Der SC Röfix Röthis führte 2:0, die WSG Tirol Juniors schienen geschlagen – und dann übernahm die Bank das Kommando. Die Joker der Wattener waren an allen Treffern beteiligt, drehten die Partie binnen sieben Minuten auf 3:2 und sorgten für ein irres Finish. Zwar glich Arbnor Rexhaj in der 95. Minute noch zum 3:3 aus, doch in Minute 99 setzte Clemens Kerschbaumer vom Elferpunkt den endgültigen Schlusspunkt.

Foto: WSG Tirol
„Es hätte in beide Richtungen gehen können“, sah Röthis-Trainer Ali Özkan im Duell zweier Vorjahresmeister eine völlig offene Partie. Nach einer torlosen ersten Halbzeit dauerte es gerade einmal drei Minuten, ehe die seit fünf Westliga-Spielen ungeschlagenen Röthener aus einem 0:0 ein 2:0 machten: Arbnor Rexhaj erzielte die Führung (49.), Fabio Scheichl legte kurz darauf nach (52.).
Damit schien Röthis die Partie endgültig an sich gerissen zu haben. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute nicht die PS auf den Platz gebracht, waren in den Zweikämpfen zu zaghaft. Ein Kompliment an Röthis: Sie haben uns im Positionsspiel vor Probleme gestellt“, erklärte WSG-Coach Manuel Ludwiger.
Doch dann kam Bewegung in die Partie – und zwar von der WSG-Bank. Ludwiger reagierte mit neuen Kräften, die prompt für einen völlig anderen Auftritt sorgten. „Die haben frischen Wind gebracht und waren an allen Toren beteiligt“, so Ludwiger weiter. Die Einwechselspieler läuteten damit die Wende ein.
Joker Simon Schüllner sorgte für den Anschluss (79.), ehe 2:0-Schütze Fabio Scheichl mit einem Eigentor den Ausgleich besorgte (85.). Nur eine Minute später drehte Tobias Wanner die Partie sogar komplett – 3:2 für die WSG (86.). „Wenn du eine 2:0-Führung verspielst, brauchst du die Schuld nicht bei wem anderen suchen. Wir haben es selber aus der Hand gegeben“, ärgerte sich Özkan.
Doch Röthis hatte noch eine Antwort parat. In der fünften Minute der Nachspielzeit schnürte Rexhaj seinen Doppelpack und rettete den Vorarlbergern vermeintlich noch das 3:3. Zumindest ein kleines Happy End schien perfekt – doch daraus wurde nichts. Nachdem Thomas Baldauf sogar noch das 4:3 auf dem Fuß hatte, zeigte der Schiedsrichter im Gegenzug nach einem Foul von Knünz auf den Punkt. Clemens Kerschbaumer, ein weiterer WSG-Joker, blieb eiskalt und verwandelte den Strafstoß zum 3:4 (99.).
„Ein Beweis dafür, dass Fußball kein Einzel- bzw. Startelfsport ist und dass es auf jeden einzelnen Spieler ankommt. Auch wenn du nur zehn Minuten spielst, kannst du einen Impact haben“, jubelte Ludwiger über den Last-Second-Sieg und den vierten Dreier in Folge.
👑 Die Besten: Rexhaj bzw. Schüllner, Veskovic
Sonntag, 27.09.2026, 14:00, Sportplatz an der Ratz Röthis, Z: 360, SR: Jan Medwed
Röthis: Jonas Ströhle, Marcel Sohler, Fabio Scheichl, Clemens Johannes Knoll, Arbnor Rexhaj, Florian Domig, Tobias Hartmann, Christoph Domig (K), David Franz, Thomas Marc Baldauf, Linus Berthold Ersatz: Tobias Willam, Adrian Knünz, Laurin Mario Hartmann, Livio Stückler, Mattia Stevic |
WSG Juniors: Felix Libiseller, Daniel Siess, Mathias Schmid, Tobias Wanner (K), David Radovanovic, Simon Wieser, Theodor Hamerle, Georgi Bedianashvili, Benjamin Siess, Theo Plattner, Maximilian Fankhauser Ersatz: Mihailo Koprena, Ayhan Adam, Clemens Kerschbaumer, Simon Schüllner, Ahmet Yarim, David Veskovic |
Torfolge: | 1:0 Arbnor Rexhaj (49.) 2:0 Fabio Scheichl (52.) 2:1 Simon Schüllner (79.) 2:2 Fabio Scheichl (85., Eigentor) 2:3 Tobias Wanner (86.) 3:3 Arbor Rexhaj (95.) 3:4 Clemens Kerschbaumer (99.) |