In der 1. Klasse Mitte-West hat sich der SV DSV Road Kallham gegen die Union Bruckmühl mit 2:1 durchgesetzt, obwohl die Gastgeber lange mehr Chancen als Tore hatten. Neo-Trainer Rene Weidinger sah seine Mannschaft über weite Strecken klar im Vorteil, ärgerte sich aber über die ausgelassenen Möglichkeiten. Dass der Sieg erst durch Sebastian Aschauer in der Nachspielzeit feststand, passte deshalb gut zum Sonntagnachmittag.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Weidinger musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, wie er die erste Hälfte einordnet. „Wir waren bis zur 30. Minute klar überragend“, sagte der Kallham-Trainer, der vor allem mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen den Ball und mit der Anzahl an Chancen zufrieden war. Noch deutlicher wurde er beim Blick auf die vergebenen Möglichkeiten: „Wir hatten sicher fünf Chancen, die fast hundertprozentig waren.“ Genau das war aus seiner Sicht der Grund, warum sich die Überlegenheit bis zur Pause nur im knappen 1:0 widerspiegelte. Erst in der 42. Minute brachte Julian Buchinger Kallham in Front, obwohl für die Gastgeber schon davor deutlich mehr möglich gewesen wäre. „Wir hätten in der Halbzeit schon zwei oder drei Tore schießen können“, meinte Weidinger, der seine Elf zu diesem Zeitpunkt in fast allen Bereichen vorne sah.
Auch nach dem Seitenwechsel sah der Trainer seine Mannschaft zunächst wieder in einer guten Phase. Weidinger sprach davon, dass Kallham bis etwa zur 60. oder 65. Minute „klar wieder überragend“ gewesen sei und das Spiel weiter auf der eigenen Seite gehabt habe. Dann aber änderte sich die Partie. „Zwischen der 60. und 80. Minute war Bruckmühl stärker“, sagte er, und genau in diese Phase fiel auch der Ausgleich. In der 76. Minute traf Vinko Svalina zum 1:1 und gab den Gästen damit den Lohn für ihre beste Zeit im Spiel. Trotzdem verlor Weidinger den Glauben an den Heimsieg nie ganz. „Nach der 80. Minute hatte ich das Gefühl, dass wir den Führungstreffer noch erzielen können“, erklärte er. Für ihn war das keine bloße Hoffnung, sondern die Folge daraus, dass Kallham davor über lange Strecken die aktivere und bessere Mannschaft gewesen war.
Die Schlussphase brachte dann doch noch den Ausgang, den sich der Kallham-Coach schon früh erwartet hatte. In der 90. Minute sah Bernhard Birner aufseiten von Bruckmühl die Rote Karte, zwei Minuten später traf Sebastian Aschauer zum 2:1 und sorgte damit für den späten Heimsieg. Für Weidinger war das am Ende verdient, weil seine Mannschaft nach seiner Einschätzung das Spiel über weite Strecken kontrolliert hatte. Einen wichtigen Anteil daran schrieb er nicht nur der Offensive, sondern ausdrücklich auch der Arbeit gegen den Ball zu. „Die Defensive war ein sehr wichtiger Part“, sagte er und ergänzte: „Wir standen relativ kompakt.“ Gerade in der ersten Halbzeit habe man Bruckmühl nur wenig Ideen zugelassen. „Hinten haben wir relativ wenig zugelassen“, so Weidinger, der darin einen zentralen Grund sah, warum Kallham auch in einer engeren Phase nicht ganz die Ordnung verlor.
So zufrieden Weidinger mit dem Ergebnis und mit weiten Teilen des Spiels war, so klar sprach er auch das große Thema an, das den SV Kallham weiterhin begleitet. „Wir müssen aus unseren Chancen viel mehr machen“, sagte er ohne Umschweife. Der neue Trainer erinnerte daran, dass seine Mannschaft auch diesmal wieder mehrere große Möglichkeiten liegen ließ und sich damit das Leben schwerer machte, als es nötig gewesen wäre. In der Defensive habe er seine Elf dagegen „relativ kompakt“ gesehen, offensiv sei vor allem die Verwertung noch ausbaufähig. Der 2:1-Sieg bringt Kallham nach elf Runden auf 16 Punkte und hält die Mannschaft im oberen Mittelfeld. Zum Gesamtbild des Nachmittags passte auch Weidingers kurzer Satz zum Unparteiischen: „Die Leistung von Schiedsdrichter Pommer war voll in Ordnung.“ Am Ende blieb für ihn vor allem hängen, dass seine Mannschaft mehr vom Spiel hatte und sich diesmal wenigstens noch spät belohnte.