Die Union Gaspoltshofen überwintert in der 1. Klasse Mitte-West mit 10 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nach einem äußerst schwierigen Saisonstart folgte gegen Ende September ein Trainerwechsel und Lukas Bichl übernahm das Amt. Unter seiner Führung holte das Team in den verbleibenden Herbstspielen noch 7 Punkte und stellte damit den Anschluss an das dicht gedrängte hintere Mittelfeld her. Der Blick ist klar nach vorne gerichtet, der Klassenerhalt bleibt das erklärte Ziel. Bester Torschütze der Gaspoltshofener ist bislang Emanuel Altendorer mit neun Treffern.
Bichl übernahm die Mannschaft zu einem Zeitpunkt, als das Selbstvertrauen nahezu aufgebraucht war. „Ich habe die Mannschaft in einer sehr, sehr schwierigen Phase übernommen. Sie sind bei drei Punkten gestanden, und die sind gleich aus dem ersten Spiel gekommen. Danach ist alles verloren worden“, schildert der Trainer offen. Entsprechend tief saß die Verunsicherung im Team, das zu diesem Zeitpunkt kaum Stabilität ausstrahlte.
Der neue Coach setzte rasch erste Akzente, vor allem im Defensivverhalten. „Sie waren davor sehr mutig gegen den Ball, teilweise fast zu mutig, und sind dadurch oft ins offene Messer gelaufen“, erklärt Bichl. Er stellte die Mannschaft kompakter ein, insbesondere in der Defensive, was sich rasch positiv bemerkbar machte. „Das hat in den ersten zwei, drei Spielen sehr gut funktioniert. Wir haben gleich die ersten beiden Spiele nach meiner Übernahme gewonnen und wirklich ordentlich gespielt.“
In der Folge stabilisierte sich das Team, auch wenn die Punkteausbeute nicht immer den gezeigten Leistungen entsprach. Besonders ein Spiel sticht für Bichl heraus: „Auswärts in Gallspach waren wir klar die bessere Mannschaft, haben Chance um Chance gehabt und trotzdem verloren.“ Gerade weil es sich um ein direktes Duell im Tabellenkeller handelte, sei diese Niederlage besonders schmerzhaft gewesen.
Auch das 1:1 zuhause gegen Dorf, für Bichl „offensiv die stärkste Mannschaft der Liga“, wertet er positiv: „Da waren wir mindestens ebenbürtig.“ Ein klarer Rückschlag folgte allerdings beim deutlichen Auswärtsverlust gegen Ampflwang, den der Trainer ohne Umschweife als „Totalausfall“ bezeichnet. In den letzten beiden Herbstpartien präsentierte sich Gaspoltshofen wieder stabil, ließ aber erneut Punkte liegen. „Wir waren wieder mindestens ebenbürtig, haben aber in den entscheidenden Situationen die Tore nicht gemacht und sie dann bekommen.“
Unterm Strich zieht Bichl ein differenziertes Fazit. „Der Herbst war für uns zweigeteilt. Vor meiner Übernahme war es ein negativer Lauf, danach waren die Leistungen – mit einer Ausnahme gegen Ampflwang – sehr in Ordnung.“ Gerade im Kontext des Kaders ordnet er die Situation realistisch ein: „Wir sind die jüngste und unerfahrenste Mannschaft der Liga.“ Alle Spieler sind aus Gaspoltshofen bzw. aus der näheren Umgebung. Externe Verstärkungen werden nicht geholt. Trotzdem ist der Trainer überzeugt, dass mehr möglich gewesen wäre. „Die Punkteanzahl hätte höher sein können, wenn nicht sogar müssen.“ Gleichzeitig betont er: „Wir sind jetzt aber in einer Lage, wo wir es selbst in der Hand haben.“
An der Zielsetzung gibt es keinen Zweifel. „Das Ziel muss sein, dass wir nicht absteigen“, stellt Bichl klar. Gerade für die Entwicklung der jungen Spieler sei der Verbleib in der 1. Klasse enorm wichtig. „Diese ist naturgemäß deutlich besser, wenn man sich in der ersten Klasse behaupten kann.“ Gleichzeitig weiß er um die Herausforderungen: „Es wird schwierig, weil wir sehr unerfahren sind. Das hat man genau in den Spielen gesehen, wo wir als leichter Favorit gegolten haben – da haben wir zweimal versagt.“ Daran wolle man gezielt arbeiten, vor allem im mentalen Bereich. „Im Frühjahr kommen einige Schlüsselspiele. Da müssen wir bereit sein.“
Personell setzt der Verein bewusst auf Kontinuität. „Der Kader bleibt großteils unverändert“, erklärt Bichl. Niclas Zobl verlässt den Verein, Andreas Stockinger hat seine Karriere beendet. Neuzugänge sind nicht geplant. „Das ist eine Philosophiefrage. Wir wollen es mit den eigenen Spielern schaffen.“ Dem Trainer ist bewusst, dass es bis zum Saisonende eng bleiben wird: „Das wird sich vermutlich bis zum letzten Spiel ziehen.“
Die Vorbereitung ist klar strukturiert. Seit Mitte Dezember absolvieren die Spieler ein individuelles Programm. Am 22. Jänner steht ein Leistungstest an, das reguläre Mannschaftstraining startet am 26. Jänner. In den Semesterferien ist zudem ein Trainingslager in Ungarn geplant. Mit dieser Grundlage will die Union Gaspoltshofen die nötige Stabilität erlangen, um im Frühjahr die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt zu holen.