In der 1. Klasse Mitte-West hat der SV Fenastra Krenglbach gegen den SK Blau Weiss Stadl-Paura ein 1:1-Unentschieden geholt, obwohl die Gastgeber nach Einschätzung von Albert Hofbauer über weite Strecken die bessere Mannschaft waren. Der Sportliche Leiter sprach von einem schwachen Auftritt seines Teams, das nie richtig ins Spiel fand, nach dem 0:1 durch Jakub Dranga aber doch noch reagierte und sich in der Nachspielzeit durch Mirza Mahmuljin einen glücklichen Punkt rettete.
Albert Hofbauer machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass er mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden war. "Wir sind von Anfang an schwer ins Spiel gekommen und überhaupt nicht in den Spielrhythmus hineingekommen, den wir in den letzten Spielen gehabt haben", sagte er. Aus seiner Sicht verlor Stadl-Paura im Mittelfeld zu viele Zweikämpfe, stand hinten in der Viererkette oft zu hoch und bekam auch im Passspiel nie die nötige Sicherheit hinein. Der tiefe Platz habe die Aufgabe zwar nicht leichter gemacht, doch auch da wollte Hofbauer nichts schönreden. "Das soll keine Ausrede sein. Das war für beide Mannschaften so." Weil bei den Gästen von hinten bis vorne wenig zusammenlief, blieb offensiv fast alles Stückwerk. Hofbauer sprach davon, dass bei seiner Mannschaft "einfach der Wurm drin" gewesen sei, und erklärte damit auch, warum das 0:0 zur Pause aus Sicht der Gäste kein beruhigender, sondern eher ein schmeichelhafter Zwischenstand war.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild laut Hofbauer nicht grundlegend. Krenglbach blieb für ihn das aktivere Team und war dem Führungstreffer deutlich näher. "Krenglbach war dem Tor viel näher als wir", sagte der Sportliche Leiter, der seiner Mannschaft bescheinigte, sich kaum gute Chancen herausgearbeitet zu haben. Die Gastgeber nahmen die Partie aus seiner Sicht früh in die Hand, drückten immer wieder an und zwangen Stadl-Paura dazu, auf ihr Spiel zu reagieren, statt selbst den Takt vorzugeben. In der 84. Minute fiel dann der Treffer, der sich aus Hofbauers Sicht angekündigt hatte: Jakub Dranga brachte Krenglbach mit 1:0 in Führung. "Von meiner Sicht aus sind sie verdient in Führung gegangen", meinte Hofbauer klar. Dass die Gäste am Ende trotzdem noch etwas mitnahmen, lag für ihn weniger an einem starken Spiel als an der Tatsache, dass seine Mannschaft nicht aufsteckte. "Sie haben trotzdem nicht aufgegeben und alles probiert", sagte er. In der 93. Minute war es dann Mirza Mahmuljin, der mit dem 1:1 den späten Ausgleich erzielte und Stadl-Paura doch noch einen Punkt sicherte.
Gerade weil der Ausgleich erst in der Nachspielzeit fiel, wurde Hofbauers Analyse umso deutlicher. "Es hat eigentlich alles gefehlt, damit wir das Spiel am Sonntagnachmittag für uns hätten entscheiden können", sagte er. Er nannte dabei vor allem das ungenaue Passspiel, das schwache Zweikampfverhalten und insgesamt zu wenig von dem, was seine Mannschaft zuletzt noch ausgezeichnet hatte. Der SV Krenglbach habe Blau-Weiß Stadl-Paura sein Spiel aufgezwungen und sei "über 90 Minuten die bessere Mannschaft" gewesen. Besonders hervor hob Hofbauer deshalb den eigenen Torwart, der für ihn "der beste Mann am Platz" war und die Gastgeber mit seinen Paraden immer wieder zur Verzweiflung brachte. Auch Schiedsrichter Mühleder nahm er ausdrücklich aus jeder Diskussion heraus. "Er hat tadellos gepfiffen", sagte Hofbauer. Dazu kommt bei Stadl-Paura im Moment noch eine schwierige Lage neben dem Platz. Laut dem Sportlichen Leiter ist der Verein bereits die zweite Woche ohne Kampfmannschaftstrainer unterwegs, derzeit helfen Verantwortliche aus dem Klub aus. Nun soll möglichst rasch wieder eine klare Lösung her. "Wir hoffen, dass wir diese Woche einen neuen Trainer präsentieren können, der wieder Ordnung und Struktur reinbringt", sagte Hofbauer. Nach dem späten 1:1 bleibt damit zwar ein Punkt, die deutlicheren Aussagen kamen aber aus der Analyse danach.