Spielberichte

„Nach 30 Sekunden war die ganze Taktik über den Haufen geworfen“ – Stadl-Paura erlebt gegen Haag einen bitteren Abend

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BW Stadl-Paura
Union Haag/Hausruck

In der 1. Klasse Mitte-West ist SK Blau Weiss Stadl-Paura gegen Union Pizza & Baguette Haag/Hausruck mit 2:8 unter die Räder gekommen. Für Sportlichen Leiter Albert Hofbauer war die Partie aber schon unmittelbar nach dem Anstoß in eine ganz andere Richtung gelaufen. „Nach dreißig Sekunden war die ganze Taktik über den Haufen geworfen“, sagte er und verwies auf den frühen Ausschluss samt Elfmeter gegen sein Team.

Fußballtor

Foto von Mike Robinson auf Unsplash

Der Fehlstart nimmt den Gastgebern sofort den Boden

Was Hofbauer schilderte, deckte sich mit dem Spielverlauf auf besonders harte Weise. In Minute eins sah Samuel Maier die Rote Karte, durch den daraus folgendem Elfmeter ging Haag durch Emir Muminovic mit 1:0 in Führung. Hofbauer sprach von einem „äußerst unglücklichen“ Verlauf und erklärte: „Der Knackpunkt war auf alle Fälle nach dreißig Sekunden die rote Karte und der Elfmeter gegen uns.“ Für Stadl-Paura war damit der ursprüngliche Plan früh hinfällig, dazu kam gegen einen starken Gegner sofort enormer Druck. Maximilian Viehböck erhöhte in Minute zehn auf 2:0, danach traf Jakub Duricek zum 3:0, ehe Viehböck mit seinen Treffern zum 4:0 und 5:0 schon vor der Pause alles klar machte. Hofbauer sprach dabei offen an, dass mehrere Gegentore aus schweren Abspielfehlern in der eigenen Abwehr entstanden seien. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass seine Mannschaft nicht völlig chancenlos gewesen sei: „Wir sind auch zu unseren Chancen gekommen, auch in der ersten Halbzeit, aber Haag am Hausruck hat jeden kleinen Fehler, den wir gemacht haben, beinhart bestraft.“


Nach der Pause stabiler, aber weiter in Unterzahl

Mit dem 0:5 zur Halbzeit war die Partie praktisch entschieden, trotzdem versuchte Stadl-Paura noch einmal zu reagieren. Hofbauer berichtete von einem Doppeltausch in der Pause, mit dem die Abwehr stabilisiert werden sollte. „Das ist uns auch gelungen, weil wir die Halbzeit nur 3:2 verloren haben“, sagte er. Allerdings kam direkt nach Wiederbeginn noch ein weiterer Rückschlag dazu, denn in Minute 46 sah der Ersatz tormann auch David Geiselprechtinger Rot. Dennoch gelang Armin Mujagic in Minute 51 das 1:5, was zumindest ein kleines Zeichen setzte. Haag blieb aber klar überlegen und kam durch den zweiten Treffer von Muminovic sowie ein Tor von Gerold Jedinger auf 7:1 davon. Dass Stadl-Paura trotz allem nicht völlig auseinanderfiel, zeigte sich später noch einmal am 2:7 durch Mirza Mahmuljin. Den Schlusspunkt setzte allerdings wieder Muminovic mit seinem dritten Tor zum 2:8. Hofbauer hielt fest, dass es „mehrere Phasen“ gegeben habe, in denen seine Mannschaft gut im Spiel gewesen sei und selbst hätte treffen können, am Ende sei aber fast jeder Fehler sofort bestraft worden.

„Lehrgeld zahlen müssen“ – jetzt soll Gerhard Mitoma Stabilität bringen

In seiner Einordnung suchte Hofbauer keine Ausreden, machte aber deutlich, unter welchen Voraussetzungen dieses Spiel zu bewerten sei. „Der Mannschaft ist eigentlich kein Vorwurf zu machen“, sagte er, obwohl ihn die frühen Fehler natürlich ärgerten. Das Ergebnis sei „um ein paar Tore zu hoch ausgefallen“, die bessere Mannschaft sei Haag aber trotzdem gewesen. Den Gästen stellte er ein sehr gutes Zeugnis aus: „Haag am Hausruck ist eine Top-Mannschaft. Die haben Top-Spieler drinnen, technisch gut, schnell.“ Für ihn zählt Haag gemeinsam mit Pichl und Rottenbach zu den heißesten Kandidaten ganz vorne. Auch zur Diskussion um die frühe Szene äußerte er sich differenziert. Der Schiedsrichter habe die Partie „im Großen und Ganzen gut geleitet“, beim Ausschluss nach wenigen Sekunden hätte er sich aber „ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl“ gewünscht. Über das aktuelle Innenleben seines Teams sprach Hofbauer ebenfalls offen. Stadl-Paura war laut ihm zuletzt rund zwei Wochen ohne Trainer, nun soll der neu geholte Trainer Gerhard Mittermayr wieder Ruhe und Stabilität bringen. Wir sind alle im Verein sehr glücklich das wir so eine Trainer legende und Persönlichkeit an Bord holen konnten „Wir haben Lehrgeld zahlen müssen gegen zwei wirklich starke Gegner“, sagte Hofbauer. Der Blick gehe trotzdem nach vorne, Mittermayr werde am Montag das erste Training leiten, und genau darauf setzt man in Stadl-Paura nun die Hoffnung.

1. Klasse Mitte-West: BW Stadl-Paura : Union Haag - 2:8 (0:5)

  • 85
    Emir Muminovic 2:8
  • 84
    Mirza Mahmuljin 2:7
  • 66
    Gerold Jedinger 1:7
  • 59
    Emir Muminovic 1:6
  • 51
    Armin Mujagic 1:5
  • 36
    Maximilian Viehböck 0:5
  • 32
    Maximilian Viehböck 0:4
  • 29
    Jakub Duricek 0:3
  • 10
    Maximilian Viehböck 0:2
  • 2
    Emir Muminovic 0:1