Regionalliga West

Imst macht den Jungbrunnen-Test – "Das Schönste wäre, wenn wir die beste Tiroler Mannschaft wären"

Dank einer beeindruckenden Rückrunde sicherte sich der SC Imst im Frühjahr noch einen Platz unter den Top-3 der Regionalliga West. Nach einem umfassenden Umbruch und einer deutlichen Verjüngung des Kaders im Sommer möchte die Mannschaft von Trainer Jens Scheuer auch in der neuen Saison wieder im vorderen Tabellendrittel mitmischen. Im ÖFB-Cup hinterließ man trotz Ausscheiden einen starken Eindruck


Foto: Wolfgang Sulzberger

 

Starke Rückrunde nach schwierigem Saisonstart

Der verlorene Titelkampf gegen die Salzburger Austria in der Saison 2024/25 hinterließ beim SC Imst deutliche Spuren. „Das hat mental sehr viele Körner gekostet. Deshalb sind wir auch schleppend in die neue Saison gestartet“, erklärt Trainer Scheuer. Vor allem im Herbst fand die Mannschaft nur schwer in ihren Rhythmus. Mit lediglich 24 Punkten überwinterte Imst auf Rang sieben, die Spitzenplätze schienen bereits außer Reichweite. „Im Winter haben wir die Zeit genutzt, um durchzuschnaufen. Danach haben wir eine grandiose Rückrunde gespielt“, berichtet Scheuer. Tatsächlich stellte sein Team hinter dem souveränen Meister Wacker Innsbruck die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde.

Am Ende fehlte nur ein Wimpernschlag zur erfolgreichen Verteidigung der Vizemeisterschaft. „Die entscheidenden Punkte haben wir definitiv in der Vorrunde liegen gelassen. Mit Kuchl und Seekirchen hatten wir aber auch starke Konkurrenten“, resümiert Scheuer.

 

Verjüngungskur mit klaren Zielen

In der Zwischensaison hat sich in Imst einiges getan. Zwölf Neuzugängen stehen ebenso viele Abgänge gegenüber – acht der zwölf Neuen sind noch nicht einmal zwanzig Jahre alt. „Wir haben uns extrem verjüngt. Ich denke aber, dass es uns gelungen ist, die Abgänge zwar nicht eins zu eins, aber insgesamt gut zu ersetzen“, sagt Scheuer. Verloren gegangen ist dabei allerdings ein Teil der Erfahrung. „Erfahrung ist im Fußball immer ein wichtiger Faktor. Wahrscheinlich werden wir in dieser Hinsicht auch Lehrgeld bezahlen. Das gehört zur Entwicklung einer Mannschaft aber einfach dazu“, so Scheuer.

Trotz des personellen Umbruchs bleiben die Ziele ambitioniert. „Jetzt gilt es, die jungen Spieler zu integrieren und an das Niveau der Regionalliga heranzuführen. Wir wollen uns wieder im vorderen Tabellendrittel aufhalten“, erklärt der Imst-Coach. Ein besonderes Ziel hat er ebenfalls im Blick: „Das Schönste wäre natürlich, wenn wir am Ende die beste Tiroler Mannschaft wären. Das wird allerdings schwierig, denn unsere Konkurrenten haben in der Sommerpause enorm aufgerüstet.“

 


Foto: SC Imst

 

Cup-Auftritt als Mutmacher

Die erhoffte Sensation im ÖFB-Cup gegen Bundesligist Hartberg blieb zwar aus, dennoch hinterließen die Imster einen starken Eindruck. „Wir haben über die gesamten 90 Minuten aktiv Fußball gespielt und Hartberg auch defensiv gefordert. Das Ballbesitzverhältnis war bei weitem nicht so einseitig, wie man es in solchen Spielen oft erlebt. Wir sind auf einem guten Weg“, zeigt sich Scheuer mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. Die couragierte Leistung gegen den Favoriten soll nun als positives Signal für den Saisonstart dienen.

 

Imst startet gegen die Reichenau

Apropos Saisonauftakt: Im Zuge dessen wartet mit der SVG Reichenau gleich ein bestens bekannter Gegner auf die Scheuer-Truppe. Dort stehen inzwischen auch die ehemaligen Imster Christoph Eller und Marko Jovljevic im Kader. „Wir kennen Reichenau durch und durch“, sagt Scheuer, der gegen die Innsbrucker in den vergangenen Jahren häufig gute Erfahrungen gemacht hat.

Auch mit den meisten der insgesamt sechs Aufsteiger ist Scheuer vertraut. „Die Tiroler Mannschaften kennen wir natürlich, Röthis auch noch aus der Vergangenheit. Nur Wolfurt und Lochau müssen wir uns noch genauer anschauen“, erklärt der Imst-Coach. Zeit dafür bleibt ja noch. Wolfurt gastiert Ende August, Lochau dann Ende September in der Velly-Arena.

 

 

 SC Imst 2026/27 

Ziel: Vorderes Tabellendrittel
Zugänge: Josef Tiefenbrunn (Landeck), Felix Kleinhans (AKA Tirol U18), Philipp Viertler, Stefan Lorenz, Matej Kvacek (alle Wacker Innsbruck), Hüseyin Celik (Telfs), Tobias Rottensteiner (Silz/Mötz), Linus Zoppel (FC Dornbirn), Kevin Tilg, Marvin Santeler, Matteo Mair, Paolo Pixner (alle Imst 1b)
Abgänge: Rene Prantl (Oberland West), Florian Jamnig (Mieminger Plateau), Christoph Eller, Marko Jovljevic (beide Reichenau), Rene Schneebauer (Rietz/Stams), Marcel Dußling (Rutesheim/Deutschland), Lorenzo Popovic (Post SV), Jan Filipp Schulz (Concordia Hamburg/Deutschland), Paulo Rossetti (Karrierepause), Roman Dablander (Tarrenz), Ondrej Jakubov (Imst 1b), Yervand Sukiasyan (neuer Verein unbekannt)