Nach dem Duell zwischen Eferding/Fraham und Stahl Linz/Ebelsberg in der 1. Klasse Mitte ordnete Trainer Endrico Schmoll die Partie als Auftritt mit zwei Gesichtern ein: vor der Pause zäh, danach kontrolliert. Die Stimmung sei in Ordnung gewesen, das wechselhafte Wetter habe seinen Teil beigetragen, und herausheben wollte er niemanden – der Sieg sei Teamarbeit. Prägend auf Seiten der Gastgeber: Standards und lange Einwürfe, die viel Disziplin erforderten. Zugleich richtete Schmoll den Blick bereits auf die nächste, völlig andere Aufgabe.

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Schmoll brachte die Dynamik des Spiels auf den Punkt: „Erste Halbzeit haben wir nicht so gut gespielt. Zweite Halbzeit dann viel besser und das Spiel kontrolliert.“ Zur Halbzeit stand es 0:0 – nach Wiederbeginn kippte die Partie in die gewünschte Richtung. „Nach der Pause gab es mehr Raum, wir wurden deutlich gefährlicher und haben uns gute Chancen herausgearbeitet.“ Der Dosenöffner fiel folgerichtig nach einem ruhenden Ball: Ein Eckstoß wurde nur unzureichend geklärt, aus rund zwanzig Metern kam der Abschluss aus der zweiten Reihe – in der 54. Minute traf Alexandru-Gheorghe Ionut zum 1:0. „Das war unser erstes Tor, entstanden nach einem Eckball“, so Schmoll. Mit zunehmender Kontrolle nutzte die Mannschaft die freien Räume bis in die Schlussphase; in der 88. Minute sorgte Cosmin-Alexandru Saizu mit dem zweiten Treffer für die späte Entscheidung zum 2:0.
Schon vor dem Anpfiff war klar, worauf es ankommen würde. „Bei Standards müssen wir besonders verteidigen. Wir haben gewusst, dass die Mannschaft von Eferding mit langen Einwürfen sehr gefährlich ist – fast jeder Einwurf ist wie eine Ecke oder eine Flanke.“ Genau aus dieser Wucht entwickelte sich auch der Führungstreffer: ein Eckball, eine halb geklärte Hereingabe, der wuchtige Abschluss aus der Distanz – das Muster, auf das Schmoll seine Elf eingeschworen hatte, stellte nach der Pause die Weichen. Im ersten Durchgang, so sein Eindruck, hatten sich seine Spieler zu sehr auf das Spiel der Gastgeber eingelassen – viele hohe Bälle, viel Zufall, viele zweite Bälle. Nach dem Seitenwechsel setzte das Team die eigene Linie durch, blieb bei gegnerischen Standards konzentriert und verlagerte das Geschehen konsequent in Zonen, in denen es selbst gefährlich werden konnte.
Die Begleitmusik passte zum Verlauf auf dem Platz. „Rundum war die Stimmung eigentlich in Ordnung“, sagte Schmoll. Der Schiedsrichter habe „es in Ordnung gemacht“. Einen „Man of the Match“ wollte Schmoll nicht küren – die Vorstellung nach der Pause ordnete er klar dem Kollektiv zu. Den Lerneffekt fasste er prägnant zusammen: „Was ich nicht mitnehmen will, ist die erste Halbzeit. Dafür eher die Zweite.“ Und während der Moment nachhallte, ging der Blick bereits voraus: „Wir haben nächste Woche einen schweren Gegner. Das wird sicher ein interessantes und ganz anderes Spiel.