Ein intensiver Auftakt ins Frühjahr in der 1. Klasse Mitte-West: Nach dem 3:3 beim SV DSV Road Kallham ordnet Lukas Bichl, Trainer von Union Gaspoltshofen, die Lage differenziert ein. Vor dem Anpfiff wie auch zur Pause hätte er das Remis sofort akzeptiert; nachdem sein Team die Partie zwischenzeitlich auf 3:2 gedreht hatte, wirkte der späte Ausgleich zunächst bitter – insgesamt passe das Ergebnis aber zum Spielverlauf. Bichl spricht von wechselnder Spielkontrolle, einem psychologisch wichtigen 1:2 genau mit dem Halbzeitpfiff und Großchancen auf beiden Seiten in der Schlussphase. Zugleich verweist er auf die sehr junge Mannschaft im Abstiegskampf, den schwierigen Auswärtsauftritt bei einem kompakten Gegner und die Notwendigkeit, in den kommenden Wochen konsequent zu punkten.

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Den Start sah Bichl klar auf Seiten seiner Mannschaft: „In den ersten 20 Minuten haben wir das Spiel kontrolliert.“ Danach geriet Union Gaspoltshofen mit 0:1 (19., Marcel Wolfesberger) und 0:2 (44., Mathias Hamedinger) in Rückstand, ehe Emanuel Altenhofer exakt mit dem Pausenpfiff auf 1:2 stellte (45.). Nach dem Wiederanpfiff glich Markus Gradinger zum 2:2 aus (65.), Lorenz Klinger drehte die Partie auf 3:2 (79.) – doch im Gegenzug stellte Mathias Hamedinger mit dem 3:3 (80.) den Endstand her. In der offenen Schlussphase, so Bichl, „hatten wir beim Stand von 3:3 noch einmal eine große Chance – aber auch Kallham hatte noch eine gute Möglichkeit.“
Inhaltlich war der Trainer mit der Umsetzung weitgehend zufrieden: „Grundsätzlich bin ich mit der taktischen Umsetzung großteils zufrieden, weil der Gegner ein, zwei oder drei sehr gefährliche Spieler in den Reihen hat – die hatten wir über weite Strecken gut im Griff.“ Verbesserungspotenzial sah er vor allem im eigenen Umschaltspiel: „Unsere Umschaltmomente nach vorne, wo wir grundsätzlich sehr gefährlich sind, haben wir nicht zu 100 Prozent genutzt – ansonsten hat es gepasst.“ Personell meldete Bichl einige Einschränkungen, ohne Ausflüchte zu suchen: „Wir haben zwei Langzeitverletzte, die in den nächsten Runden fehlen werden. Unser Kapitän war gesperrt, ist nächste Woche wieder dabei – ansonsten waren wir komplett.“
Den Gegner ordnete Bichl mit Respekt ein: „Wir waren nicht überrascht von Kallhams Herangehensweise. Man kennt Kallham als sehr kompakte Mannschaft mit ein, zwei herausstechenden Spielern; sie sind sehr schwer zu bespielen. Deswegen haben sie seit Runde vier oder fünf nichts mehr verloren.“ Und weiter: „Wir wussten um Kallhams Stärken, haben sie über weite Strecken herausgenommen und am Ende verdient den Auswärtspunkt geholt – in Kallham ist es immer schwer, Punkte mitzunehmen.“ Zum eigenen Gesamtkontext sagt er: „Wir sind eine sehr junge Mannschaft, die jüngste der Liga, und müssen im Abstiegskampf um jeden Punkt kämpfen. Mit etwas Abstand kann dieser Zähler sehr viel wert sein – jetzt müssen wir in den nächsten Wochen weiter konsequent punkten, um unser Ziel, den Klassenerhalt, zu schaffen.“