In der 1. Klasse Mitte-West hat sich die Union Gaspoltshofen gegen die Union VTA Rottenbach mit einem 1:1-Unentschieden begnügen müssen. Vor allem die erste Hälfte ließ Trainer Lukas Bichl mit dem Remis nicht ganz zufrieden zurück, auch wenn er den Punkt gegen einen starken Gegner grundsätzlich nimmt. „Wir müssen das Spiel vor der Pause entscheiden“, sagte er nach einer Partie, in der beide Teams ihre Chancen nicht konsequent genug nutzten.

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Aus Sicht von Lukas Bichl lag der Schlüssel der Partie klar in der ersten Halbzeit. Der Trainer sah seine Mannschaft in dieser Phase als das deutlich gefährlichere Team und ärgerte sich darüber, dass aus der Überlegenheit nur ein Treffer herauskam. „In der ersten Halbzeit waren wir die klar gefährlichere Mannschaft und hatten sehr viele Chancen, um noch weitere Tore zu erzielen“, sagte Bichl. Das 1:0 fiel in der 21. Minute nach einem Angriff, den er ausdrücklich hervorhob. Emanuel Altenhofer brachte den Ball herein, Balint Varga wollte vor dem freistehenden Lorenz Klinger klären und lenkte den Ball ins eigene Tor. Für Gaspoltshofen war das die verdiente Führung, aber eben keine beruhigende. Auch Rottenbach kam laut Bichl zu ein, zwei Möglichkeiten, doch der größere Vorwurf galt der eigenen Chancenverwertung. „Wenn man gegen solch einen Gegner die volle Punkteanzahl holen möchte, dann muss man diese Chancen einfach nutzen“, stellte der Trainer klar.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild. Bichl sprach davon, dass Rottenbach nun die spielbestimmendere Mannschaft gewesen sei und insgesamt aktiver auftrat. Gaspoltshofen blieb zwar nach vorne weiter gefährlich, hatte das Spiel aber nicht mehr so im Griff wie vor der Pause. In der 56. Minute fiel dann der Ausgleich, und auch diesen Treffer schilderte der Trainer sehr konkret: Nach einem langen Ball habe seine Defensive die Situation unterschätzt, Daniel Wallaberger den Ball stark heruntergenommen und dem Torwart im Eins-gegen-eins keine Chance gelassen. Damit war die Partie wieder offen, und genau an diesem Punkt kippte auch Bichls Bewertung ein wenig. „In der Halbzeit war ich mir eigentlich sicher, dass wir das Spiel vorher hätten entscheiden müssen“, sagte er. Nach dem Schlusspfiff fiel sein Urteil nüchterner aus: „Die zweite Halbzeit war dann doch Rottenbach die etwas gefährlichere Mannschaft. Im Endeffekt geht das Unentschieden wahrscheinlich in Ordnung.“
Dass die Union Gaspoltshofen am Ende trotzdem eher mit zwei verlorenen Punkten als mit einem gewonnenen leben musste, erklärte Bichl nicht mit einem einzelnen Moment, sondern mit einem wiederkehrenden Problem. Seine Mannschaft sei gegen einen individuell starken Gegner zu vielen Möglichkeiten gekommen, habe diese aber wieder nicht sauber genutzt. „Wir haben derzeit schon ein großes Thema in der Chancenverwertung, weil wir sehr hochkarätige Chancen teilweise leichtfertig liegen lassen“, sagte der Trainer offen. Gleichzeitig hob er auch Positives hervor. Das Spiel nach vorne bis ins letzte Drittel habe besser funktioniert, dazu sei seine Mannschaft „sehr scharf gegen den Ball“ gewesen. Bichl ordnete auch den Gegner hoch ein und bezeichnete die Union Rottenbach als Mannschaft mit „sehr guter individueller Qualität“, die im oberen Drittel mitspielen werde. Gerade deshalb war für ihn mehr drin. „Heute wären sie definitiv zu packen gewesen“, sagte er. Eine Szene aus der zweiten Halbzeit blieb ihm dabei ebenfalls hängen: Bei einer Flanke habe es aus seiner Sicht ein Handspiel im Strafraum gegeben, Schiedsrichter Leonhartsberger entschied jedoch auf Freistoß außerhalb des Sechzehners. Abseits dieser Situation beschrieb Bichl die Leistung des Unparteiischen als unauffällig. So bleibt unter dem Strich ein 1:1, das vor dem Spiel wohl akzeptabel gewesen wäre, nach dem Verlauf aber das Gefühl hinterlässt, dass Gaspoltshofen vor allem vor der Pause zu wenig aus seinen Möglichkeiten gemacht hat.