Ein 3:3 in der 1. Klasse Mitte gegen den SV Franckviertel Linz fühlte sich für die SC Gartenkomplett Marchtrenk Juniors fast wie ein Sieg an – so beschreibt es Trainer Nicolas Töltsch. Nach einem 1:3-Rückstand kämpfte sich seine junge Mannschaft (insgesamt sieben U-18 Spieler) zurück, getragen von starken Standards und einem späten Ausgleich durch Irnes Ljubijankic. Franckviertel hatte phasenweise mehr vom Spiel, ohne dauerhaft zwingend zu werden; Marchtrenk fehlte im zweiten Durchgang oft der letzte Pass. Ein Eigentor von Fabijan Pocrnja und ein individueller Fehler vor dem 1:3 machten die Aufgabe zusätzlich schwer. Umso bemerkenswerter: Bei bereits sieben Ausfällen im Stammkader und zwei weiteren Verletzungen stellten die Juniors mehrfach um – und blieben bis zuletzt stabil und mutig. Auf dem schwer bespielbaren Platz entwickelte sich eine kampfbetonte, insgesamt faire Partie, begleitet von einer außergewöhnlich lauten, gemeinsamen Fangemeinschaft.

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Die Chronologie erzählt eine wechselvolle Geschichte: Nach dem 0:1 durch Farid Musah (8.) antworteten die Juniors prompt zum 1:1 durch Irnes Ljubijankic (9.). Ein unglückliches Eigentor von Fabijan Pocrnja (60.) und das 1:3 durch Tambi Elias (62.) brachten Marchtrenk in Schieflage, ehe Pocrnja zum 2:3 verkürzte (73.) und in der 88. Minute der späte Ausgleich zum 3:3 durch Irnes Ljubijankic fiel. Töltsch ordnete den Verlauf klar ein: „Grundsätzlich hatten sie in der ersten Halbzeit ein bisschen mehr Spielanteile, konnten das aber nicht in klare Chancen ummünzen.“ Vor der Pause lag sogar die Führung in der Luft: „Kurz vor der Halbzeit müssten wir eigentlich auf 2:1 stellen, als wir allein vor dem Tormann die Chance vergeben.“ Der Glaube blieb dennoch intakt – mit dem Happy End in der Schlussphase.
Die Juniors setzten gezielt auf ruhende Bälle – mit Wirkung. „Wir wussten im Vorfeld, dass wir bei Standards sehr gefährlich sind. Das hat sich bestätigt: Den Anschlusstreffer machten wir nach einer Standardsituation durch Fabijan Pocrnja, und nach einem Einwurf fiel das 3:3 durch Irnes Ljubijankic. Wir hätten auch zwei weitere Möglichkeiten gehabt.“ Gleichzeitig war Improvisation gefragt: „Kadertechnisch waren wir mit sieben Ausfällen im Stammkader ohnehin sehr beschränkt. Dann sind noch zwei Verletzte dazugekommen – insgesamt sind also neun Spieler für die Partie ausgefallen – und wir mussten einiges umstellen.“ Töltsch hob den Charakter hervor: „Umso stolzer bin ich auf die Mannschaft: Wir haben nie aufgegeben – trotz Zwei-Tore-Rückstand – und uns das Unentschieden erkämpft.“
Die Bedingungen prägten die Partie: „Aufgrund der Platzverhältnisse war es eher kampfbetont; technisch sauber zu spielen war nicht einfach.“ Zur Leitung meinte Töltsch: „Grundsätzlich gab es keine strittige Elfmetersituation oder Ähnliches. Es hat keine Fehlentscheidung gegeben, die das Spiel beeinflusst hätte.“ Die Atmosphäre setzte ein Ausrufezeichen – „So eine Stimmung hat man selten im Unterhaus, glaube ich.“ Der Blick richtet sich nun auf St. Martin: „St. Martin ist ein Anwärter auf den Meistertitel und strebt den Aufstieg in die Bezirksliga an. Für uns heißt es einfach dagegenhalten, kompakt sein und unsere beste Leistung wieder abrufen.“ Und trotz aller Widrigkeiten bleibt der Coach optimistisch: „Also bin ich da guter Dinge.“