Spielberichte

Nach dreimaliger Führung: St. Johann muss sich gegen Reichenau mit Punkteteilung begnügen

Dreimal ging der SK St. Johann/T. im Tiroler Derby gegen die SVG Reichenau in Führung – und dreimal konnte der Aufsteiger diese nicht über die Zeit bringen. Vor 250 Zuschauern im Koasastadion entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel mit sechs Toren, aber keinem Sieger. Am Ende stand ein 3:3-Unentschieden auf der Anzeigetafel.

Foto: Lukas Kili / SK St. Johann 

 

Verdiente Pausenführung für St. Johann

Fünfmal standen sich St. Johann und Reichenau seit Beginn der Datenerfassung bislang gegenüber, kein einziges Mal gingen die Unterländer dabei als Sieger vom Platz. Mit jeweils einem Sieg und zwei Niederlagen im bisherigen Saisonverlauf hatten beide Mannschaften diesmal dasselbe Ziel: den zweiten Saisonsieg einfahren.

Die St. Johanner erwischten den besseren Start. Nach dem unter der Woche erfolgten Aus im Landescup präsentierten sich die Gastgeber von Beginn an druckvoll. „In der ersten Halbzeit waren die St. Johanner stärker. Da haben wir uns nicht richtig auf sie einstellen können“, musste auch Reichenau-Trainer Gernot Glänzer anerkennen. In der 12. Minute schlug sich die Überlegenheit erstmals auf der Anzeigetafel nieder. Mohamed Chedi Afifeh vollendete einen laut St. Johann-Coach Norbert Frey „super Spielzug“ zur 1:0-Führung. „Wir waren gut im Spiel, haben Ball und Gegner beherrscht“, zeigte sich Frey mit der Anfangsphase zufrieden.

Die Führung hielt allerdings nur sechs Minuten. Bei einem hohen Ball behinderten sich zwei St. Johanner gegenseitig, Ömer Köken nutzte die Unordnung eiskalt aus und stellte auf 1:1. Der Aufsteiger ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und fand rasch zurück in die Spur. In der 33. Minute belohnte sich St. Johann erneut: Benedikt Seeber brachte die Gastgeber mit 2:1 in Führung und sorgte damit für die knappe Pausenführung.

 


Foto: Lukas Kili / SK St. Johann

 

Dreimal geführt, trotzdem nur ein Punkt

Nach der Pause verpassten es die St. Johanner, an die starke erste Halbzeit anzuknüpfen. Im Spiel gegen den Ball agierten die Gastgeber zu passiv – Reichenau wusste das zu nutzen. Mahmut Bozkurt traf in der 56. Minute zum 2:2-Ausgleich. „Da waren wir zu pomadig, in der Rückwärtsbewegung nicht giftig genug“, ärgerte sich Frey.

Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nur drei Minuten später zeigte Schiedsrichter auf den Punkt, Afifeh übernahm Verantwortung und schnürte mit seinem zweiten Treffer des Abends das 3:2 (59.). Doch auch die dritte St. Johanner Führung sollte keinen Bestand haben. In der 81. Minute war erneut Köken zur Stelle und erzielte mit seinem Doppelpack den 3:3-Endstand. Reichenau hatte nach dem neuerlichen Rückstand zunehmend mehr riskiert und dadurch auch mehr Druck erzeugt.

„Wenn du dreimal zurückliegst, ist es am Ende schon in Ordnung, wenn du einen Punkt mitnimmst. Die Moral der Mannschaft war gut. Letztendlich haben wir St. Johann aber das Toreschießen zu leicht gemacht“, bilanzierte Glänzer. Auch auf der Gegenseite haderte man mit zu leicht kassierten Gegentreffern – und einer verpassten Gelegenheit in der Schlussphase. „Bei einer Zwei-gegen-Eins-Überzahl waren wir zu eigensinnig. Statt querzulegen, hat es der Spieler selbst probiert. Dafür fehlt mir das Verständnis“, schimpfte Frey.

Damit mussten beide Mannschaften den zweiten Saisonsieg vertagen. Nach vier Runden halten sowohl St. Johann als auch Reichenau bei vier Punkten. In der nächsten Runde steigt für die Frey-Truppe das nächste Heimspiel gegen die WSG Tirol Juniors. Für die Innsbrucker, die wieder in der Fremde antreten müssen, geht's nach Lochau.

 

 

👑 Die Besten: niemand bzw. Köken, Wöber, Bozkurt, Zangerl 

 

 

 

 Regionalliga West 2026/27, 4. Runde

Freitag, 21.08.2026, 19:30, Koasastadion St. Johann, Z: 250, SR: Cemil Et

 

 SK St. Johann/T. 3:3 (2:1) SVG Reichenau 

St. Johann/T.: Georg Pendl (K), David Kos, Philipp Bader, Maximilian Gruber, Robert Martic, Mohamed Chedi Hamad Afifeh, Florian Schuler, Christian Pauli, Stephen Owusu Akomeah, Benedikt Seeber, Maximilian Jurescha

Ersatz: Giovanni Müller, Eric-Vasi Capeti, Sebastian Gruber, Felix Hinterseer, Nico Berger, Maximilian Seeber

Reichenau: Emanuel Ponholzer, Lukas Zangerl, Sefik Abali, Ömer Köken, Mahmut Bozkurt, Marko Jovljevic, Clemens Hubmann (K), Matteo Wöber, Fynn Christian Fuchs, Max Forisch, Jakob Singer

Ersatz: Salih Ayazoglu, Stefan Pribanovic, David Stoppacher, Lukas Caria, Denis Dulic, Mateo Hilber

Torfolge: 

1:0 Mohamed Chedi Afifeh (12.)

1:1 Ömer Köken (18.)

2:1 Benedikt Seeber (33.)

2:2 Mahmut Bozkurt (56.)

3:2 Mohamed Chedi Afifeh (59.)

3:3 Ömer Köken (81.)