In der 1. Klasse Mitte-West hat der SK Blau Weiss Stadl-Paura gegen den SV SPAR Hochhauser Pichl 1963 zur Pause noch ein offenes Spiel gesehen, am Ende setzten sich die Gäste aber klar mit 4:1 durch. Trainer Levente Kresz machte vor allem den Auftritt nach dem Seitenwechsel zum Unterschied: mehr Mut, mehr Wille und mehr Laufbereitschaft hätten seine Mannschaft nach dem 1:1 auf die Siegerstraße gebracht.
Levente Kresz begann seine Einordnung mit jener ersten Hälfte, in der sich noch keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. "Es war von Anfang an für die Zuschauer ein sehr interessantes Spiel", sagte der Trainer und stellte klar, dass beide Teams früh gezeigt hätten, dass sie nach vorne spielen wollen. Für ihn war das 0:0 zur Pause deshalb kein Ausdruck eines schwachen Spiels, sondern vor allem das Ergebnis starker Defensivarbeit und guter Torhüterleistungen. "Beide Mannschaften hatten offensiv ihre Chancen. Deswegen stand es nach 45 Minuten 0:0, weil die Tormänner so stark gespielt haben", erklärte Kresz. Pichl hatte also schon vor dem Seitenwechsel seine Phasen, der Aufsteiger hielt aber ebenso dagegen und ließ sich nicht früh aus dem Rhythmus bringen.
Umso wichtiger war aus Sicht des Trainers, wie seine Mannschaft nach Wiederbeginn aus der Kabine kam. Kresz sprach davon, dass Pichl die zweite Halbzeit "optimal" begonnen habe, und genau das zeigte sich sofort auch am Spielstand. Martin Hegedüs traf in der 47. Minute zum 0:1 und gab den Gästen damit den Start, den sie sich vorgenommen hatten. In dieser Phase war Pichl das aktivere Team und hatte das Spiel zunächst auf seine Seite gezogen. Stadl-Paura fand aber eine Antwort und kam in der 57. Minute durch Armin Mujagic zum 1:1. Der Ausgleich fiel nach einer Standardsituation per Kopf, und Kresz nahm seine Mannschaft dabei ausdrücklich in die Pflicht. "Das war ein schönes Kopfballtor, das wir nicht konsequent genug verteidigt haben", sagte er.
Entscheidend war dann, dass sich Pichl vom Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen ließ. Kresz hob genau diesen Punkt besonders hervor, weil seine Mannschaft nach dem 1:1 nicht zurückwich, sondern bei ihrer Linie blieb. "Es hat uns nicht wirklich schwach gemacht. Wir haben unsere Spielweise weitergespielt, sehr offensiv", erklärte der Trainer. Nach einer schönen Vorarbeit stellte Martin Hegedüs in der 64. Minute auf 1:2, und für Kresz lag genau in diesem Treffer die Entscheidung der Partie. "Das 2:1 war der richtige Moment und der richtige Zeitpunkt. Es hat uns zusätzlich Kraft gegeben", sagte er. Von dort weg legte Pichl weiter zu, wurde mutiger und besser, wie es der Coach beschrieb. Matthias Kraxberger erhöhte in der 76. Minute auf 1:3, ehe Hegedüs in der 88. Minute mit seinem dritten Treffer den klaren Auswärtssieg endgültig absicherte.
Dass das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel, änderte für Kresz nichts daran, dass der Gegner über weite Strecken unangenehm zu bespielen war. Der SK Blau-Weiß Stadl-Paura sei "sehr kompakt" und "sehr stabil" aufgetreten, sagte der Trainer, und vor allem über die linke Seite habe die Heimelf immer wieder Gefahr erzeugt. Auch insgesamt habe es seine Mannschaft nicht leicht gehabt, zu klaren Lösungen zu kommen. "Es war nicht einfach, sie zu brechen", meinte Kresz. Den größten Unterschied sah er deshalb nicht in einem einzelnen taktischen Detail, sondern in der Haltung seiner Mannschaft nach der Pause. "Der entscheidende Unterschied war, wie wir in die zweite Halbzeit gegangen sind: mehr Mut, mehr Wille, mehr Laufbereitschaft", sagte er. Dazu kam, dass der SV Pichl nach dem 2:1 hinten wenig zuließ und vorne über beide Seiten gefährlich blieb. Verbesserungspotenzial erkennt Kresz dennoch bei einzelnen Standardsituationen. Der 4:1-Erfolg hat für Pichl trotzdem Gewicht: Nach vier Runden hält die Mannschaft bei zehn Punkten und bleibt damit ganz vorne dabei.