst festlegen, mit wie vielen Punkten sie in den jeweiligen fünf Spielen zufrieden sind.“ Mit diesem Ansatz soll die Mannschaft Schritt für Schritt wachsen und sich kontinuierlich weiterentwickeln.

Foto: Wolfgang Sulzberger
Zum Auftakt der neuen Saison wartet auf den SC EGLO Schwaz gleich ein anspruchsvolles Programm. In der ersten Runde des ÖFB-Cups fordern die Tiroler den Nordligisten SPG Wallern/St. Marienkirchen, ehe in der Regionalliga West das Derby gegen Aufsteiger Fügen ansteht.
Brisanz verspricht vor allem das Duell mit Fügen: Gleich sechs ehemalige Schwazer stehen mittlerweile im Kader des Aufsteigers. Zudem sitzt mit Heli Kraft ein Trainer auf der Bank, der Güclü einst bei Wacker trainiert hat. „Ich kenne Fügen gut und habe mir in der vergangenen Saison einige Spiele von ihnen angesehen. Das wird ein richtig heißer Auftakt – eine echte Challenge“, blickt Güclü auf den Ligastart voraus.
Verzichten muss der Zehnte der Vorsaison dabei auf Fabio Narr und Tarkan Akbulut. Beide befinden sich nach einem Kreuzbandriss weiterhin in der Rehabilitationsphase und werden zum Saisonauftakt nicht zur Verfügung stehen.
|
| Ziel: nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen, junge Mannschaft stabilisieren |
| Zugänge: Josip Steko, Arda Taflan, Stefan Inthal, Simon Plattner, Mehmet Durmus (alle Silz/Mötz), Julius Donabauer, Moritz Hupfauf (beide WSG Tirol Juniors), Cemil Erdogan (Völs), Mehmet Ayazoglu, Karim Federa (beide Schwaz 1b) |
| Abgänge: Alexander Schwab, Michael Knoflach (beide Stubai), Paul Wessiack (Fügen), Kevin Nitzlnader, Mario Schell, Sandro Neurauter (alle Volders), Florian Jünemann (Innsbrucker AC), Elias Ulses (Kematen), Stefan Hager, Marko Kovacevic (neuer Verein unbekannt) |