In der 1. Klasse Mitte-West hat der SV Europlan Pram Tabellenführer SV SPAR Hochhauser Pichl 1963 ein 3:3-Unentschieden abgetrotzt. Nach einer 2:0-Pausenführung musste der Aufsteiger nach dem Seitenwechsel zwar den Umschwung hinnehmen und lagen sogar 2:3 zurück, kamen aber noch einmal zurück. Sportchef Rainer Wöllinger sah vor allem taktische Disziplin, Einsatz und die gefährlichen Konter als Grundlage für einen aus seiner Sicht gerechten Punkt.

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Von Beginn an war es nach Wöllingers Eindruck „eine sehr spannende Partie“. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass Pichl spielerisch mehr vom Spiel hatte. Gerade deshalb gefiel ihm die Antwort seiner Mannschaft umso mehr. Pram blieb diszipliniert, hielt sich an die taktische Vorgabe und suchte nicht blind den offenen Schlagabtausch, sondern wartete auf jene Momente, in denen Räume aufgingen. „Unsere taktische Ausrichtung und die Art, wie die Mannschaft das umgesetzt hat, waren sehr positiv“, sagte Wöllinger. Genau auf diesem Weg kam die Heimelf auch zur 2:0-Pausenführung. Dreni Bobaj brachte Pram in der 22. Minute in Front, Marco Hattinger legte in der 31. Minute das 2:0 nach. Für Wöllinger waren es genau diese Nadelstiche, die seine Mannschaft in der ersten Hälfte so gefährlich machten und der sichere Rückhalt durch Torhüter Armin Ratzinger.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Partie aber sehr schnell. Nikolay Borisov verkürzte schon in der 47. Minute auf 2:1, und dieser frühe Treffer tat Pram aus Sicht des sportlichen Leiters nicht gut. „Der schnelle Anschlusstreffer hat uns ein bisschen ins Wanken gebracht“, sagte Wöllinger, der davon sprach, dass seine Mannschaft in dieser Phase ihren Rhythmus verlor. Pichl bekam nun noch mehr Zugriff und zeigte jene Qualität, die Wöllinger dem Gegner ohnehin zuschrieb. In der 63. Minute stellte Alex Pal Svedyuk auf 2:2, in der 74. Minute sorgte Leart Aljiji sogar für das 2:3. Wöllinger ordnete diese Phase auch mit Blick auf den Gegner ein: „Pichl hat eine sehr starke Offensive, das offensive Mittelfeld und der Sturm sind sehr stark.“ Dass die Gäste aktuell ganz oben stehen, kam für ihn daher nicht überraschend.
Dass der SV Pram trotzdem nicht leer ausging, passte genau zu jenem Bild, das Wöllinger von seiner Mannschaft zeichnete. Nur drei Minuten nach dem Rückstand stellte Jacub Przybylko auf 3:3 und brachte die Gastgeber damit sofort wieder zurück. Für Wöllinger war das kein Zufall, sondern die Folge von Moral, Einsatz und weiter sauber gesetzten Kontern. „Wir konnten immer wieder Nadelstiche setzen“, sagte er und verwies auch darauf, dass Pram noch weitere gute Möglichkeiten auf mehr Tore hatte. Deshalb fiel sein Gesamturteil klar aus: „Der SV Pichl war in Summe die bessere Mannschaft, aber taktisch und vom Einsatz her waren wir besser.“ Gerade mit Blick auf die Ausgangslage bekam dieses Remis für ihn besonderes Gewicht. „Wenn du gegen einen Tabellenführer spielst und selbst eher im Tabellenkeller hängst, dann ist die Moral schon herauszuheben“, sagte Wöllinger. Gleichzeitig stellte er klar, dass Pichl für ihn trotzdem ein ganz heißer Anwärter bleibt: „Pichl ist ein kompakter Gegner mit guten Fußballern und wird sicher ein wichtiges Wort um den Aufstieg mitreden.“ Für Pram war es damit ein Punkt, der nicht nur wegen des Spielverlaufs, sondern auch wegen der gezeigten Haltung viel wert war.