Regionalliga West

Ein Aufsteiger mit Ansage: St. Johann will mehr als "nur" den Klassenerhalt

Als Vizemeister der tt.com Regionalliga Tirol sicherte sich der SK St. Johann souverän den Aufstieg in die Regionalliga West. Dort wollen sich die Unterländer nicht mit dem bloßen Klassenerhalt zufriedengeben, sondern von Beginn an eine gute Rolle spielen. Die vier Abgänge konnten bereits adäquat kompensiert werden.


Foto: SK St. Johann/T.

 

St. Johann zieht positives Saisonfazit: „Höchst erfolgreich“ trotz verpasstem Meistertitel

„Grundsätzlich wollten wir vorne mitspielen. Dass das nach dem Trainerwechsel so gut über die Bühne gegangen ist, war in dieser Form nicht vorherseh- und planbar. Die Saison hätte kaum besser verlaufen können – für uns war sie höchst erfolgreich“, zieht St. Johanns Sportchef Alfred Neuner ein positives Fazit.

Die St. Johanner präsentierten sich über die gesamte Spielzeit hinweg in starker Verfassung. Nach dem Gewinn des Herbstmeistertitels mussten sie sich am Saisonende lediglich den WSG Tirol Juniors geschlagen geben. „Dass wir am Ende nicht Meister geworden sind, ist der einzige kleine Wermutstropfen. Mit der WSG hatten wir jedoch einen übermächtigen Gegner, der eine Top-Saison gespielt hat und zurecht Meister geworden ist“, betont Neuner.

 

"Wollen uns in der Westliga ordentlich etablieren"

Mit dem Aufstieg betritt St. Johann Westliga-Neuland. Für Sportchef Alfred Neuner, das Trainerteam und Teile der Mannschaft ist die neue Liga eine völlig neue Herausforderung. Verstecken müsse sich sein Team deshalb aber keineswegs.„In der Intensität sehe ich kein Problem. Der größte Unterschied ist, dass in der Westliga die Gegner viel genauer analysiert werden und die Taktik entsprechend angepasst wird. Es wird deutlich taktischer Fußball gespielt. In der vergangenen Saison konnten wir uns oft auf unsere individuelle Klasse verlassen – das wird in der Westliga schwieriger“, erklärt Neuner.

Auch beim Saisonziel gibt sich der Sportchef ambitioniert. Der Klassenerhalt allein reicht den St. Johannern nicht. „Unser Ziel ist es nicht, nur die Liga zu halten. Wir wollen uns in der Westliga etablieren und von Anfang an eine gute Rolle spielen“, stellt Neuner klar.

 


Foto: SK St. Johann/T.

 

Kader weitgehend komplett – weitere Neuverpflichtungen wären "ein Zuckerl"

Beim Westliga-Aufsteiger halten sich die Veränderungen im Kader in Grenzen. Für Neuner lag der Fokus in der Transferperiode darauf, die Abgänge adäquat zu ersetzen. „Das ist uns gelungen. In dieser Woche haben wir noch einige Testspieler im Training. Alles, was jetzt noch dazukommt, wäre ein Zuckerl“, sagt Neuner.

Verabschiedet haben sich Mario Andric und Renato Babic (beide Kufstein) sowie Jakub Cunta und Aboubacar Cisse, deren neue Vereine bislang nicht bekannt sind. Neu im Kader stehen dafür Robert Martic und Elias Prosic (beide Kufstein) sowie Mohamed Chedi Afifem, der vom Salzburger Nordligisten St. Johann/Pongau kommt.

Keine Option war hingegen eine Rückkehr von Axel Krimbacher. Der Offensivspieler sammelte im Frühjahr auf Leihbasis beim FC Kitzbühel Westliga-Erfahrung, sein Leihvertrag wurde mittlerweile verlängert. „Dass Axel wieder zu uns zurückkommt, haben wir nicht ins Auge gefasst“, stellt Neuner klar.

  

Derby zum Auftakt

Zum Auftakt in die Westliga wartet auf die St. Johanner gleich ein echter Härtetest. Vor heimischem Publikum kommt es in der ersten Runde zum Derby gegen den FC Kufstein – ein Gegner, den Neuner trotz dessen durchwachsener Vorsaison keinesfalls unterschätzt. „Kufstein spielt keinen schlechten Fußball. Sie sind in der vergangenen Saison unter ihrem Wert geblieben. Spielen brauchen wir uns gegen die nicht“, warnt Neuner.

Dennoch blickt der Aufsteiger, der seit Montag in der Vorbereitung steckt, seinem Drittliga-Abenteuer mit Zuversicht entgegen. „Wir wollen gut in die Saison starten und gleich den einen oder anderen Punkt mitnehmen. Das Derby wird spannend und für uns ein erster echter Gradmesser“, sagt Neuner.

 

 

 SK St. Johann 2026/27 

Ziel: sich in der Liga etablieren
Zugänge: Robert Martic, Elias Prosic (beide Kufstein), Mohamed Chedi Afifem (St. Johann/P.)
Abgänge: Mario Andric, Renato Babic (beide Kufstein), Jakub Cunta, Aboubacar Cisse (neuer Verein jeweils unbekannt)